Fantasy Filmfest Nights 2014 – Tag 2

Der zweite Tag ist nun auch rum, ich bin inzwischen wieder zu Hause und ich muss sagen, ich bin mit dem Wochenende aus filmischer Sicht durchaus zufrieden.

Wolf Creek 2

Der Tag begann mit Wolf Creek 2. In diesem Film geht es, wie auch schon im ersten Teil um einen unheimlichen Typen, der es im australischen Outback auf Touristen abgesehen hat, die sich, seiner Meinung nach unerlaubt, in seinem Land aufhalten. So dreht sich der zweite Teil zunächst um ein (deutsches!) Urlauber-Pärchen, dass eine Backpacking Tour durch Australien unternimmt und dann dummerweise einen Ausflug zum Wolf Creek Krater plant. Dort treffen sie dann, wie zu erwarten, auf den Einheimischen Mick, der sie informiert, dass man dort nicht campen darf…
Ich mochte den ersten Teil, da der Killer in diesem Film ziemlich charismatisch und wirklich irre ist. Auch im zweiten Teil hat er nichts von seiner Faszination eingebüßt, auch wenn ich glaube, dass der erste Teil noch düsterer war. Im Wesentlichen erfährt man auch nichts wirklich neues, es gibt in erster Linie neue Opfer. Allerdings setzt die Fortsetzung einige neue Impulse, sodass der Film meiner Ansicht nach nicht langweilig wird. Insgesamt in Ordnung, wenn auch kein Must-See. 6/10.

The Green Inferno

Der neue Film von Eli Roth handelt von einer jungen Studentin, die sich einer Öko-Aktivistengruppe anschließt, welche plant in den südamerikanischen Regenwald zu reisen um dort eine Ölfirma am Roden des Urwalds zu hindern. Zunächst scheinen sie Erfolg zu haben und die Firma zieht sich zurück. Auf der Heimreise stürzt jedoch das Flugzeug ab und die Ureinwohner, deren Lebensraum sie zuvor gerettet haben, nehmen sie gefangen. Und wie sich dann herausstellt, handelt es sich bei diesen um Kannibalen.
The Green Inferno ist ein klassicher Kannibalen-Horrorfilm. Zu Anfang noch sehr ruhig und mit schönen Landschaftsbildern, so bricht nach kurzer Zeit bei den Beteiligten das blanke Entsetzen aus, als sie realisieren, dass sie nun auf der Speisekarte der Ureinwohner gelandet sind. Der Film ist deutlich weniger blutig als ich erwartet habe, was aber kein Manko ist. Man sieht eine Menge und was man nicht sieht, kann man sich gut vorstellen. Wer unmengen an Gore erwartet, wird vermutlich enttäuscht, ich fand den Film aber auch ohne sehr gelungen. 7/10

The Returned

Bei The Returned geht es darum, dass die Menschheit nach einer Zombie-Epedemie einen Wirkstoff gefunden hat, mit dem man die Veränderung kurz nach einem Biss noch stoppen kann. Dieser Wirkstoff wird aus bereits verwandelten Zombies gewonnen und muss von den Infizierten täglich eingenommen werden. In der Gesellschaft steigen langsam aber sich allerdings die Anfeindungen und Abneigungen gegen die so genannten „Returned“. Außerdem gibt es Gerüchte, dass das Serum langsam zur Neige geht.
Ein Zombiefilm ohne Zombies aber trotzdem nicht schlecht. Im Wesentlichen ist der Film mehr als Post-Apokalyptisches Szenario zu verstehen und als solches funktioniert er durchaus gut. Auch wenn die zentrale Liebesgeschichte nicht unbedingt hätte sein müssen, hatte der Film durchaus seine Momente und insgesamt war die Story schon recht spannend. Im Anschluss gab es in Hamburg noch ein Q&A, bei dem der Regisseur erzählte, dass er für einige Szenen, die in einer Tiefgarage spielten, er die Auswahl zwischen zwei Orten hatte. Der eine war awful, der andere horrible. Er hätte sich dann für den horrible Ort entschieden ;-) Insgesamt ganz okay, wenn auch kein Highlight. 5/10

Snowpiercer

Den vorletzten Beitrag bildete Snowpiercer. Nach einem missglückten Versuch die globale Erwärmung mit dem Einbringen eines Kältemittels in die Atmosphäre zu stoppen liegt die Erde unter einer dicken Eisschicht. Die verbleibenden Menschen leben in einem Zug, der ewig auf einem Rundkurs vor sich hinfährt. In diesem leben die Menschen in den vorderen Teilen in regelrechtem Luxus, in den hinteren Wagen dicht gedrängt und im Dreck. Eines Tages bahnt sich jedoch eine Rebellion im hinteren Teil an und der Anführer der unteren Schicht versucht den Kopf des Zuges zu erreichen. Doch dazwischen sind zahlreiche Türen und andere Hindernisse.
Der Film war einer der größeren Titel, der auch, glaube ich, komplett ausverkauft war. Für mich war er über weite Strecken unterhaltsam, da die Action permanent auf einem recht hohen Level lag, sodass man sich über Logikfragen nicht allzuviele Gedanken machen musste. An anderer Stelle habe ich bereits Kritik an den CGI Effekten gelesen, diese sind mir nicht so negativ aufgefallen. Insgesamt kein Meisterwerk, aber durchaus brauchbar. 6/10

Witching & Bitching

Den Schluss bildete der neue Film von Alex de la Iglesia, Witching & Bitching. Zu Beginn wird man Zeuge eines Überfalls auf einen Gold-Ankauf, woraufhin die Räuber mit Ihrer Beute an Bord eines Taxis abhauen. Ihr Ziel ist Frankreich, nur dummerweise haben sie nun noch den ursprünglichen Fahrgast des Taxis am Hals. Sie erreichen schließlich eine kleine Stadt an der Grenze zu Frankreich, vor der der Taxifahrer jedoch warnt, da es dort angeblich echte Hexen gäbe. Dies wird als Unsinn abgetan und so sieht man sich kurze Zeit später einer Gruppe von drei Hexen gegenüber, die ganz eigene Pläne mit den Gästen verfolgen.
Was für ein Highlight! Der Film war absolut großartig und genau das was ich mir für einen Abschlussfilm erhofft habe. Sowohl die Besetzung (insbesondere Carolina Bang als Eva) als auch die Story waren klasse und der Film war durchgängig schwer unterhaltsam. Klare Empfehlung (zumal am 25.04. die deutsche Bluray erscheint.) 9/10

Das war es dann auch schon wieder für die Nights dieses Jahr. Zum FFF im September werde ich evtl. in den nächsten Tagen noch ein paar Punkte schreiben. Relativ fest steht allerdings schon, dass ich diese Jahr auf Grund der Ausdehnung auf 12 Tage und der damit zusammenhängenden Preiserhöhung keine Dauerkarte mehr kaufen werde. Vermutlich fahre ich, je nachdem was das Programm hergibt an einem oder zwei Tagen hin und schaue mir dann die Filme an, die in der Zeit laufen, aber das muss ich dann mal sehen.