Fantasy Filmfest 2013 – Tag 7

Und da sind wir auch schon wieder am letzten Tag vom FFF dieses Jahr. Irgendwie schade, aber ich freu mich auch schon wieder drauf heute Abend/Nacht nach Hause zu kommen.

Gestern begann der Tag für mich mit 100 Bloody Acres. Der Film handelt von zwei Brüdern, die im ländlichen Australien eine Düngemittelproduktion betreiben, bei der sie Tierkadaver verarbeiten. Eines Tages findet einer der Brüder am Straßenrand einen verunglückten Autofahrer und den beiden fällt auf, dass Menschen viel mehr Kalium enthalten. Wie praktisch, dass da grad ein paar Jugendliche vorbeikommen, die zu einem Festival wollen.
Ein witziger Film mit likeable Charakteren ohne dabei ins Klamaukige abzurutschen. Die australische Landschaft ist sehr schön aufgenommen worden und die Geschichte wird spannend erzählt, ohne sich in die Länge zu ziehen. Wertung 7/10.

Anschließend lief Dark Tourist. Hier geht es um einen Nachtwächter einer Firma, der in seiner Freizeit an die Schauplätze von Verbrechen und insbesondere die Orte, an denen Serienkiller gelebt haben, reist.
Nicht so ganz mein Fall. Ich würde nicht sagen wollen, dass der Film wirklich schlecht war, aber irgendwie hat er bei mir nicht gezündet. Stellenweise bildete sich der Hauptcharakter Personen ein, die mit ihm sprachen, was wie eine weniger gute Fassung von Dexter wirkte und insgesamt brauchte der Film eine gefühlte Ewigkeit, um auf Touren zu kommen und dann fiel er quasi schnell wieder in sich zusammen. Wertung: 4/10.

Danach kam New World. Ein Wirtschaftskrimi/-thriller aus Korea der sich um den Goldmoon Konzern dreht, der in allerlei illegale Machenschaften verwickelt ist. Die Polizei hat nichts Belastbares gegen die Führungsetage, hat aber mehrere Polizisten dort eingeschleust. Als der Vorstandsvorsitzende bei einem Unfall ums Leben kommt, bietet sich die Möglichkeit für die Polizei einen angenehmeren Kandidaten auf den Posten zu bekommen um das Unternehmen endlich zu Fall zu bringen.
Der Film stammt vom gleichen Autor wie I saw the Devil, der glaube ich letztes Jahr beim Festival lief. Auch dieser Film geht wieder recht hart zu Sache, auch wenn nicht so sehr wie bei dem eben genannten. Der Fokus liegt hier mehr auf dem Wirtschaftskrimi-Teil. Die Story ist jedoch ohne Frage spannend und gut erzählt, mir kam der Film allenfalls ein bischen lang vor. Insgesamt gut anzuschauen. Wertung: 6/10.

Daraufhin hab ich mir Odd Thomas angesehen. Hier geht es um den gleichnamigen Hauptcharakter der Tote sehen kann. Diese bitten in Gelegentlich um Hilfe, wenn deren Mörder noch nicht gefasst wurde. Zudem kann er eigenartige Wesen sehen, die den Tod einer Person ankündigen. Eines Tages sieht er eine große Menge dieser Wesen in seiner Stadt und befürchtet eine Katastrophe.Eines meiner Tageshighlights. Die Story errinnerte mich teilweise an The Frighteners, den ich sehr mag und die Effekte waren gut. Dazu noch Willem Dafoe als Polizeichef. Sehr unterhaltsam und originell. Wertung: 8/10.

Als nächstes gab es Cottage Country und den Vorfilm StrAngel. Der Vorfilm war ein Animationsprojekt eines ehemaligen Mitarbeiters von Magna Mana, die für die Introsequenzen mit dem FFF zusammenarbeiten. Es handelte sich dabei um eine Kurzgeschichte von Edgar Allen Poe, bei der es um einen Mann geht, der vom „Angel of the Odd“ seine Überheblichkeit gezeigt bekommt. Inhaltlich fand ich den Film nicht so übermäßig spannend, die Animation war jedoch sehr gut. Positiv anzumerken ist, dass der Film in Hamburg als einziger Stadt in 2D lief, da das Publikum diese Fassung lieber wollte.
Cottage Country war eine Horrorkomödie um ein junges Paar dass zur Hütte der Eltern an einem See fährt. Dort stellen sie dann jedoch fest, dass der Bruder des Mannes ebenfalls mit seiner Freundin dort ist, obwohl er sich nicht für die Hütte angemeldet hat. Die Versuche, ihn loszuwerden eskalieren schließlich ein wenig.
Cottage Country wurde angekündigt als quasi-Fortsetzung von Tucker and Dale vs. Evil, da er eine ähnliche Prämisse und den gleichen Hauptdarsteller hat. Der Vergleich drängt sich auch während des Films auf, jedoch finde ich persönlich Tucker and Dale noch ein Stück weit besser. Hier fand ich zwischendrin, dass die Erzählung etwas auf der Stelle trat. Insgesamt aber trotzdem ein guter Film. Wertung: 6/10.

Als letzter Film lief Tulpa, ein italienischer Giallo-Film. Eine junge Angestellte einer Firma besucht regelmäßig den Sex-Club Tulpa. Nach einer Weile sterben plötzlich mehrere Menschen, mit denen sie dort Kontakt hatte. Nun fürchtet sie um ihr Leben.
Genau das was ich bei diesem Film erwartet hatte. Ein unheimlicher Killer, farblich spannende Aufnahmen und grausame Morde. Tulpa hat alles gehalten, was er verspricht und errinnert stilistisch an Giallo-Klassiker der 70er. Wertung: 7/10.