Fantasy Filmfest 2013 – Tag 8

Der letzte Tag begann mit The Philosophers. Eine Gruppe von Philosophie-Studenten macht mit ihrem Lehrer ein Gedankenexperiment: In Anbetracht der drohenden Auslöschung durch die nukleare Apokalypse muss die 21-köpfige Gruppe 10 von ihnen auswählen, die in einen Bunker dürfen. Hierfür werden ihnen Rollen zugeteilt und die Schüler müssen nun entscheiden, wer den meisten Wert für die Gruppe besitzt.
Die Prämisse klang schon recht vielversprechend, wenn auch fraglich war, was der Film nun draus macht, da es sich ja nur um Insgesamt war ich sehr positiv überrascht. Das Gedankenexperiment wird im Film entsprechend visualisiert und der Bunker sieht äußerst gut aus. Die Geschichte wird spannend erzählt und es entwickelt sich mit der Zeit ein Machtspielchen zwischen den Studenten und ihrem Lehrer. Definitiv sehenswert. Wertung: 7/10.

Anschließend lief Three-60. Ein spanischer Crime-Thriller, in dem ein junger Mann im Haus seiner Eltern Fotos findet, die der Vorbesitzer dort zurückgelassen hat. Diese Fotos scheinen im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines besten Freundes zehn Jahre zu vor zu stehen. Als die Polizei tatenlos bleibt, beginnt er eigene Nachforschungen anzustellen.
Eigentlich mag ich solche Filme ja. Ein mysteriöser Fall und ein unklarer Zusammenhang, der am Ende dann gelöst wird. Hier verschenkte der Film jedoch das Meiste seines Potentials. Die Verkettung der Hinweise basiert mehr auf Zufall als auf richtigen Ermittlungen und die Logikfehler tun teilweise schon weh. Erstens gibt es glaube ich nirgendwo auf der Welt Lüftungsschächte die so stabil aufgehängt sind, dass man darin herumkrabbeln kann ohne dass diese von der Decke krachen und zweitens macht das darin Herumkrabbeln definitiv Lärm, den ein eventueller Beobachter mit Sicherheit mitkriegt. Das Ende fand ich zudem reichlich kitschig. Wertung 4/10.

Daraufhin habe ich Come out and Play gesehen. Ein Paar fährt auf eine Insel, die man nur mit einem Motorboot erreichen kann. Dort sind alle Kinder wahnsinnig geworden und haben die Erwachsenen getötet. Es dauert jedoch eine ganze Zeit, bis die beiden das bemerken.
Ich bin unschlüssig. Einerseits hält der Film eine hohe Spannung über lange Zeit aufrecht. Andererseits stellen sich die beiden Hauptcharaktere auch oftmals so strunzdämlich an, dass man sich schon wünscht, dass die Kinder endlich reinkommen. Die Effekte sind gut und das Ende schön böse. Gut gefallen hat mir der Look des Films, viele helle Aufnahmen bei Tageslicht, die trotzdem eine Bedrohung ausstrahlen. Insgesamt ganz in Ordnung. Wertung: 5/10.

Den vorletzten Film stellte Big Bad Wolves dar. Ein Mädchen verschindet beim Versteckenspielen und die Polizei ist ratlos. Es gibt einen Verdächtigen, doch man kann ihm nichts nachweisen. Die Leiche des Mädchens taucht nach einem anonymen Hinweis in einem Waldstück auf, doch ihr Kopf fehlt. Schließlich nimmt der Vater des Mädchens die Sache selbst in die Hand und kidnappt den Verdächtigen um ihn zu einem Geständnis zu bewegen.
Der neue Film der beiden israelischen Regisseure von Rabies. Diesmal ist es ein sehr böser Revenge-Thriller mit wahnsinnig gut gecasteten, charismatischen Schauspielern. Die Story ist leider ein wenig zu linear geraten und es gibt kaum Überraschungen. Jedoch ist der Mix aus ernsten Folterszenen und zwischenzeitlicher Situationskomik gut gelungen um einen spannenden Film zu schaffen. Wertung: 7/10.

Der Abschlussfilm war dieses Jahr You’re Next. Eine Familie trifft sich zum Hochzeitstag der Eltern in deren Wochenendhaus. Die Kinder haben ihre jeweiligen Partner mitgebracht. Als sich alle zum Essen zusammengesetzt haben und der erste Streit ausgebrochen ist, greifen unbekannte Attentäter das Haus an und es gibt den ersten Toten.
Ein toller Abschlussfilm! Es gab jede Menge Spaß beim Kampf zwischen der sympatischen Hauptdarstellerin und ihren Gegnern. Es handelt sich bei You’re next zwar grundsätzlich um einen Home Invasion Film, jedoch hält er noch einige Überraschungen parat. So ein Film ist zudem auch perfekt für das Publikum gestern Abend geeignet gewesen, ich mag spontanen Szenenapplaus. Wertung: 8/10.

Das war es dann wieder einmal für dieses Jahr. Irgendwie schade, aber ich bin auch froh, jetzt wieder zu Hause zu sein. Ein Fazit liefere ich noch nach.

Fantasy Filmfest 2013 – Tag 7

Und da sind wir auch schon wieder am letzten Tag vom FFF dieses Jahr. Irgendwie schade, aber ich freu mich auch schon wieder drauf heute Abend/Nacht nach Hause zu kommen.

Gestern begann der Tag für mich mit 100 Bloody Acres. Der Film handelt von zwei Brüdern, die im ländlichen Australien eine Düngemittelproduktion betreiben, bei der sie Tierkadaver verarbeiten. Eines Tages findet einer der Brüder am Straßenrand einen verunglückten Autofahrer und den beiden fällt auf, dass Menschen viel mehr Kalium enthalten. Wie praktisch, dass da grad ein paar Jugendliche vorbeikommen, die zu einem Festival wollen.
Ein witziger Film mit likeable Charakteren ohne dabei ins Klamaukige abzurutschen. Die australische Landschaft ist sehr schön aufgenommen worden und die Geschichte wird spannend erzählt, ohne sich in die Länge zu ziehen. Wertung 7/10.

Anschließend lief Dark Tourist. Hier geht es um einen Nachtwächter einer Firma, der in seiner Freizeit an die Schauplätze von Verbrechen und insbesondere die Orte, an denen Serienkiller gelebt haben, reist.
Nicht so ganz mein Fall. Ich würde nicht sagen wollen, dass der Film wirklich schlecht war, aber irgendwie hat er bei mir nicht gezündet. Stellenweise bildete sich der Hauptcharakter Personen ein, die mit ihm sprachen, was wie eine weniger gute Fassung von Dexter wirkte und insgesamt brauchte der Film eine gefühlte Ewigkeit, um auf Touren zu kommen und dann fiel er quasi schnell wieder in sich zusammen. Wertung: 4/10.

Danach kam New World. Ein Wirtschaftskrimi/-thriller aus Korea der sich um den Goldmoon Konzern dreht, der in allerlei illegale Machenschaften verwickelt ist. Die Polizei hat nichts Belastbares gegen die Führungsetage, hat aber mehrere Polizisten dort eingeschleust. Als der Vorstandsvorsitzende bei einem Unfall ums Leben kommt, bietet sich die Möglichkeit für die Polizei einen angenehmeren Kandidaten auf den Posten zu bekommen um das Unternehmen endlich zu Fall zu bringen.
Der Film stammt vom gleichen Autor wie I saw the Devil, der glaube ich letztes Jahr beim Festival lief. Auch dieser Film geht wieder recht hart zu Sache, auch wenn nicht so sehr wie bei dem eben genannten. Der Fokus liegt hier mehr auf dem Wirtschaftskrimi-Teil. Die Story ist jedoch ohne Frage spannend und gut erzählt, mir kam der Film allenfalls ein bischen lang vor. Insgesamt gut anzuschauen. Wertung: 6/10.

Daraufhin hab ich mir Odd Thomas angesehen. Hier geht es um den gleichnamigen Hauptcharakter der Tote sehen kann. Diese bitten in Gelegentlich um Hilfe, wenn deren Mörder noch nicht gefasst wurde. Zudem kann er eigenartige Wesen sehen, die den Tod einer Person ankündigen. Eines Tages sieht er eine große Menge dieser Wesen in seiner Stadt und befürchtet eine Katastrophe.Eines meiner Tageshighlights. Die Story errinnerte mich teilweise an The Frighteners, den ich sehr mag und die Effekte waren gut. Dazu noch Willem Dafoe als Polizeichef. Sehr unterhaltsam und originell. Wertung: 8/10.

Als nächstes gab es Cottage Country und den Vorfilm StrAngel. Der Vorfilm war ein Animationsprojekt eines ehemaligen Mitarbeiters von Magna Mana, die für die Introsequenzen mit dem FFF zusammenarbeiten. Es handelte sich dabei um eine Kurzgeschichte von Edgar Allen Poe, bei der es um einen Mann geht, der vom „Angel of the Odd“ seine Überheblichkeit gezeigt bekommt. Inhaltlich fand ich den Film nicht so übermäßig spannend, die Animation war jedoch sehr gut. Positiv anzumerken ist, dass der Film in Hamburg als einziger Stadt in 2D lief, da das Publikum diese Fassung lieber wollte.
Cottage Country war eine Horrorkomödie um ein junges Paar dass zur Hütte der Eltern an einem See fährt. Dort stellen sie dann jedoch fest, dass der Bruder des Mannes ebenfalls mit seiner Freundin dort ist, obwohl er sich nicht für die Hütte angemeldet hat. Die Versuche, ihn loszuwerden eskalieren schließlich ein wenig.
Cottage Country wurde angekündigt als quasi-Fortsetzung von Tucker and Dale vs. Evil, da er eine ähnliche Prämisse und den gleichen Hauptdarsteller hat. Der Vergleich drängt sich auch während des Films auf, jedoch finde ich persönlich Tucker and Dale noch ein Stück weit besser. Hier fand ich zwischendrin, dass die Erzählung etwas auf der Stelle trat. Insgesamt aber trotzdem ein guter Film. Wertung: 6/10.

Als letzter Film lief Tulpa, ein italienischer Giallo-Film. Eine junge Angestellte einer Firma besucht regelmäßig den Sex-Club Tulpa. Nach einer Weile sterben plötzlich mehrere Menschen, mit denen sie dort Kontakt hatte. Nun fürchtet sie um ihr Leben.
Genau das was ich bei diesem Film erwartet hatte. Ein unheimlicher Killer, farblich spannende Aufnahmen und grausame Morde. Tulpa hat alles gehalten, was er verspricht und errinnert stilistisch an Giallo-Klassiker der 70er. Wertung: 7/10.

Fantasy Filmfest 2013 – Tag 6

Montag gab es dann zu Beginn die Wiederholung von Get Shorty, dem Kurzfilmprogramm.

Death of a Shadow
Ein verstorbener Soldat filmt mit einer speziellen Kamera den Todeszeitpunkt von Menschen für einen mysteriösen Auftraggeber. Leider lief der Film im flämischen (?) Original ohne Untertitel, weil diese vergessen wurden. Somit waren die Dialoge nicht gut nachzuvollziehen. Optisch wirklich sehr schön im Steampunkt Stil gehalten war der Film trotzdem nett anzuschauen.

Tumult
Eine Gruppe von verwundeten schottischen Kriegern aus der Vergangenheit trifft in den Highlands auf einen englischen Reisebus und es kommt zu einem Missverständnis. Unterhaltsam und originell.

Fear of Flying
Ein kleiner Vogel hat Angst vorm Fliegen und geht lieber zu Fuss. Allerdings kommt irgendwann der Winter und wie kommt er dann in den Süden? Außerdem ist da noch das böse Eichhörnchen. Niedlichster Beitrag des Jahres, wirklich hübsch und unterhaltsam.

Malaria
Ein Auftragskiller im Wilden Westen hat Probleme mit seinem aktuellen Auftrag. Stilistisch sehr ansprechend gemacht mit Zeichnungen auf Blättern, die herumgeschoben werden und Sprechblasen, die aufklappen. Die Story ansich ist eher nebensächlich und nicht so spannend.

The Man who could not dream
Ein Junge hat sehr lebhafte Träume. Er wächst auf und arbeitet in einem miserablen Job. Irgendwann wird er wegen eines Fehlers von ihm entlassen und will dann seine Träume in die Tat umsetzen. Die Welt wird ihn als Dieb, Brandstifter und Mörder in Erinnerung behalten. Für mich der schwächste Beitrag, die Story fand ich eher mittelmäßig und stilistisch gab es auch nicht viel aufregendes zu sehen.

Bad Penny
Zwei Drogendealer geraten in einem Park mit einem witzigen Typen aneinander. Nett und unterhaltsam aber nichts aufsehenerregendes.

Perfect Drug
Ein paar Kleinkriminelle werden beauftragt, in einem Labor eine Substanz zu stehlen. Man sagt ihnen allerdings nicht, was das ist, was sie da stehlen, nur dass sie das Röhrchen nicht aufmachen sollen. Was sie natürlich doch tun. Ein Belgischer Film in japanischem und albanischem Originalton. Klang schon recht abgedreht und hat es auch gehalten. Wichtig ist: Es gab Tentakel. Tentakel sind immer gut.

Fool’s Day
Mein Highlight: Eine Schulklasse spielt ihrer Lehrerin einen Aprilscherz, der dann recht blutig eskaliert. Wer konnte denn auch ahnen, dass man nicht einfach eine wilde Mischung aus allem Möglichen in den Kaffee schütten darf. Witzige Story, gute Darsteller und professionelle Effekte. Regie hat übrigens Cody Blue Snider geführt, der Sohn von Dee Snider.

Anschließend lief House of Last Things. Eine Teenagerin soll das Haus von einem Ehepaar bewohnen, während dieses für einen längeren Urlaub in Italien ist. Natürlich lässt sie dann ihren heruntergekommenen Freund vorbeikommen und im Haus wohnen und ihren geistig leicht behinderten Bruder ebenfalls. Als ihr Freund versucht das Auto des Ehepaars zu verkaufen und dies nicht klappt bringt er auf dem Rückweg einen kleinen Jungen mit, der offenbar am Supermarkt vergessen wurde. Es plant, für diesen Lösegeld zu fordern. Doch damit fangen die Probleme erst an, denn plötzlich tauchen immer wieder seltsame leuchtende gelbe Luftballons im Haus auf.
Grmpf. Was für ein furchtbar übler Film. Gefühlt drei Stunden lang und langweilig ohne Ende. Jeder der Charaktere wurde mir irgendwann unsympatisch (wenn nicht schon gleich von Beginn an) und sie versuchten sich dann auch noch gegenseitig mit bescheuerten Entscheidungen zu übertreffen. Scary war daran in Etwa garnix und ich bin nur deshalb mit Mühe wachgeblieben, damit ich weiss, wann ich endlich gehen kann. Zudem wurde noch eine relativ überflüssige Geschichte um einen Golfplatz eingeflochten, auf dessen Grund das Haus errichtet wurde. Wertung: 0/10.

Nach diesem Reinfall habe ich mir The Desert angesehen. Eine Frau und zwei Männer haben sich in einem Haus verbarrikadiert, nachdem die Zombie-Apocalypse ausgebrochen ist. Dort haben sie sich mit einem aufwändigen Wasserverteilungssystem, Mikrofonen und Lautsprechern zur Frühwarnung und einem Stromgenerator häuslich eingerichtet. Im Laufe der Zeit entwickeln sich auf Grund der Isoliertheit dann Probleme zwischen den dreien.
Juhu, noch eine Katastrophe. Ich hätte mir wirklich lieber den anderen Film, Drug War, anschauen sollen, denn der soll sogar recht gut gewesen sein. Hier gab es hingegen eine langweilige Story, was bei einer Geschichte in etwa drei bis vier Räumen tödlich ist, blöde, unsympatische Charaktere die dumme Dinge tun und sage und schreibe zwei (oder drei, wenn man es genau nimmt) Zombies, wovon einer direkt am Anfang nach 5 Sekunden Screentime stirbt. Gab es schon irgendwann einmal einen Film in dem es eine gute Idee war, aus irgendeinem Grund einen Zombie in ein gesichertes Haus zu holen und wenn er auch noch so sehr angekettet ist? Wertung: 1/10.

Nach dem zweiten miesen Film des Tages habe ich mir dann Haunter angesehen. Ein Mädchen, Lisa, und ihre Familie scheinen in einer Art Zeitschleife gefangen zu sein, doch dies ist offenbar nur der Tochter bewusst. Den ganzen Tag ist es draußen nebelig und das Telefon funktioniert auch nicht, außerdem repariert ihr Vater schon die ganze Zeit das Auto in der Garage. Irgendwann verändern sich die Abläufe jedoch und Lisa beginnt stimmen aus dem Lüftungsschacht zu hören. Und dann ist da auch noch dieser gruselige Mann von der Telefonfirma.
Hey, ein Lichtblick. An vielen Stellen super-scary und mit einer tollen Hauptdarstellerin. Außerdem gab es David Hewlett (Doctor McKay aus Stargate: Atlantis) in einer Nebenrolle. Die Story war auch in Ordnung, sodass ich den Film insgesamt sehr mochte. Auch wenn ich das Ende nicht ganz so passend fand. Es hätte gereicht nach dem Fade-to-Black den Abspann kommen zu lassen. Wertung: 7/10.

Anschließend kam Welcome to the Jungle. Eine Grafikdesign-Firma fährt zu einem Team-Building-Seminar auf eine einsame Insel in die Wildnis. Leider stürzt der Coach mit einem Tiger eine Klippe hinunter und somit sind die Angestellten auf sich alleingestellt. Dumm nur, dass der Abteilungsleiter unbedingt das Sagen haben will, aber eigentlich keine Ahnung hat.
Witzige Comedy für zwischendurch mit Jean-Claude van Damme in einer Nebenrolle. Wertung: 6/10.

Den Abschluss machte The Human Race. Eine Gruppe von Menschen, deren einzige Gemeinsamkeit offenbar darin besteht, dass sie sich zufällig zur gleichen Zeit im selben Straßenblock befunden haben, findet sich plötzlich in einem abgesperrten Bereich mit verschiedenen Gebäuden und spitzen Wegweiser-Pfeilen wieder, wo jeder von einer Stimme in seinem Kopf darüber informiert wird, dass sie an einem Rennen teilnehmen und jeder der sich nicht an diverse Regeln hält sterben wird. Dies geht dann auch recht schnell und so werden die vormals etwa 80 unfreiwilligen Teilnehmer sehr schnell weniger.
Ein guter und spannender Film zum Abschluss des Tages. Die Hintergründe bleiben über lange Zeit alle ziemlich mysteriös und unklar, der Fokus liegt auf den verschiedenen Charakteren, die sich sehr unterschiedlich verhalten und teilweise miteinander anfreunden. Doch das bleibt natürlich nicht von dauer. Die Aufklärung am Ende hat mir gut gefallen, vor allem, wie der Film zwischendurch eine falsche Fährte legt, als einer der Teilnehmer über den Zaun blickt. Wertung: 8/10.

Fantasy Filmfest 2013 – Tag 5

Tag 5 begann schon recht früh um 12:30 mit dem indischen Film Makkhi. Hier geht da darum, dass ein junger Mann in seine Nachbarin verliebt ist, diese ihn aber völlig ignoriert, obwohl er ihr eigentlich gefällt. Eines Tages beginnt ein Industrieller sich für sie zu interessieren, bemerkt dann aber, dass sie insgeheim ihren Nachbarn mag. Daraufhin bringt er diesen einfach um. Praktischerweise gibt es in Indien jedoch die Wiedergeburt und so kehrt er als Fliege (ind.: Makkhi) zurück um ihn zu terrorisieren und sich an ihm zu rächen.
Normalerweise mache ich um indische Filme nach Möglichkeit einen weiträumigen Bogen. Permanentes Getanze und Gesinge muss ich nicht haben. Hier war allerdings schon der Trailer so unterhaltsam und die Story laut Programmheft so abgedreht, dass ich mir diesen Film anschauen musste. Und er hat mir tatsächlich wirklich gut gefallen.Tanzen hält sich bis auf am Anfang und am Ende weitestgehend in Grenzen und die Story ist spannend. Es macht einfach Spaß der Fliege dabei zuzusehen, wie sie sich immer neue Gemeinheiten ausdenkt und ihr Opfer langsam aber sicher Wahnsinnig werden lässt. Dies ist mal wieder einer dieser Filme auf die ich ohne das FFF niemals gestoßen wäre. Wäre schade drum gewesen. Wertung: 8/10.

Anschließend lief Cheap Thrills. Ein reiches Pärchen trifft in einer Bar einen Typen, der gerade seinen Job verloren hat und dessen kleinkriminellen Schulfreund. Sie trinken zusammen, da die junge Dame am Tisch Geburtstag habe und beginnen mit Wetten auf verschiedenste Mutproben. Da beide Gäste in Geldnot sind machen diese bereitwillig mit und als sich die Party in das Haus des Pärchens verlagert, werden die Wetten immer extremer.
Andere Jahre habe ich es mir zur Grundlage gemacht, dass ich mir die Kurzfilme (Get Shorty) immer direkt in der ersten Vorstellung und nicht in der Wiederholung gucke. Anfangs hatte ich das auch für dieses Jahr so geplant, aber als ich mir Alternative angeschaut habe, musste ich mich dann doch umentscheiden und die Kurzfilme in die Wiederholung verlegen. Cheap Thrills hatte mich schon damit überzeugt, als ich Sara Paxton in der Besetzungsliste fand. Ihre Rolle war klasse und völlig anders als bei den letzten beiden Filmen mit ihr, die ich gesehen habe (The Innkeepers, Shark Night 3D) – ich hab sie hier erst garnicht erkannt. Auch der Film an sich ist klasse und herrlich böse. Die beiden Mittellosen machen bereitwillig bei jeder noch so absurden und gefährlichen Aktion mit und es zeigt sehr schön, wie weit Gier die Leute treibt. Mir kam anschließend eine Fernsehsendung in den Sinn, die vor Jahren mal bei Kalkofes Mattscheibe vorkam. Darin wurden Passanten gegen Geld zu ekligen Mutproben überredet wie z.B. sich in einem Planschbecken mit Gülle übergießen zu lassen. Irgendwie ist der Film nicht so weit von der Realität entfernt wie man das gerne hätte. Wertung: 7/10.

Als drittes kam The Body. Ein spanischer Crime-Thriller, in dem die Leiche einer reichen Geschäftsfreu aus der Pathologie verschwindet. Man erfährt schnell, dass ihr Mann sie umgebracht hat um mit seiner Geliebten zusammen zu sein, die Polizei tappt jedoch immer noch im Dunkeln und geht von einem natürlichen Tod aus. Trotzdem wird der Mann das Gefühl nicht los, dass seine Frau eventuell doch noch lebt und sich nun an ihm rächen will.
Ich hatte erst Zweifel bei diesem Film, da mich die Tatsache, dass er aus Spanien stammt und in der Pathologie spielt irgendwie unterbewusst an einen ziemlich schlechten Film errinnert hat, den ich vor ein paar Jahren gesehen haben, auf den auch die beiden Attribute zutrafen. (Ich glaube, es war Exquisite Corpse beim FFF 2010) – Ansonsten haben die beiden Filme aber definitiv nichts gemeinsam, denn dieser hier ist wirklich klasse. Die meisten Szenen sind ziemlich düster und so ca. jeder Beteiligte schleppt irgendein Geheimnis mit sich herum. Und als Zuschauer rätselt man bis ganz zum Ende was wirklich passiert ist und liegt sehr wahrscheinlich doch falsch. Wertung: 8/10.

Danach war ich dann nur noch in Saal 1. Dort kam zunächst Byzantium, die Geschichte von zwei Vampirinnen, die in Südengland von Stadt zu Stadt ziehen, um nicht aufzufallen. Die beiden geben sich als Schwestern aus, obwohl die ältere der beiden die Mutter der anderen ist. Die Mutter sorgt durch Prostitution für ein Einkommen. Ihre Tochter ist sehr nachdenklich und schreibt ihre Geschichte immer wieder in ein Buch um dann die Seiten im Wind zu verstreuen, da sie diese Geschichte niemandem erzählen kann. Als sie dann in eine neue Stadt kommen, finden sie eine vorerst dauerhafte Bleibe in einem heruntergekommenem Hotel, dem Byzantium.
Ich war zunächst skeptisch, da mein Bedarf an netten, zivilisierten Vampiren in letzter Zeit weitgehend ausreichend gedeckt war. Und doch war ich begeistert von diesem Film. Die Story ist leicht melancholisch aber nicht zu sehr runterziehend und die Besetzung mit Gemma Arterton und Saoirse Ronan war toll. Vor allem die Bilder waren dann auch perfekt für eine derartig große Leinwand geeignet. Eines meiner Festival Highlights. Wertung: 9/10.

Als vorletzter Film kam Sweetwater, ein Western. In einem kleinen Dorf im Südwesten der USA lebt ein mexikanischer Farmer mit seiner Frau. An deren Land grenzt das Land von einem religiösen Prediger, der vor wenig zurückschreckt um seine Ziele zu erreichen. Unter anderem findet er zum Beispiel, dass seine Nachbarn da ein ziemlich schönes Stück Land haben. Als der Farmer dann eines Tages verschwunden ist und nicht mehr nach Hause kommt, zieht seine Frau los um ihn zu suchen. Als sie herausfindet, dass er ermordet wurde, beschließt sie sich, an den Verantwortlichen zu rächen.
Noch so ein Kandidat der durch seine Bilder wirklich für Saal 1 gemacht wurde. Ein richtig guter Western mit einer January Jones als sympatischer Hauptdarstellerin und einigen herrlich seltsamen Charakteren. Schwer unterhaltsam und sehenswert. Wertung 8/10.

Den Abschluss bildete Raze. Eine Gruppe von reichen Leuten die offenbar sonst nichts zu tun hat, sperrt wahllos Frauen in einem unterirdischen Gefängnis ein und lässt diese unter Bedrohung der Leben ihrer Angehörigen auf Leben und Tot gegeneinander kämpfen.
Ein guter Grindhouse-Film mit Zoe Bell als Tagesabschluss. Obwohl über längere Zeit nicht viel mehr passiert, als Frauen die einander kapputthauen, wird es nicht langweilig, weil in den Zwischensequenzen die Charaktere gut differenziert werden und man ein Interesse am Überleben der einen oder anderen entwickelt. Zwar sind einige Stereotypen dabei, aber das stört nicht weiter. Gegen Ende gibt es dann natürlich auch noch den erwarteten Rachefeldzug. Wertung: 7/10.

Fantasy Filmfest 2013 – Tag 4

Samstag begann mit Jug Face, in dem es darum geht, dass eine kleine White Trash Gruppe irgendwo in den Wäldern lebt und eine eigenartige Abhängigkeit von einer Grube im Wald entwickelt hat. Einer der Leute töpfert von Zeit zu Zeit Krüge mit Gesichtern drauf und wer darauf abgebildet ist, muss der Grube geopfert werden. Im Gegenzug heilt die Grube Kranke und kümmert sich auch sonst um die Probleme. (Das klingt irgendwie bescheuerter als es eigentlich wirkte ;) ). Als ein junges Mädchen dann jedoch ihren Krug entdeckt, versteckt sie diesen bevor er gefunden wird und verärgert die Grube damit ziemlich.
Eine, wie schon bemerkt, ziemlich abgedrehte Story. Jedoch wirkte das im Film durchaus stimmig und die Ehrfurcht der Leute vor der Grube hatte etwas quasi-religiöses an sich. Das Ende gefiel mir nicht so besonders und insbesondere die Mutter des Mädchen kam viel zu gut weg. Leider fehlte dem Film so ein bischen eine Aussage, abgesehen von „Opfere der Grube regelmäßig die Leute die sie verlangt und alles wird gut.“. Insgesamt trotzdem sehenswert. Wertung: 6/10.

Anschließend lief Fresh Meat. Ein junges Mädchen kommt vom Internat nach Hause und stellt fest, dass ihre Familie deren Ernährung auf Menschenfleisch umgestellt hat. Parallel dazu befreien einige Kriminelle einen Gefangenen während eines Gefangenentransportes und flüchten mit ihm. Kurz darauf kreuzen sich die Wege, als die Kriminellen in das Haus der Familie flüchten und diese als Geiseln nehmen. Die Dinge werden für alle plötzlich sehr kompliziert, als die Eltern Hunger bekommen und die Tochter die Anführerin der Kriminellen ziemlich niedlich findet.
Schwer unterhaltsamer und gut gemachter Film. Die Handlung spielt fast vollkommen im Haus der Familie und somit kommen nur eine Handvoll Chraktere vor, die viel Zeit zum entwickeln haben. Hegt man anfangs noch größere Sympathien für den Vater der unter seiner viel erfolgreicheren Ehefrau zu leiden hat, so wechselt dies später schlagartig. Die sich entwickelnde Beziehung der Tochter mit der Verbrecherin ist einer der roten Fäden, die sich durch den Film ziehen. Die Effekte sind in Ordnung und an den richtigen Stellen ist passender Humor eingestreut – wenn auch das später stattfindende Abendessen der Familie für mich irgendwie bedrückend und lustig zugleich war. Auf jeden Fall eine positive Überraschung, Wertung: 7/10.

Daraufhin habe ich mir I Declare War angesehen. Eine Gruppe von Kindern spielt mit selbstgebastelten Waffen im Wald Krieg. Wie bei jedem guten Krieg gibt es auch hierbei Regeln an die sich alle zu halten haben. In einer der beiden verfeindeten Gruppen gibt es jedoch bald einen Putsch und einer der vormals Untergebenen übernimmt die Kontrolle. Dieser hat keine Absichten sich an die Regeln zu halten.
Da die Alternative in Love Eternal bestanden hätte, der mich inhaltlich und auch vom Trailer her so überhaupt nicht angesprochen hat, habe ich mir diesen Film angesehen ohne viel zu erwarten. Das Ergebnis war eine durchweg positive Überraschung. Die Handlung war spannend und die Schauspieler waren nicht schlecht. Der Film arbeitete immer wieder mit Bildern aus der Vorstellung der Kinder in denen sich Äste und mit Klebeband umwickelte Hölzer in Pistolen, Gewehre und eine Panzerfaust verwandelten. Der Anführer der „feindlichen“ Gruppe entwickelt während des Films leicht psychopathische Züge und hat mich ein oder zweimal leicht an die Rolle des Colonal Kurtz aus Apocalypse Now errinnert. Wertung 6/10.

Als Nächstes kam In the Name of the Son. Eine tief gläubige Mutter verliert zunächst ihren Ehemann durch einen Unfall und dann ihren Sohn durch Selbstmord, nachdem er ihr von seiner Liebe zu einem Priester erzählt, der zeitweise in deren Haus gewohnt hatte. Nach und nach beginnt ihr Glaube ins Wanken zu geraten und als der örtliche Bischoff ihrem Sohn die Schuld gibt und ihn beleidigt, schlägt sie ihn kurzerhand nieder. Praktischerweise hat er kurz vorher noch eine Mappe mit den Namen von pädophilen Priestern auf den Tisch geworfen…Eine extrem schwarze Komödie/Drama von einem belgischen Regiesseur bei dem er massive Kritik an der Kirche übt. Zentrales Element ist die Radiotalksendung der Mutter, die dort mit Anrufern über deren Sorgen und Probleme spricht und eigentlich nur leere Worthülsen ohne Bedeutung als Antwort gibt. Zudem greift der Film die Wissenschaftsfeindlichkeit und Leugnung von Tatsachen in Form von Kreationismus auf. Es ist faszinierend mit anzusehen, wie der Mutter immer mehr zugemutet wird und nach und nach ihr Weltbild zusammenbricht. In gewisser Hinsicht hatte dies Ähnlichkeit it A Serious Man, in dem einem gläubigen Juden immer mehr negative Dinge passieren und seine Kirche ihm keinerlei Hilfe bietet. Ist in A Serious Man allerdings Resignation und Verzweiflung das Resultat, so ist es hier eine äußerst spannender Rachefeldzug. Der Regisseur war bei der Vorführung anwesend und stand hinterher für ein Q&A zur Verfügung. Der Film lief im belgischen Original und leider waren die englischen Untertitel in der Zeile vertauscht. So stand die untere Zeile oben und umgekehrt. Besser als alle bisherigen Untertitelfehler, aber trotzdem nervig. Der Regisseur meinte vor dem Film, dass Gott ihn ärgern wolle ;) Wertung: 8/10.

Daraufhin lief Aftershock, in dem sich eine Gruppe von Touristen in Chile befindet und dort durch Discos zieht. Nach einem Erdbeben und einer Tsunami-Warnung muss sie dann vor ausgebrochenen Gefangenen flüchten, die marodierend durch die Stadt ziehen.
Der Film wurde von Eli Roth mitgeschrieben und mitproduziert und er spielt selber eine der Rollen. Insgesamt war der Film in Ordnung, wenn auch nicht besonders innovativ. Dies lässt sich auch an der recht kurz zusammenfassbaren Handlung feststellen. Trotzdem wurde die Geschichte spannend erzählt. Wertung: 5/10.

Als letzter Film lief dann Dark Touch. Ein Mädchen verliert ihre Eltern und ihren kleinen Bruder, da immer, wenn sie wenn sie sich fürchtet und weint, die Gegenstände im Haus verrückt spielen und durch die Gegend geschleudert werden. Sie kommt daraufhin vorrübergehend zu Freunden ihrer Eltern die sich gut um sie kümmern, doch plötzlich bewegen sich auch dort Dinge von ganz allein.
Ich war verhältnismäßig müde und nicht mehr besonders aufnahmefähig, was für die Story aber auch nicht wirklich nötig war. Allerdings zündete der Film bei mir nicht so richtig. Ernsthaft gruselig wurde er nicht und die Geschichte entfaltete sich sehr bedächtig und brauchte lange bis sie zum Punkt kam. Einzig die Frage, was nun genau mit dem Mädchen los ist, hat mich davon abgehalten einzuschlafen und die Erklärung am Ende war halbwegs vorhersehbar. Insgesamt annehmbar, muss man aber nicht gesehen haben. Wertung 3/10.