Fantasy Filmfest 2013 – Tag 6

Montag gab es dann zu Beginn die Wiederholung von Get Shorty, dem Kurzfilmprogramm.

Death of a Shadow
Ein verstorbener Soldat filmt mit einer speziellen Kamera den Todeszeitpunkt von Menschen für einen mysteriösen Auftraggeber. Leider lief der Film im flämischen (?) Original ohne Untertitel, weil diese vergessen wurden. Somit waren die Dialoge nicht gut nachzuvollziehen. Optisch wirklich sehr schön im Steampunkt Stil gehalten war der Film trotzdem nett anzuschauen.

Tumult
Eine Gruppe von verwundeten schottischen Kriegern aus der Vergangenheit trifft in den Highlands auf einen englischen Reisebus und es kommt zu einem Missverständnis. Unterhaltsam und originell.

Fear of Flying
Ein kleiner Vogel hat Angst vorm Fliegen und geht lieber zu Fuss. Allerdings kommt irgendwann der Winter und wie kommt er dann in den Süden? Außerdem ist da noch das böse Eichhörnchen. Niedlichster Beitrag des Jahres, wirklich hübsch und unterhaltsam.

Malaria
Ein Auftragskiller im Wilden Westen hat Probleme mit seinem aktuellen Auftrag. Stilistisch sehr ansprechend gemacht mit Zeichnungen auf Blättern, die herumgeschoben werden und Sprechblasen, die aufklappen. Die Story ansich ist eher nebensächlich und nicht so spannend.

The Man who could not dream
Ein Junge hat sehr lebhafte Träume. Er wächst auf und arbeitet in einem miserablen Job. Irgendwann wird er wegen eines Fehlers von ihm entlassen und will dann seine Träume in die Tat umsetzen. Die Welt wird ihn als Dieb, Brandstifter und Mörder in Erinnerung behalten. Für mich der schwächste Beitrag, die Story fand ich eher mittelmäßig und stilistisch gab es auch nicht viel aufregendes zu sehen.

Bad Penny
Zwei Drogendealer geraten in einem Park mit einem witzigen Typen aneinander. Nett und unterhaltsam aber nichts aufsehenerregendes.

Perfect Drug
Ein paar Kleinkriminelle werden beauftragt, in einem Labor eine Substanz zu stehlen. Man sagt ihnen allerdings nicht, was das ist, was sie da stehlen, nur dass sie das Röhrchen nicht aufmachen sollen. Was sie natürlich doch tun. Ein Belgischer Film in japanischem und albanischem Originalton. Klang schon recht abgedreht und hat es auch gehalten. Wichtig ist: Es gab Tentakel. Tentakel sind immer gut.

Fool’s Day
Mein Highlight: Eine Schulklasse spielt ihrer Lehrerin einen Aprilscherz, der dann recht blutig eskaliert. Wer konnte denn auch ahnen, dass man nicht einfach eine wilde Mischung aus allem Möglichen in den Kaffee schütten darf. Witzige Story, gute Darsteller und professionelle Effekte. Regie hat übrigens Cody Blue Snider geführt, der Sohn von Dee Snider.

Anschließend lief House of Last Things. Eine Teenagerin soll das Haus von einem Ehepaar bewohnen, während dieses für einen längeren Urlaub in Italien ist. Natürlich lässt sie dann ihren heruntergekommenen Freund vorbeikommen und im Haus wohnen und ihren geistig leicht behinderten Bruder ebenfalls. Als ihr Freund versucht das Auto des Ehepaars zu verkaufen und dies nicht klappt bringt er auf dem Rückweg einen kleinen Jungen mit, der offenbar am Supermarkt vergessen wurde. Es plant, für diesen Lösegeld zu fordern. Doch damit fangen die Probleme erst an, denn plötzlich tauchen immer wieder seltsame leuchtende gelbe Luftballons im Haus auf.
Grmpf. Was für ein furchtbar übler Film. Gefühlt drei Stunden lang und langweilig ohne Ende. Jeder der Charaktere wurde mir irgendwann unsympatisch (wenn nicht schon gleich von Beginn an) und sie versuchten sich dann auch noch gegenseitig mit bescheuerten Entscheidungen zu übertreffen. Scary war daran in Etwa garnix und ich bin nur deshalb mit Mühe wachgeblieben, damit ich weiss, wann ich endlich gehen kann. Zudem wurde noch eine relativ überflüssige Geschichte um einen Golfplatz eingeflochten, auf dessen Grund das Haus errichtet wurde. Wertung: 0/10.

Nach diesem Reinfall habe ich mir The Desert angesehen. Eine Frau und zwei Männer haben sich in einem Haus verbarrikadiert, nachdem die Zombie-Apocalypse ausgebrochen ist. Dort haben sie sich mit einem aufwändigen Wasserverteilungssystem, Mikrofonen und Lautsprechern zur Frühwarnung und einem Stromgenerator häuslich eingerichtet. Im Laufe der Zeit entwickeln sich auf Grund der Isoliertheit dann Probleme zwischen den dreien.
Juhu, noch eine Katastrophe. Ich hätte mir wirklich lieber den anderen Film, Drug War, anschauen sollen, denn der soll sogar recht gut gewesen sein. Hier gab es hingegen eine langweilige Story, was bei einer Geschichte in etwa drei bis vier Räumen tödlich ist, blöde, unsympatische Charaktere die dumme Dinge tun und sage und schreibe zwei (oder drei, wenn man es genau nimmt) Zombies, wovon einer direkt am Anfang nach 5 Sekunden Screentime stirbt. Gab es schon irgendwann einmal einen Film in dem es eine gute Idee war, aus irgendeinem Grund einen Zombie in ein gesichertes Haus zu holen und wenn er auch noch so sehr angekettet ist? Wertung: 1/10.

Nach dem zweiten miesen Film des Tages habe ich mir dann Haunter angesehen. Ein Mädchen, Lisa, und ihre Familie scheinen in einer Art Zeitschleife gefangen zu sein, doch dies ist offenbar nur der Tochter bewusst. Den ganzen Tag ist es draußen nebelig und das Telefon funktioniert auch nicht, außerdem repariert ihr Vater schon die ganze Zeit das Auto in der Garage. Irgendwann verändern sich die Abläufe jedoch und Lisa beginnt stimmen aus dem Lüftungsschacht zu hören. Und dann ist da auch noch dieser gruselige Mann von der Telefonfirma.
Hey, ein Lichtblick. An vielen Stellen super-scary und mit einer tollen Hauptdarstellerin. Außerdem gab es David Hewlett (Doctor McKay aus Stargate: Atlantis) in einer Nebenrolle. Die Story war auch in Ordnung, sodass ich den Film insgesamt sehr mochte. Auch wenn ich das Ende nicht ganz so passend fand. Es hätte gereicht nach dem Fade-to-Black den Abspann kommen zu lassen. Wertung: 7/10.

Anschließend kam Welcome to the Jungle. Eine Grafikdesign-Firma fährt zu einem Team-Building-Seminar auf eine einsame Insel in die Wildnis. Leider stürzt der Coach mit einem Tiger eine Klippe hinunter und somit sind die Angestellten auf sich alleingestellt. Dumm nur, dass der Abteilungsleiter unbedingt das Sagen haben will, aber eigentlich keine Ahnung hat.
Witzige Comedy für zwischendurch mit Jean-Claude van Damme in einer Nebenrolle. Wertung: 6/10.

Den Abschluss machte The Human Race. Eine Gruppe von Menschen, deren einzige Gemeinsamkeit offenbar darin besteht, dass sie sich zufällig zur gleichen Zeit im selben Straßenblock befunden haben, findet sich plötzlich in einem abgesperrten Bereich mit verschiedenen Gebäuden und spitzen Wegweiser-Pfeilen wieder, wo jeder von einer Stimme in seinem Kopf darüber informiert wird, dass sie an einem Rennen teilnehmen und jeder der sich nicht an diverse Regeln hält sterben wird. Dies geht dann auch recht schnell und so werden die vormals etwa 80 unfreiwilligen Teilnehmer sehr schnell weniger.
Ein guter und spannender Film zum Abschluss des Tages. Die Hintergründe bleiben über lange Zeit alle ziemlich mysteriös und unklar, der Fokus liegt auf den verschiedenen Charakteren, die sich sehr unterschiedlich verhalten und teilweise miteinander anfreunden. Doch das bleibt natürlich nicht von dauer. Die Aufklärung am Ende hat mir gut gefallen, vor allem, wie der Film zwischendurch eine falsche Fährte legt, als einer der Teilnehmer über den Zaun blickt. Wertung: 8/10.