Fantasy Filmfest 2013 – Tag 1

Auch dieses Jahr hat es mich wieder nach Hamburg zum Fantasy Filmfest verschlagen. Die Anreise verlief gut und – abgesehen vom obligatorischen Mittagessen bei Daisy’s Diner an der A1 wenig ereignisreich.
Der erste Tag ist auch schon rum und hier wie immer ein paar kurze Notizen zu den Filmen, die ich gesehen habe:

The Congress

Der Eröffnungsfilm dieses Jahr war „The Congress“ von Ari Folman, dem Regisseur des ebenfalls auf dem FFF gezeigten Waltz with Bashir (den ich allerdings noch nicht gesehen habe).
Der Film spielt in der nahen Zukunft und handelt von der Schauspielerin Robin Wright (gespielt von Robin Wright), die sich auf dem absteigenden Ast befindet und kaum noch Rollenangebote erhält. Der technische Fortschritt ermöglicht es jedoch inzwischen, Schauspieler digital zu samplen und diese dann in beliebigen Filmen auftreten zu lassen. Genau das bietet der Boss eines Filmstudios (großartiger Name: Miramount) ihrem Agenten bzw. ihr an. Sie lehnt zunächst ab, entscheidet sich dann jedoch dafür und tritt im gleichen Zuge das Recht an ihrem Aussehen in Filmen, Theaterstücken usw. an das Studio ab.
Jahre später wird sie dann vom gleichen Studio auf einen Kongress eingeladen, der die nächste Stufe in der Unterhaltungsindustrie einleiten soll.

Der Film ist eine Adaption von „Der futurologische Kongress“ von Stanislaw Lem. Ich habe die Geschichte nicht gelesen und habe mir daher eine Zusammenfassung angeschaut – inhaltlich ist der Film nah am Original, wenn auch der Hintergrund ein wenig verändert wurde.
Es handelt sich um eine Mischung aus Realfilm und Animation. Der oben geschilderte erste Teil ist in Realfilm gedreht worden, der Kongress findet in einer, im Film genannten „komplett animierten Zone“ statt.

Handwerklich ist der Film gut gemacht – die Animation ist auf hohem Niveau und auch die Realfilmteile haben mir insbesondere durch die Ausstattung gut gefallen – der Sample-Vorgang und die Büros und Flure von Miramount sahen klasse aus. Ebenso die Aufnahmen auf dem Flughafen Tempelhof in Berlin. Inhaltlich sehe ich das jedoch etwas differenzierter. Die ersten beiden Drittel haben mir gut gefallen und ich war angenehm überrascht, da ich mir von dem Film im Vorfeld kein richtiges Bild machen konnte. Das letzte Drittel driftete dann jedoch sehr in eine Psycho-Richtung ab, die ich nicht mochte (auch wenn sie der Vorlage möglicherweise gerecht wurde) und auch das Ende gefiel mir nicht besonders. Im Anschluss habe ich vor dem Saal ebenfalls gemischte Meinungen gehört – sowohl sehr positive als auch komplette Verrisse.

Am Ende des Films gab es noch ein Q&A mit dem Regisseur. Hier ging es hauptsächlich um Fragen zur Produktion und dem Film ansich, weniger zur Handlung. Hervorzuheben ist hier die Anekdote, dass die Agentin des Regisseurs für den Amerikanischen Markt ebenfalls Tom Cruise vertritt, der im animierten Teil einen namentlich nicht genannten Cameo hat (und den ich für George Clooney gehalten habe – nicht als einziger!). Darauf angesprochen, was er davon hält falls er sich sieht, hätte sie gemeint, dass er sich überhaupt nicht erkennen würde.

Insgesamt meiner Meinung nach kein schlechter Film, evtl. muss ich mir den nochmal in Ruhe mit etwas zeitlichem Abstand anschauen. Verglichen mit Sightseers, dem Eröffnungsfilm des letzten Jahres, allerdings deutlich schwächer. Wertung: 5/10.

Big Ass Spider!

Im Anschluss dann ein Fun Film ohne Anspruch – und was für einer. Der Exterminator (gehts mir eigentlich alleine so, dass ich bei dem Wort an Daleks denke?) Alex wird bei seinem Job von einer Spinne gebissen und lässt sich im Krankenhaus behandeln. Zeitgleich wird dort eine Leiche hingebracht, die offenbar von einer recht großen Spinne getötet wurde. Wie praktisch, dass Alex im Haus ist, darum kann er sich ja gleich im Gegenzug für seine Krankenhausrechnung kümmern. Bevor er jedoch die Gelegenheit hat, das Tier zu fangen, rückt das Militär mit einem Wissenschaftler im Schlepptau an, die scheinbar irgendetwas damit zu tun zu haben scheinen. Alex gibt jedoch nicht auf und nimmt mit dem mexikanischen Krankenhaus-Security-Mann die Jagd auf.

Einfach nur großartiger Creature Horror mit hohem Trash Faktor. Im Gegensatz zu „Spiders“ nimmt sich dieser Film absolut nicht ernst, bietet jedoch eine toll animierte Spinne, einen großartig besetzten Army-Offizier (Ray Wise!) und ein sympatisches Hauptdarsteller-Duo. Simple Unterhaltung ohne großen Anspruch. Für mich in etwa in der gleichen Kategorie einzuordnen wie Alexandre Aja’s Piranha (3D). Wertung: 7/10.

Heute gehts dann weiter mit den folgenden Filmen:

  • Banshee Chapter
  • The Complex
  • Europa Report
  • Blancanieves
  • und schließlich lang erwartet: Hatchet III! :)