Fantasy Filmfest 2010, Tag 1

Seit heute bin ich endlich mit Daniel wieder in Hamburg beim Fantasy Filmfest. Mein absolutes Jahres-Highlight im Filmbereich und der erste Abend hat auch schon echt Spaß gemacht.

Anreise & Hotel

Die Anreise verlief recht ereignisreich, nachdem wir gegen halb 12 in Diepholz losgefahren sind und unterwegs in Bremen-Oyten bei Daisy’s Diner zu Mittag gegessen haben, sind wir recht schnell in Hamburg gewesen und haben einen erneuten Versuch gestartet, über die Köhlbrandbrücke zu fahren, was wir schon letztes Jahr versucht haben und dieses Jahr bei den Fantasy Filmfest Nights nochmals. Leider ist die Beschilderung in Hamburg äußerst dürftig (zumindest im Hafenbereich), sodass es erst diesmal (wenn auch eher umständlich) geklappt hat.

Als wir dann wieder auf der Autobahn in die Innenstadt waren (Ich muss nicht sagen, dass die Fahrt über die Brücke ein Umweg war und wir genau da wieder auf die Autobahn gefahren sind, wo wir auch runtergefahren sind, oder?!), waren wir auch in kurzer Zeit im Hotel, diesmal das Etap Hotel Hamburg-Altona, anstatt dem sonst gebuchten B&B Hotel. Als wir dort dann kurz die Zimmer bezogen hatten, sind wir direkt wieder losgefahren, um Getränke zu kaufen. Dabei habe ich festgestellt, dass wir hier in nicht all zu großer Entfernung ein E-Center haben, welches Arizona Eistee verkauft. Diesen hatte ich vor einiger Zeit schon bei Gourmondo bestellt und finde ihn extrem lecker. Ich denke, ich nehme nächste Woche erstmal ne Kiste mit nach Hause.

Nachdem wir eingekauft haben sind wir ein wenig durch die Stadt gefahren auf der Suche nach etwas Essbaren – Daniels Vorschlag nach sollte es ein McDonalds sein – bis uns aufgefallen ist, dass es dafür das Einfachste wäre, direkt zum CCH zu fahren (welches die Tiefgarage beherbergt, die direkt am Cinemaxx Dammtor liegt), um dort im Bahnhof Dammtor zu McDonalds zu gehen.

Übrigens: Im CCH hängen wieder Plakate dafür dass Michael Bolton dort irgendwann auftritt. Jeder der Office Space kennt, kann meine Begeisterung über diese Plakate bestimmt nachvollziehen, wenn nicht sogar teilen :)

There was nothing wrong with my name, until I was about 12 years old and that no talent ass clown became famous and started winning Grammys!

Kino

Nach dem Essen gingen wir dann ins Cinemaxx um dort unsere Karten abzuholen. Dieses Jahr gab es wieder ein T-Shirt dazu sowie eine Gratis-Ausgabe der „intro“ (Yay! Die Zeitung wollte ich immer schonmal haben!!! … … ;) ). Eine Weile später wurde Saal 1 dann für den Eröffnungsfilm „The Pack“ geöffnet.

The Pack

*There might be Spoilers ahead*

The Pack ist eine französische Produktion, das Programmheft nennt ihn eine „verwunschene Version eines Backwood-Slashers“, was es ganz gut umreisst. Der Focus ist nicht so sehr auf den Torture-Elementen wie andere jüngere französische Horrorfilme, was aber kein Nachteil sein muss. Es geht hierbei um eine junge Frau, die in einem abgelegenen Gasthaus ihren kurz zuvor mitgenommenen Anhalter verliert. Natürlich macht sie sich auf die Suche nach ihm, was – natürlich – kein allzu gutes Ende nimmt.

Mein erster Eindruck war durchwachsen. Der Film erzählt eine durchaus gut unterhaltende Geschichte und hat auch keine allzugroßen Plotholes, wenn man von üblichen Logikfehlern mal absieht… . Trotzdem hat er mich etwas ratlos zurückgelassen, mit einem Ende was eher wirr daherkommt. Die Geschehnisse aus der zweiten Hälfte wirkten nicht so, als seien diese zuendeüberlegt gewesen und zogen den Gesamteindruck deutlich nach unten. Zwar gab es gegen Ende einen Kampf bei dem sich eine Gruppe in einer einsamen Hütte verbarrikadiert und angegriffen wird, die mich wieder einmal sehr an die entsprechende Szene aus „Birth of a Nation“ errinnert hat, trotzdem haben mich die Geschehnisse nach der Flucht der Hauptperson aus diesem Haus extrem verwirrt und ich weiss nicht, ob es Sinn macht, ernsthaft über das Ende nachzudenken. Momentan tendiere ich zu einer 5/10 für The Pack.

Anzumerken war noch, dass wir leider das Pech hatten neben einer Gruppe von Deppen zu sitzen, welche ich in der Form letztes Jahr nicht erleben musste und auch bei den Nights noch nicht erlebt habe. Diese grölten vor Beginn des Films durch den halben Saal (noch ok), quatschten dann während des Films hörbar (nicht ok) und äußerten dann gegen Ende auch noch lautstark Kommentare (garnicht ok). Schließlich warf einer von ihnen auch noch eine Flasche eine Reihe weiter nach vorne in den Gang, ob unabsichtlich oder nicht will ich hier nun mal nicht unterstellen. Ich hoffe ja, dass mir diese Spezialexperten nicht nochmal begegnen, sowas kann ich garnicht ab.

Red Hill

Red Hill hat mich für den schwachen Eindruck von „The Pack“ weitestgehend entschädigt. Es handelte sich hierbei um einen Australo-Western der in der heutigen Zeit in einem kleinen Ort im australischen Outback spielt. In diesem Ort nimmt ein neuer Polizist seinen Dienst auf und ausgerechnet an seinem ersten Tag bricht ein Schwerverbrecher aus dem Gefängnis aus, der sich an den Leuten in seiner ehemaligen Heimatstadt rächen will.

Ich war von diesem Film sehr gut unterhalten und fasziniert davon, wie gut die Stilelemente des klassischen Western in die moderne Zeit integriert wurden. Vor allem die Rollenverteilung Gut/Böse war gut zu erkennen und auch die Verwendung von Pferden, obwohl jede Menge Autos im Film vorkamen errinnerten sehr an Western, die deutlich früher spielten. Die Laufzeit des Films war für die erzählte Geschichte durchaus angemessen, sodass keine Langeweile aufkam. Lange Zeit blieb auch das Motiv des Verbrechers im unklaren, sodass man zwar etwas ahnte, aber erst recht spät Gewissheit erlangte. Alles in allem hat mir der Film gut unterhalten, wenn er auch nicht so gut war, wie der Film im gleichen Zeitslot letztes Jahr, Red Cliff. (Hey, ist schon wem aufgefallen, dass beide Filme Red Something heißen? Das muss was zu bedeuten haben…) Meine Wertung für diesen Film ist momentan 7/10.

Morgen bzw. heute ist dann der erste Tag mit vollem Programm. Mein Plan umfasst derzeit folgende Filme:

  • The Reeds
  • For the Good of Others
  • The Scouting Book for Boys
  • Monsters
  • Reykjavik Whale Watching Massacre

Ich denke, morgen twittere ich dazu dann auch aus dem Kino, heute war irgendwann während The Pack mein Akku leer :(