Fantasy Filmfest 2013 – Tag 8

Der letzte Tag begann mit The Philosophers. Eine Gruppe von Philosophie-Studenten macht mit ihrem Lehrer ein Gedankenexperiment: In Anbetracht der drohenden Auslöschung durch die nukleare Apokalypse muss die 21-köpfige Gruppe 10 von ihnen auswählen, die in einen Bunker dürfen. Hierfür werden ihnen Rollen zugeteilt und die Schüler müssen nun entscheiden, wer den meisten Wert für die Gruppe besitzt.
Die Prämisse klang schon recht vielversprechend, wenn auch fraglich war, was der Film nun draus macht, da es sich ja nur um Insgesamt war ich sehr positiv überrascht. Das Gedankenexperiment wird im Film entsprechend visualisiert und der Bunker sieht äußerst gut aus. Die Geschichte wird spannend erzählt und es entwickelt sich mit der Zeit ein Machtspielchen zwischen den Studenten und ihrem Lehrer. Definitiv sehenswert. Wertung: 7/10.

Anschließend lief Three-60. Ein spanischer Crime-Thriller, in dem ein junger Mann im Haus seiner Eltern Fotos findet, die der Vorbesitzer dort zurückgelassen hat. Diese Fotos scheinen im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines besten Freundes zehn Jahre zu vor zu stehen. Als die Polizei tatenlos bleibt, beginnt er eigene Nachforschungen anzustellen.
Eigentlich mag ich solche Filme ja. Ein mysteriöser Fall und ein unklarer Zusammenhang, der am Ende dann gelöst wird. Hier verschenkte der Film jedoch das Meiste seines Potentials. Die Verkettung der Hinweise basiert mehr auf Zufall als auf richtigen Ermittlungen und die Logikfehler tun teilweise schon weh. Erstens gibt es glaube ich nirgendwo auf der Welt Lüftungsschächte die so stabil aufgehängt sind, dass man darin herumkrabbeln kann ohne dass diese von der Decke krachen und zweitens macht das darin Herumkrabbeln definitiv Lärm, den ein eventueller Beobachter mit Sicherheit mitkriegt. Das Ende fand ich zudem reichlich kitschig. Wertung 4/10.

Daraufhin habe ich Come out and Play gesehen. Ein Paar fährt auf eine Insel, die man nur mit einem Motorboot erreichen kann. Dort sind alle Kinder wahnsinnig geworden und haben die Erwachsenen getötet. Es dauert jedoch eine ganze Zeit, bis die beiden das bemerken.
Ich bin unschlüssig. Einerseits hält der Film eine hohe Spannung über lange Zeit aufrecht. Andererseits stellen sich die beiden Hauptcharaktere auch oftmals so strunzdämlich an, dass man sich schon wünscht, dass die Kinder endlich reinkommen. Die Effekte sind gut und das Ende schön böse. Gut gefallen hat mir der Look des Films, viele helle Aufnahmen bei Tageslicht, die trotzdem eine Bedrohung ausstrahlen. Insgesamt ganz in Ordnung. Wertung: 5/10.

Den vorletzten Film stellte Big Bad Wolves dar. Ein Mädchen verschindet beim Versteckenspielen und die Polizei ist ratlos. Es gibt einen Verdächtigen, doch man kann ihm nichts nachweisen. Die Leiche des Mädchens taucht nach einem anonymen Hinweis in einem Waldstück auf, doch ihr Kopf fehlt. Schließlich nimmt der Vater des Mädchens die Sache selbst in die Hand und kidnappt den Verdächtigen um ihn zu einem Geständnis zu bewegen.
Der neue Film der beiden israelischen Regisseure von Rabies. Diesmal ist es ein sehr böser Revenge-Thriller mit wahnsinnig gut gecasteten, charismatischen Schauspielern. Die Story ist leider ein wenig zu linear geraten und es gibt kaum Überraschungen. Jedoch ist der Mix aus ernsten Folterszenen und zwischenzeitlicher Situationskomik gut gelungen um einen spannenden Film zu schaffen. Wertung: 7/10.

Der Abschlussfilm war dieses Jahr You’re Next. Eine Familie trifft sich zum Hochzeitstag der Eltern in deren Wochenendhaus. Die Kinder haben ihre jeweiligen Partner mitgebracht. Als sich alle zum Essen zusammengesetzt haben und der erste Streit ausgebrochen ist, greifen unbekannte Attentäter das Haus an und es gibt den ersten Toten.
Ein toller Abschlussfilm! Es gab jede Menge Spaß beim Kampf zwischen der sympatischen Hauptdarstellerin und ihren Gegnern. Es handelt sich bei You’re next zwar grundsätzlich um einen Home Invasion Film, jedoch hält er noch einige Überraschungen parat. So ein Film ist zudem auch perfekt für das Publikum gestern Abend geeignet gewesen, ich mag spontanen Szenenapplaus. Wertung: 8/10.

Das war es dann wieder einmal für dieses Jahr. Irgendwie schade, aber ich bin auch froh, jetzt wieder zu Hause zu sein. Ein Fazit liefere ich noch nach.