Fantasy Filmfest 2013 – Tag 4

Samstag begann mit Jug Face, in dem es darum geht, dass eine kleine White Trash Gruppe irgendwo in den Wäldern lebt und eine eigenartige Abhängigkeit von einer Grube im Wald entwickelt hat. Einer der Leute töpfert von Zeit zu Zeit Krüge mit Gesichtern drauf und wer darauf abgebildet ist, muss der Grube geopfert werden. Im Gegenzug heilt die Grube Kranke und kümmert sich auch sonst um die Probleme. (Das klingt irgendwie bescheuerter als es eigentlich wirkte ;) ). Als ein junges Mädchen dann jedoch ihren Krug entdeckt, versteckt sie diesen bevor er gefunden wird und verärgert die Grube damit ziemlich.
Eine, wie schon bemerkt, ziemlich abgedrehte Story. Jedoch wirkte das im Film durchaus stimmig und die Ehrfurcht der Leute vor der Grube hatte etwas quasi-religiöses an sich. Das Ende gefiel mir nicht so besonders und insbesondere die Mutter des Mädchen kam viel zu gut weg. Leider fehlte dem Film so ein bischen eine Aussage, abgesehen von „Opfere der Grube regelmäßig die Leute die sie verlangt und alles wird gut.“. Insgesamt trotzdem sehenswert. Wertung: 6/10.

Anschließend lief Fresh Meat. Ein junges Mädchen kommt vom Internat nach Hause und stellt fest, dass ihre Familie deren Ernährung auf Menschenfleisch umgestellt hat. Parallel dazu befreien einige Kriminelle einen Gefangenen während eines Gefangenentransportes und flüchten mit ihm. Kurz darauf kreuzen sich die Wege, als die Kriminellen in das Haus der Familie flüchten und diese als Geiseln nehmen. Die Dinge werden für alle plötzlich sehr kompliziert, als die Eltern Hunger bekommen und die Tochter die Anführerin der Kriminellen ziemlich niedlich findet.
Schwer unterhaltsamer und gut gemachter Film. Die Handlung spielt fast vollkommen im Haus der Familie und somit kommen nur eine Handvoll Chraktere vor, die viel Zeit zum entwickeln haben. Hegt man anfangs noch größere Sympathien für den Vater der unter seiner viel erfolgreicheren Ehefrau zu leiden hat, so wechselt dies später schlagartig. Die sich entwickelnde Beziehung der Tochter mit der Verbrecherin ist einer der roten Fäden, die sich durch den Film ziehen. Die Effekte sind in Ordnung und an den richtigen Stellen ist passender Humor eingestreut – wenn auch das später stattfindende Abendessen der Familie für mich irgendwie bedrückend und lustig zugleich war. Auf jeden Fall eine positive Überraschung, Wertung: 7/10.

Daraufhin habe ich mir I Declare War angesehen. Eine Gruppe von Kindern spielt mit selbstgebastelten Waffen im Wald Krieg. Wie bei jedem guten Krieg gibt es auch hierbei Regeln an die sich alle zu halten haben. In einer der beiden verfeindeten Gruppen gibt es jedoch bald einen Putsch und einer der vormals Untergebenen übernimmt die Kontrolle. Dieser hat keine Absichten sich an die Regeln zu halten.
Da die Alternative in Love Eternal bestanden hätte, der mich inhaltlich und auch vom Trailer her so überhaupt nicht angesprochen hat, habe ich mir diesen Film angesehen ohne viel zu erwarten. Das Ergebnis war eine durchweg positive Überraschung. Die Handlung war spannend und die Schauspieler waren nicht schlecht. Der Film arbeitete immer wieder mit Bildern aus der Vorstellung der Kinder in denen sich Äste und mit Klebeband umwickelte Hölzer in Pistolen, Gewehre und eine Panzerfaust verwandelten. Der Anführer der „feindlichen“ Gruppe entwickelt während des Films leicht psychopathische Züge und hat mich ein oder zweimal leicht an die Rolle des Colonal Kurtz aus Apocalypse Now errinnert. Wertung 6/10.

Als Nächstes kam In the Name of the Son. Eine tief gläubige Mutter verliert zunächst ihren Ehemann durch einen Unfall und dann ihren Sohn durch Selbstmord, nachdem er ihr von seiner Liebe zu einem Priester erzählt, der zeitweise in deren Haus gewohnt hatte. Nach und nach beginnt ihr Glaube ins Wanken zu geraten und als der örtliche Bischoff ihrem Sohn die Schuld gibt und ihn beleidigt, schlägt sie ihn kurzerhand nieder. Praktischerweise hat er kurz vorher noch eine Mappe mit den Namen von pädophilen Priestern auf den Tisch geworfen…Eine extrem schwarze Komödie/Drama von einem belgischen Regiesseur bei dem er massive Kritik an der Kirche übt. Zentrales Element ist die Radiotalksendung der Mutter, die dort mit Anrufern über deren Sorgen und Probleme spricht und eigentlich nur leere Worthülsen ohne Bedeutung als Antwort gibt. Zudem greift der Film die Wissenschaftsfeindlichkeit und Leugnung von Tatsachen in Form von Kreationismus auf. Es ist faszinierend mit anzusehen, wie der Mutter immer mehr zugemutet wird und nach und nach ihr Weltbild zusammenbricht. In gewisser Hinsicht hatte dies Ähnlichkeit it A Serious Man, in dem einem gläubigen Juden immer mehr negative Dinge passieren und seine Kirche ihm keinerlei Hilfe bietet. Ist in A Serious Man allerdings Resignation und Verzweiflung das Resultat, so ist es hier eine äußerst spannender Rachefeldzug. Der Regisseur war bei der Vorführung anwesend und stand hinterher für ein Q&A zur Verfügung. Der Film lief im belgischen Original und leider waren die englischen Untertitel in der Zeile vertauscht. So stand die untere Zeile oben und umgekehrt. Besser als alle bisherigen Untertitelfehler, aber trotzdem nervig. Der Regisseur meinte vor dem Film, dass Gott ihn ärgern wolle ;) Wertung: 8/10.

Daraufhin lief Aftershock, in dem sich eine Gruppe von Touristen in Chile befindet und dort durch Discos zieht. Nach einem Erdbeben und einer Tsunami-Warnung muss sie dann vor ausgebrochenen Gefangenen flüchten, die marodierend durch die Stadt ziehen.
Der Film wurde von Eli Roth mitgeschrieben und mitproduziert und er spielt selber eine der Rollen. Insgesamt war der Film in Ordnung, wenn auch nicht besonders innovativ. Dies lässt sich auch an der recht kurz zusammenfassbaren Handlung feststellen. Trotzdem wurde die Geschichte spannend erzählt. Wertung: 5/10.

Als letzter Film lief dann Dark Touch. Ein Mädchen verliert ihre Eltern und ihren kleinen Bruder, da immer, wenn sie wenn sie sich fürchtet und weint, die Gegenstände im Haus verrückt spielen und durch die Gegend geschleudert werden. Sie kommt daraufhin vorrübergehend zu Freunden ihrer Eltern die sich gut um sie kümmern, doch plötzlich bewegen sich auch dort Dinge von ganz allein.
Ich war verhältnismäßig müde und nicht mehr besonders aufnahmefähig, was für die Story aber auch nicht wirklich nötig war. Allerdings zündete der Film bei mir nicht so richtig. Ernsthaft gruselig wurde er nicht und die Geschichte entfaltete sich sehr bedächtig und brauchte lange bis sie zum Punkt kam. Einzig die Frage, was nun genau mit dem Mädchen los ist, hat mich davon abgehalten einzuschlafen und die Erklärung am Ende war halbwegs vorhersehbar. Insgesamt annehmbar, muss man aber nicht gesehen haben. Wertung 3/10.

Fantasy Filmfest 2013 – Tag 3

Am dritten Tag ging es los mit Zombie Hunter – der Titel erzählt bereits das Wesentliche. Ein ziemlicher Badass fährt mit seinem Muscle Car durch die Wüste und tötet unterwegs Zombies. Irgendwann trifft er – unfreiwillig – auf weitere Überlebende, die sich in einer alten Fabrik verschanzt haben.
Eigentlich braucht man außer dem Titel wirklich nicht viel mehr über den Film wissen – außer vielleicht, dass Danny Trejo drin vorkommt. Der Film nimmt sich absolut nicht ernst und alle Charaktere sind so stereotyp und überzeichnet, wie man sich nur vorstellen kann. Die Zombies sind ganz nett und es gibt große Super-Zombies als CGI. Insgesamt ganz okayer Film für zwischendurch. Wertung 4/10.

Anschließend habe ich Vanishing Waves gesehen, da mich die Alternative – Nordvest – so garnicht angesprochen hat. Vanishing Waves der Beschreibung nach zwar auch nicht so sehr, aber immerhin etwas. Es geht hierbei um ein Experiment, bei dem ein Wissenschaftler eine Versuchsperson mit dem Gehirn einer Komapatientin verbindet, was sich dann optisch wie eine Art „Virtuelle Welt“ darstellt, die überwiegend aus dem Strand und einem Holzhaus besteht. Jedoch baut die Versuchsperson eine starke emotionale Bindung zu der Komapatientin auf und verschweigt das Ergebnis dem Versuchsleiter.
Ein extrem arthousiger und langatmiger Film. Die Grundidee ist ganz nett und für einen Film aus Litauen auch optisch sehr ansprechend umgesetzt – jedoch ist die Erzählung so unfassbar in die Länge gezogen, dass sich das Ganze wie ein Kaugummi hinzieht. Der Höhepunkt war kurz vor dem Ende, wo innerhalb der „Virtuellen Welt“ der Protagonist der Komapatientin im Halbdunkel hinterherläuft – gefühlte fünf Minuten lang. Definitiv nicht mein Fall. Wertung 2/10.

Daraufhin habe ich mir The Battery angeschaut. Ich hatte zunächst geplant, A Field in England zu gucken, mich jedoch umentschieden, nachdem mir klar wurde, dass man den in UK bereits als Bluray bekommt. The Battery handelt von zwei Mitgliedern eines Baseball-Teams, die nach der Zombieapokalypse alleine durch die Welt laufen und versuchen zu überleben. Hierbei liegt der Schwerpunkt wesentlich weniger auf Zombies als auf der Beziehung der beiden Charaktere, die vor dem Ausbruch nur wenig mit einander zu tun hatten.
Bie diesem Film handelt es sich um eine Low-Budget Indie Produktion, die jedoch handwerklich sehr professionell aussieht. Die Dialoge, die einen Großteil des Films ausmachen, sind stimmig und auch die Charaktere sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Problem bekommt der Film dann allerdings gegen Ende, als die beiden in einem Auto von Zombies umzingelt und dort eine lange Zeit eingeschlossen sind. Dies ist zeitlich zu überdehnt und wird irgendwann relativ langweilig. Außerdem wird im Laufe der Handlung eine geheimnisvolle andere Gruppe Überlebender eingeführt, die dann jedoch in der Story kaum Verwendung findet und deren späterer Anteil an der Handlung ebenso durch eine Gruppe Straßenräuber ausgetauscht werden hätte können. Insgesamt jedoch ein solides Erstlingswerk. Wertung 6/10.

Danach habe ich Devil’s Pass gesehen. Dieser Mockumentary-Found-Footage-Film handelt von einer Gruppe amerikanischer Studenten, die den real stattgefundenen Dyatlov Pass Incident untersuchen wollen, bei der eine Gruppe russischer Wanderer im Ural in den 50er Jahren unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Hierzu brechen die Studenten selber in das Gebirge auf um die Stelle aufzusuchen, an der sich das Unglück zugetragen hat. Dort finden sie dann jedoch mehr als sie erwartet haben.
Die Prämisse fand ich sehr spannend – einen real existierenden Vorfall im Stil eines Mockumentaries aufzuklären. Das hatte mich letztes Jahr auch ursprünglich an Yellow Brick Road fasziniert, der dann jedoch im Nachhinein vollkommen furchtbar war. Hier hat mir das Ergebnis jedoch ganz gut gefallen. Die Studenten benehmen sich auch nicht vollkommen dämlich, wie man es vielleicht erwarten könnte, wenn eine Gruppe junger Amerikaner nach Russland reist. Die Aufklärung des Rätsels war dann allenfalls ein bischen zu übertrieben, als dass es wirklich glaubwürdig wäre. Insgesamt war ich aber schon ganz angetan. Wertung 7/10. Anmerkung: Der parallel gelaufene Pawn Shop Chronicles soll nach mehreren unabhängigen Aussagen übrigens auch sehr gut gewesen sein. Und die US-Bluray kommt in ein paar Tagen raus ;-)

Als vorletzten Film habe ich mir Siberian Education angeschaut, da parallel Lords of Salem lief, den ich schon kannte. Hierbei geht es um das Leben innerhalb eines Dorfes zwangsumgesiedelter Menschen aus Sibirien in Südrussland (wo es trotzdem schneit.) Der Film begleitet einen Jungen bzw. später Mann in seinem Leben, wo er bereits früh von seinem Großvater damit konfrontiert wird, das Gewalt gegen Polizei, Militär, Beamte und Banker in Ordnung sei, da diese für das Elend der Leute verantwortlich seien. Außerdem vermittelt er ihm wichtige Grundsätze ihrer Lebensart, wie unter anderem, dass kein Geld im Haus aufbewahrt werden darf und die strikte Ablehnung von Drogen. Als der beste Freund des Jungen bei einem Überfall auf einen Militärtransport verhaftet wird und Jahre später wiederkommt, hat sich dieser stark verändert.
Bei Siberian Education hatte ich zunächst Bedenken, dass er zu sehr in eine Art Jugend-Sozialdrama abdriftet, jedoch war es insgesamt eine spannende Geschichte mit tollen Darstellern. Der Großvater des Jungen wurde von John Malkovich gespielt und war perfekt für diese Rolle. Der Film erzählt die Geschichte vollkommen nichtlinear und springt zwischen den einzelnen Lebensabschnitten hin und her und vermittelt so einen Zusammenhang zwischen Geschehnissen in der Vergangenheit und der Gegenwart. Ein durchaus sehenswerter Film, auch wenn ich mir nicht ganz darüber im Klaren bin, wie er in das Festivalprogramm hineinpasst. Wertung 7/10.

Als Abschluss des Tages lief dann in der Midnight Madness Sektion Frankenstein’s Army. Eine Gruppe von russischen Soldaten dringt gegen Ende des zweiten Weltkrieges in deutsches Territorium vor auf der Suche nach einer verloren gegangenen Einheit. Hierbei stoßen sie auf ein Dorf in dem ein gewisser Doktor Frankenstein in einer alten Fabrik für die Nazis Supersoldaten aus Menschen und Maschinenteilen zusammenbastelt.
Die Niederländer kommen immer wieder auf super-abstruse Ideen. Ich habe selten so schön-absurde Monster gesehen wie in diesem Film, in dem die Deutschen dann auch noch so typische Namen wie Hans und Fritz haben. Ein großes Manko ist leider wie so oft der übertriebene Einsatz der Shaky-Cam, wegen der man die Monster kaum in Ruhe betrachten kann. Außerdem braucht der Film eine ganze Weile, bis er in Fahrt kommt. Wertung (wegen der Monster): 5/10.

Fantasy Filmfest 2013 – Tag 2

Am zweiten Tag gab es zunächst Banshee Chapter, der sich mit den MK-Ultra Experimenten der CIA in den 70er Jahren befasste, die mit Hilfe von Drogen übersinnliche Fähigkeiten untersuchen sollten.
Im Film folgt man einer jungen Journalistin, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Studienfreund ist. Dieser hatte sich in seiner Freizeit mit diesen Experimenten beschäftigt und eine Probe der verwendeten Droge auftreiben können. Nachdem er diese genommen hatte und sich dabei von einem Freund hat filmen lassen, verschwand er kurze Zeit später. Zurück blieb nur ein verstörendes Video. Bei ihren Nachforschungen stößt sie dann unter anderem auf einen Autor, mit dem ihr Freund in Kontakt stand, der mehr zu wissen scheint.
Ein ganz netter Film für den Nachmittag. Ich bin mit keiner besonderen Erwartung in den Film gegangen und wurde eher positiv überrascht. Die Story war nicht so vorhersehbar, wie ich befürchtet hatte. Besonders gefallen hat mir dann später, als der Autor auf eine Lovecraft-Story hinwies, bei der ähnliches passierte („From Beyond„). Ich vermute, dass der Film diese auch als Vorbild oder zumindest Referenz hatte. Insgesamt bin ich gut unterhalten worden. Witzig war, dass einer der Produzenten „überraschend“ als Gast anwesend war. Er begrüßte dann das Publikum, bedankte sich für die Anwesenheit und kündigte an, dass man ihm nach dem Film Fragen stellen könnte. Der Großteil des Publikum blieb dann nach dem Film sitzen um dann festzustellen, dass niemand mehr wiederkam. Entweder hatte er keine Lust mehr oder er meinte, draußen auf dem Flur. Aber auch dort habe ich ihn spontan nicht mehr gefunden. Wertung 5/10.

Dann kam The Complex, eine japanischer Ghoststory in einem heruntergekommenen Wohnblock. Ein junges Mädchen und ihre Familie sind dort eingezogen und kurz darauf hört sie nachts Geräuche in der Nachbarwohnung. Zudem klingelt dort um halb 6 morgens ein Wecker. Dies wiederholt sich einige Tage lang, bis sie eines Abends nachschauen geht und einen alten Mann tot in der Wohnung findet. Daraufhin passieren ihr vermehrt gruselige Dinge und sie vermutet, dass der Tot des alten Mannes damit zu tun haben könnte.
Ein eher schwächerer Beitrag, insgesamt zwar okay, aber verhältnismäßig vorhersehbar und etwas zu langatmig erzählt. Mir kam als Vergleich Dark Water in den Sinn, der in einem ähnlichen Setting deutlich mehr Spannung erzeugte. Trotzdem gab es einige schöne Effekte und ein paar ziemlich gruselige Momente. Allerdings verpasst man auch nichts, wenn man ihn nicht sieht. Wertung 4/10.

Anschließend lief Europa Report, auf den ich mich schon lange im Vorfeld gefreut hatte, seit ich vor einiger Zeit auf den Trailer gestoßen bin. Hierbei geht es um eine bemannte Mission zum Jupiter-Mond Europa. Dieser hat eine Dicke Schicht aus Wassereis an seiner Oberfläche und darunter einen relativ großen Ozean und so wird (auch in der Realität) vermutet, dass sich dort Spuren von Leben finden lassen könnten.
Ein privatwirtschaftliches Unternehmen stellt nun eine internationale Crew zusammen und schickt diese an Bord der Europa One auf den Weg um einen Nachweis zu finden, dass dort Leben existiert oder existiert hat. An Bord befinden sich eine Menge Kameras, so dass die Crew und alles was an Bord passiert aufgezeichnet wird. Der erste Zwischenfall tritt auf, als die Kommunikation mit der Erde auf Grund eines Strahlungsanstieges ausfällt und die Crew plötzlich auf sich allein gestellt ist.
Ich war sehr gespannt auf diesen Film, da er sich mit konkreten, real existierenden wissenschaftlichen Fragestellungen befasst. Die Grundannahme, dass auf Europa Leben existieren könnte, existiert in der Tat. Der Trailer versprach zudem, dass man sich nah an der Realität orientiert. Das Schiff und die Mission ansich machten den Eindruck, dass dies tatsächlich so stattfinden könnte. Dies fängt damit an, dass das Schiff im Orbit zusammengesetzt wird und die Astronauten mit einer zusätzlichen Kapsel später andocken und wird damit fortgesetzt, dass rotierende Ausleger künstliche Schwerkraft liefern. Ich mag diesen Ansatz, SciFi nah an der existierenden Realität zu orientieren, wie das in gewissem Maße bei Moon und in höherem Maße bei Apollo 18 der Fall war. Die Umsetzung hat mich dann wirklich fasziniert. Der Film wirkte wie die zusammengefasste Erfahrung einer echten Mission über Monate zuzuschauen und die Perspektive der fest installierten Kameras im Schiff war ein schöner Kompromiss zwischen Shaky-Cam Found Footage und echten Filmaufnahmen mit der Kamera aus einer dritten Perspektive. Inhaltlich war der Film packend und stimmig inszeniert, auch wenn es einige Ungenauigkeiten und Logikfehler gab, die aber keine wirklich negative Wirkung entfalteten. Wertung 9/10.

Daraufhin kam Blancanieves, eine spanische schwarz-weisse Stummfilm-Adaption von Schneewittchen. Bei der Geburt der Tochter eines Torreros, stirbt die Mutter. Der Torrero selber ist durch einen Unfall gelähmt und heiratet später die Krankenschwester, die ihn lange Zeit gepflegt hat. Seine Tochter wird von ihrer Großmutter aufgezogen. Als diese plötzlich stirbt, muss sie zu ihrem Vater ziehen, den sie kaum gesehen hat.
Ich muss zugeben, dass ich schwer neugierig war. Dieser Film klang schon ziemlich experimentell und ich wurde durchaus positiv überrascht. Auch wenn sich die Erzählung viel Zeit lässt, war das Ergebnis insgesamt keineswegs langweilig. Die Musikuntermalung war treffend gewählt und die Texttafeln halfen bei den wenigen Dialogen. Die Story war, auch wenn man Schneewittchen bereits in dutzenden Variationen kennt, interessant aufbereitet und das Setting im Spanien des frühen 20. Jahrhunderts war mal etwas neues. Wertung 7/10.

Den Abschluss des Tages bildete Hatchet III. Dieser knüpft nahtlos an den Vorgänger Hatches II an und erzählt die Story von Marybeth und Victor Crowley weiter und bildet den Abschluss der Geschichte. Nachdem in Teil II alle Mitglieder der Expedition ums leben gekommen sind und nur Marybeth überlebt hat, muss sie sich zu Beginn dieses Teils nochmals mit Victor Crowley auseinandersetzen, da dieser natürlich nicht tot ist. Hierbei geht es extrem ruppig und gory zur Sache und am Ende zieht sie mit seinem Kopf und einem Gewehr davon und sucht die nächste Polizeiwache auf, wo ihr natürlich keiner glaubt. Sie wird verhaftet und ein Team von Polizisten und Forensikern wird in den Sumpf geschickt um ihre Geschichte zu bestätigen. Das dieses Team nicht unbedingt vollständig zurückkommt, ist vermutlich wenig überraschend.
Ein Highlight auf dass ich mich auch schon länger gefreut habe. Die beiden ersten Teile von Hatchet habe ich erst vor kurzem wieder gesehen und ich mag beide sehr. Die Filme sind eine schöne Hommage an die Slasher der 80er und sind wirklich unterhaltsam und gut gemacht. Zudem ist Danielle Harris eine tolle Hauptdarstellerin. In Teil 3 gab es dann diesmal auch ein paar Auftritte von anderen bekannten Horror-Darstellern. Adam Green hat hier wieder einen großartigen Film produziert, der, auch wenn er diesmal nicht Regie geführt hat und „nur“ das Buch geschrieben hat, super unterhalten hat. Wertung 8/10.

Heute geht es dann weiter mit:

  • Zombie Hunters
  • Vanishing Waves
  • The Battery
  • Devil’s Pass
  • Siberian Education
  • und Frankenstein’s Army

Fantasy Filmfest 2013 – Tag 1

Auch dieses Jahr hat es mich wieder nach Hamburg zum Fantasy Filmfest verschlagen. Die Anreise verlief gut und – abgesehen vom obligatorischen Mittagessen bei Daisy’s Diner an der A1 wenig ereignisreich.
Der erste Tag ist auch schon rum und hier wie immer ein paar kurze Notizen zu den Filmen, die ich gesehen habe:

The Congress

Der Eröffnungsfilm dieses Jahr war „The Congress“ von Ari Folman, dem Regisseur des ebenfalls auf dem FFF gezeigten Waltz with Bashir (den ich allerdings noch nicht gesehen habe).
Der Film spielt in der nahen Zukunft und handelt von der Schauspielerin Robin Wright (gespielt von Robin Wright), die sich auf dem absteigenden Ast befindet und kaum noch Rollenangebote erhält. Der technische Fortschritt ermöglicht es jedoch inzwischen, Schauspieler digital zu samplen und diese dann in beliebigen Filmen auftreten zu lassen. Genau das bietet der Boss eines Filmstudios (großartiger Name: Miramount) ihrem Agenten bzw. ihr an. Sie lehnt zunächst ab, entscheidet sich dann jedoch dafür und tritt im gleichen Zuge das Recht an ihrem Aussehen in Filmen, Theaterstücken usw. an das Studio ab.
Jahre später wird sie dann vom gleichen Studio auf einen Kongress eingeladen, der die nächste Stufe in der Unterhaltungsindustrie einleiten soll.

Der Film ist eine Adaption von „Der futurologische Kongress“ von Stanislaw Lem. Ich habe die Geschichte nicht gelesen und habe mir daher eine Zusammenfassung angeschaut – inhaltlich ist der Film nah am Original, wenn auch der Hintergrund ein wenig verändert wurde.
Es handelt sich um eine Mischung aus Realfilm und Animation. Der oben geschilderte erste Teil ist in Realfilm gedreht worden, der Kongress findet in einer, im Film genannten „komplett animierten Zone“ statt.

Handwerklich ist der Film gut gemacht – die Animation ist auf hohem Niveau und auch die Realfilmteile haben mir insbesondere durch die Ausstattung gut gefallen – der Sample-Vorgang und die Büros und Flure von Miramount sahen klasse aus. Ebenso die Aufnahmen auf dem Flughafen Tempelhof in Berlin. Inhaltlich sehe ich das jedoch etwas differenzierter. Die ersten beiden Drittel haben mir gut gefallen und ich war angenehm überrascht, da ich mir von dem Film im Vorfeld kein richtiges Bild machen konnte. Das letzte Drittel driftete dann jedoch sehr in eine Psycho-Richtung ab, die ich nicht mochte (auch wenn sie der Vorlage möglicherweise gerecht wurde) und auch das Ende gefiel mir nicht besonders. Im Anschluss habe ich vor dem Saal ebenfalls gemischte Meinungen gehört – sowohl sehr positive als auch komplette Verrisse.

Am Ende des Films gab es noch ein Q&A mit dem Regisseur. Hier ging es hauptsächlich um Fragen zur Produktion und dem Film ansich, weniger zur Handlung. Hervorzuheben ist hier die Anekdote, dass die Agentin des Regisseurs für den Amerikanischen Markt ebenfalls Tom Cruise vertritt, der im animierten Teil einen namentlich nicht genannten Cameo hat (und den ich für George Clooney gehalten habe – nicht als einziger!). Darauf angesprochen, was er davon hält falls er sich sieht, hätte sie gemeint, dass er sich überhaupt nicht erkennen würde.

Insgesamt meiner Meinung nach kein schlechter Film, evtl. muss ich mir den nochmal in Ruhe mit etwas zeitlichem Abstand anschauen. Verglichen mit Sightseers, dem Eröffnungsfilm des letzten Jahres, allerdings deutlich schwächer. Wertung: 5/10.

Big Ass Spider!

Im Anschluss dann ein Fun Film ohne Anspruch – und was für einer. Der Exterminator (gehts mir eigentlich alleine so, dass ich bei dem Wort an Daleks denke?) Alex wird bei seinem Job von einer Spinne gebissen und lässt sich im Krankenhaus behandeln. Zeitgleich wird dort eine Leiche hingebracht, die offenbar von einer recht großen Spinne getötet wurde. Wie praktisch, dass Alex im Haus ist, darum kann er sich ja gleich im Gegenzug für seine Krankenhausrechnung kümmern. Bevor er jedoch die Gelegenheit hat, das Tier zu fangen, rückt das Militär mit einem Wissenschaftler im Schlepptau an, die scheinbar irgendetwas damit zu tun zu haben scheinen. Alex gibt jedoch nicht auf und nimmt mit dem mexikanischen Krankenhaus-Security-Mann die Jagd auf.

Einfach nur großartiger Creature Horror mit hohem Trash Faktor. Im Gegensatz zu „Spiders“ nimmt sich dieser Film absolut nicht ernst, bietet jedoch eine toll animierte Spinne, einen großartig besetzten Army-Offizier (Ray Wise!) und ein sympatisches Hauptdarsteller-Duo. Simple Unterhaltung ohne großen Anspruch. Für mich in etwa in der gleichen Kategorie einzuordnen wie Alexandre Aja’s Piranha (3D). Wertung: 7/10.

Heute gehts dann weiter mit den folgenden Filmen:

  • Banshee Chapter
  • The Complex
  • Europa Report
  • Blancanieves
  • und schließlich lang erwartet: Hatchet III! :)