Fantasy Filmfest 2013 – Tag 2

Am zweiten Tag gab es zunächst Banshee Chapter, der sich mit den MK-Ultra Experimenten der CIA in den 70er Jahren befasste, die mit Hilfe von Drogen übersinnliche Fähigkeiten untersuchen sollten.
Im Film folgt man einer jungen Journalistin, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Studienfreund ist. Dieser hatte sich in seiner Freizeit mit diesen Experimenten beschäftigt und eine Probe der verwendeten Droge auftreiben können. Nachdem er diese genommen hatte und sich dabei von einem Freund hat filmen lassen, verschwand er kurze Zeit später. Zurück blieb nur ein verstörendes Video. Bei ihren Nachforschungen stößt sie dann unter anderem auf einen Autor, mit dem ihr Freund in Kontakt stand, der mehr zu wissen scheint.
Ein ganz netter Film für den Nachmittag. Ich bin mit keiner besonderen Erwartung in den Film gegangen und wurde eher positiv überrascht. Die Story war nicht so vorhersehbar, wie ich befürchtet hatte. Besonders gefallen hat mir dann später, als der Autor auf eine Lovecraft-Story hinwies, bei der ähnliches passierte („From Beyond„). Ich vermute, dass der Film diese auch als Vorbild oder zumindest Referenz hatte. Insgesamt bin ich gut unterhalten worden. Witzig war, dass einer der Produzenten „überraschend“ als Gast anwesend war. Er begrüßte dann das Publikum, bedankte sich für die Anwesenheit und kündigte an, dass man ihm nach dem Film Fragen stellen könnte. Der Großteil des Publikum blieb dann nach dem Film sitzen um dann festzustellen, dass niemand mehr wiederkam. Entweder hatte er keine Lust mehr oder er meinte, draußen auf dem Flur. Aber auch dort habe ich ihn spontan nicht mehr gefunden. Wertung 5/10.

Dann kam The Complex, eine japanischer Ghoststory in einem heruntergekommenen Wohnblock. Ein junges Mädchen und ihre Familie sind dort eingezogen und kurz darauf hört sie nachts Geräuche in der Nachbarwohnung. Zudem klingelt dort um halb 6 morgens ein Wecker. Dies wiederholt sich einige Tage lang, bis sie eines Abends nachschauen geht und einen alten Mann tot in der Wohnung findet. Daraufhin passieren ihr vermehrt gruselige Dinge und sie vermutet, dass der Tot des alten Mannes damit zu tun haben könnte.
Ein eher schwächerer Beitrag, insgesamt zwar okay, aber verhältnismäßig vorhersehbar und etwas zu langatmig erzählt. Mir kam als Vergleich Dark Water in den Sinn, der in einem ähnlichen Setting deutlich mehr Spannung erzeugte. Trotzdem gab es einige schöne Effekte und ein paar ziemlich gruselige Momente. Allerdings verpasst man auch nichts, wenn man ihn nicht sieht. Wertung 4/10.

Anschließend lief Europa Report, auf den ich mich schon lange im Vorfeld gefreut hatte, seit ich vor einiger Zeit auf den Trailer gestoßen bin. Hierbei geht es um eine bemannte Mission zum Jupiter-Mond Europa. Dieser hat eine Dicke Schicht aus Wassereis an seiner Oberfläche und darunter einen relativ großen Ozean und so wird (auch in der Realität) vermutet, dass sich dort Spuren von Leben finden lassen könnten.
Ein privatwirtschaftliches Unternehmen stellt nun eine internationale Crew zusammen und schickt diese an Bord der Europa One auf den Weg um einen Nachweis zu finden, dass dort Leben existiert oder existiert hat. An Bord befinden sich eine Menge Kameras, so dass die Crew und alles was an Bord passiert aufgezeichnet wird. Der erste Zwischenfall tritt auf, als die Kommunikation mit der Erde auf Grund eines Strahlungsanstieges ausfällt und die Crew plötzlich auf sich allein gestellt ist.
Ich war sehr gespannt auf diesen Film, da er sich mit konkreten, real existierenden wissenschaftlichen Fragestellungen befasst. Die Grundannahme, dass auf Europa Leben existieren könnte, existiert in der Tat. Der Trailer versprach zudem, dass man sich nah an der Realität orientiert. Das Schiff und die Mission ansich machten den Eindruck, dass dies tatsächlich so stattfinden könnte. Dies fängt damit an, dass das Schiff im Orbit zusammengesetzt wird und die Astronauten mit einer zusätzlichen Kapsel später andocken und wird damit fortgesetzt, dass rotierende Ausleger künstliche Schwerkraft liefern. Ich mag diesen Ansatz, SciFi nah an der existierenden Realität zu orientieren, wie das in gewissem Maße bei Moon und in höherem Maße bei Apollo 18 der Fall war. Die Umsetzung hat mich dann wirklich fasziniert. Der Film wirkte wie die zusammengefasste Erfahrung einer echten Mission über Monate zuzuschauen und die Perspektive der fest installierten Kameras im Schiff war ein schöner Kompromiss zwischen Shaky-Cam Found Footage und echten Filmaufnahmen mit der Kamera aus einer dritten Perspektive. Inhaltlich war der Film packend und stimmig inszeniert, auch wenn es einige Ungenauigkeiten und Logikfehler gab, die aber keine wirklich negative Wirkung entfalteten. Wertung 9/10.

Daraufhin kam Blancanieves, eine spanische schwarz-weisse Stummfilm-Adaption von Schneewittchen. Bei der Geburt der Tochter eines Torreros, stirbt die Mutter. Der Torrero selber ist durch einen Unfall gelähmt und heiratet später die Krankenschwester, die ihn lange Zeit gepflegt hat. Seine Tochter wird von ihrer Großmutter aufgezogen. Als diese plötzlich stirbt, muss sie zu ihrem Vater ziehen, den sie kaum gesehen hat.
Ich muss zugeben, dass ich schwer neugierig war. Dieser Film klang schon ziemlich experimentell und ich wurde durchaus positiv überrascht. Auch wenn sich die Erzählung viel Zeit lässt, war das Ergebnis insgesamt keineswegs langweilig. Die Musikuntermalung war treffend gewählt und die Texttafeln halfen bei den wenigen Dialogen. Die Story war, auch wenn man Schneewittchen bereits in dutzenden Variationen kennt, interessant aufbereitet und das Setting im Spanien des frühen 20. Jahrhunderts war mal etwas neues. Wertung 7/10.

Den Abschluss des Tages bildete Hatchet III. Dieser knüpft nahtlos an den Vorgänger Hatches II an und erzählt die Story von Marybeth und Victor Crowley weiter und bildet den Abschluss der Geschichte. Nachdem in Teil II alle Mitglieder der Expedition ums leben gekommen sind und nur Marybeth überlebt hat, muss sie sich zu Beginn dieses Teils nochmals mit Victor Crowley auseinandersetzen, da dieser natürlich nicht tot ist. Hierbei geht es extrem ruppig und gory zur Sache und am Ende zieht sie mit seinem Kopf und einem Gewehr davon und sucht die nächste Polizeiwache auf, wo ihr natürlich keiner glaubt. Sie wird verhaftet und ein Team von Polizisten und Forensikern wird in den Sumpf geschickt um ihre Geschichte zu bestätigen. Das dieses Team nicht unbedingt vollständig zurückkommt, ist vermutlich wenig überraschend.
Ein Highlight auf dass ich mich auch schon länger gefreut habe. Die beiden ersten Teile von Hatchet habe ich erst vor kurzem wieder gesehen und ich mag beide sehr. Die Filme sind eine schöne Hommage an die Slasher der 80er und sind wirklich unterhaltsam und gut gemacht. Zudem ist Danielle Harris eine tolle Hauptdarstellerin. In Teil 3 gab es dann diesmal auch ein paar Auftritte von anderen bekannten Horror-Darstellern. Adam Green hat hier wieder einen großartigen Film produziert, der, auch wenn er diesmal nicht Regie geführt hat und „nur“ das Buch geschrieben hat, super unterhalten hat. Wertung 8/10.

Heute geht es dann weiter mit:

  • Zombie Hunters
  • Vanishing Waves
  • The Battery
  • Devil’s Pass
  • Siberian Education
  • und Frankenstein’s Army