Fantasy Filmfest 2013 – Tag 3

Am dritten Tag ging es los mit Zombie Hunter – der Titel erzählt bereits das Wesentliche. Ein ziemlicher Badass fährt mit seinem Muscle Car durch die Wüste und tötet unterwegs Zombies. Irgendwann trifft er – unfreiwillig – auf weitere Überlebende, die sich in einer alten Fabrik verschanzt haben.
Eigentlich braucht man außer dem Titel wirklich nicht viel mehr über den Film wissen – außer vielleicht, dass Danny Trejo drin vorkommt. Der Film nimmt sich absolut nicht ernst und alle Charaktere sind so stereotyp und überzeichnet, wie man sich nur vorstellen kann. Die Zombies sind ganz nett und es gibt große Super-Zombies als CGI. Insgesamt ganz okayer Film für zwischendurch. Wertung 4/10.

Anschließend habe ich Vanishing Waves gesehen, da mich die Alternative – Nordvest – so garnicht angesprochen hat. Vanishing Waves der Beschreibung nach zwar auch nicht so sehr, aber immerhin etwas. Es geht hierbei um ein Experiment, bei dem ein Wissenschaftler eine Versuchsperson mit dem Gehirn einer Komapatientin verbindet, was sich dann optisch wie eine Art „Virtuelle Welt“ darstellt, die überwiegend aus dem Strand und einem Holzhaus besteht. Jedoch baut die Versuchsperson eine starke emotionale Bindung zu der Komapatientin auf und verschweigt das Ergebnis dem Versuchsleiter.
Ein extrem arthousiger und langatmiger Film. Die Grundidee ist ganz nett und für einen Film aus Litauen auch optisch sehr ansprechend umgesetzt – jedoch ist die Erzählung so unfassbar in die Länge gezogen, dass sich das Ganze wie ein Kaugummi hinzieht. Der Höhepunkt war kurz vor dem Ende, wo innerhalb der „Virtuellen Welt“ der Protagonist der Komapatientin im Halbdunkel hinterherläuft – gefühlte fünf Minuten lang. Definitiv nicht mein Fall. Wertung 2/10.

Daraufhin habe ich mir The Battery angeschaut. Ich hatte zunächst geplant, A Field in England zu gucken, mich jedoch umentschieden, nachdem mir klar wurde, dass man den in UK bereits als Bluray bekommt. The Battery handelt von zwei Mitgliedern eines Baseball-Teams, die nach der Zombieapokalypse alleine durch die Welt laufen und versuchen zu überleben. Hierbei liegt der Schwerpunkt wesentlich weniger auf Zombies als auf der Beziehung der beiden Charaktere, die vor dem Ausbruch nur wenig mit einander zu tun hatten.
Bie diesem Film handelt es sich um eine Low-Budget Indie Produktion, die jedoch handwerklich sehr professionell aussieht. Die Dialoge, die einen Großteil des Films ausmachen, sind stimmig und auch die Charaktere sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Problem bekommt der Film dann allerdings gegen Ende, als die beiden in einem Auto von Zombies umzingelt und dort eine lange Zeit eingeschlossen sind. Dies ist zeitlich zu überdehnt und wird irgendwann relativ langweilig. Außerdem wird im Laufe der Handlung eine geheimnisvolle andere Gruppe Überlebender eingeführt, die dann jedoch in der Story kaum Verwendung findet und deren späterer Anteil an der Handlung ebenso durch eine Gruppe Straßenräuber ausgetauscht werden hätte können. Insgesamt jedoch ein solides Erstlingswerk. Wertung 6/10.

Danach habe ich Devil’s Pass gesehen. Dieser Mockumentary-Found-Footage-Film handelt von einer Gruppe amerikanischer Studenten, die den real stattgefundenen Dyatlov Pass Incident untersuchen wollen, bei der eine Gruppe russischer Wanderer im Ural in den 50er Jahren unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Hierzu brechen die Studenten selber in das Gebirge auf um die Stelle aufzusuchen, an der sich das Unglück zugetragen hat. Dort finden sie dann jedoch mehr als sie erwartet haben.
Die Prämisse fand ich sehr spannend – einen real existierenden Vorfall im Stil eines Mockumentaries aufzuklären. Das hatte mich letztes Jahr auch ursprünglich an Yellow Brick Road fasziniert, der dann jedoch im Nachhinein vollkommen furchtbar war. Hier hat mir das Ergebnis jedoch ganz gut gefallen. Die Studenten benehmen sich auch nicht vollkommen dämlich, wie man es vielleicht erwarten könnte, wenn eine Gruppe junger Amerikaner nach Russland reist. Die Aufklärung des Rätsels war dann allenfalls ein bischen zu übertrieben, als dass es wirklich glaubwürdig wäre. Insgesamt war ich aber schon ganz angetan. Wertung 7/10. Anmerkung: Der parallel gelaufene Pawn Shop Chronicles soll nach mehreren unabhängigen Aussagen übrigens auch sehr gut gewesen sein. Und die US-Bluray kommt in ein paar Tagen raus ;-)

Als vorletzten Film habe ich mir Siberian Education angeschaut, da parallel Lords of Salem lief, den ich schon kannte. Hierbei geht es um das Leben innerhalb eines Dorfes zwangsumgesiedelter Menschen aus Sibirien in Südrussland (wo es trotzdem schneit.) Der Film begleitet einen Jungen bzw. später Mann in seinem Leben, wo er bereits früh von seinem Großvater damit konfrontiert wird, das Gewalt gegen Polizei, Militär, Beamte und Banker in Ordnung sei, da diese für das Elend der Leute verantwortlich seien. Außerdem vermittelt er ihm wichtige Grundsätze ihrer Lebensart, wie unter anderem, dass kein Geld im Haus aufbewahrt werden darf und die strikte Ablehnung von Drogen. Als der beste Freund des Jungen bei einem Überfall auf einen Militärtransport verhaftet wird und Jahre später wiederkommt, hat sich dieser stark verändert.
Bei Siberian Education hatte ich zunächst Bedenken, dass er zu sehr in eine Art Jugend-Sozialdrama abdriftet, jedoch war es insgesamt eine spannende Geschichte mit tollen Darstellern. Der Großvater des Jungen wurde von John Malkovich gespielt und war perfekt für diese Rolle. Der Film erzählt die Geschichte vollkommen nichtlinear und springt zwischen den einzelnen Lebensabschnitten hin und her und vermittelt so einen Zusammenhang zwischen Geschehnissen in der Vergangenheit und der Gegenwart. Ein durchaus sehenswerter Film, auch wenn ich mir nicht ganz darüber im Klaren bin, wie er in das Festivalprogramm hineinpasst. Wertung 7/10.

Als Abschluss des Tages lief dann in der Midnight Madness Sektion Frankenstein’s Army. Eine Gruppe von russischen Soldaten dringt gegen Ende des zweiten Weltkrieges in deutsches Territorium vor auf der Suche nach einer verloren gegangenen Einheit. Hierbei stoßen sie auf ein Dorf in dem ein gewisser Doktor Frankenstein in einer alten Fabrik für die Nazis Supersoldaten aus Menschen und Maschinenteilen zusammenbastelt.
Die Niederländer kommen immer wieder auf super-abstruse Ideen. Ich habe selten so schön-absurde Monster gesehen wie in diesem Film, in dem die Deutschen dann auch noch so typische Namen wie Hans und Fritz haben. Ein großes Manko ist leider wie so oft der übertriebene Einsatz der Shaky-Cam, wegen der man die Monster kaum in Ruhe betrachten kann. Außerdem braucht der Film eine ganze Weile, bis er in Fahrt kommt. Wertung (wegen der Monster): 5/10.