Fantasy Filmfest Nights 2013, Tag 1

Ich bin zurzeit gerade wieder in Hamburg bei den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights. Der erste Tag ist bereits vorbei und somit kann ich wieder eine kurze Einschätzung über die gesehenen Filme abgeben.

Als erstes lief American Mary. Der Film handelt von der angehenden Chirurgin Mary Mason, die auf Grund von Geldproblemen in die Extreme Body Modification Szene gerät und dort wegen ihrer medizinischen Fähigkeiten schnell sehr gefragt ist. Ihre Probleme werden anschließend jedoch nicht weniger.
Die Darstellung der Operationen und der Ergebnisse ist schon teilweise recht verstörend, auch wenn man gerade das möglicherweise interessanteste, die Operation an den Zwillingen nicht im Ergebnis sondern nur in einer Skizze sieht. Möglicherweise reicht das aber auch. Regie geführt haben die Zwillinge Jen und Sylvia Soska, die auch die erwähnten Zwillinge im Film spielen. Die Besetzung der Hauptrolle, gespielt von Katherine Isabelle, ist sehr gut gewählt. Eine nette Nebenrolle war außerdem der Bodyguard/Türsteher Lance. Der Dialog später im Film zwischen ihm und Mary hat mir gut gefallen. Ihre Insgesamt ein toller Film und eine gute Wahl zur Eröffnung. Wertung: 7/10.

Anschließend kam The Bay, eine Art Öko-Thriller mit einem kleinen bischen Creature-Horror. In einer Küsten-Kleinstadt in Maine steuern auf Grund von rätselhaften Krankheitsausbrüchen die Feierlichkeiten zum Independence Day auf eine Katastrophe zu.
Ich hatte schlimmeres befürchtet, da ich mit Natur-schlägt-zurück seit Long Weekend und dem unsagbar furchtbaren Nothing The Happening meine Probleme habe. Hier fand ich die Verwendung von diversesten Medien, wie Handkamera, Mobiltelefonkamera, Videokonferenzen und einigem mehr recht originell und der Einsatz von Shaky-Cam Sequenzen hielt sich trotzdem in Grenzen. Auch die Story an sich war nicht völlig uninteressant, sodass man durchaus unterhalten wurde. Insgesamt sicher kein Must-See, aber man kann ihn sich ohne Probleme anschauen. Wertung: 5/10.

Daraufhin gab es Citadel, eine irische Produktion. Ein junger Mann muss dabei zusehen, wie Jugendliche mit Kapuzen seine schwangere Frau angreifen, die zunächst ins Koma fällt und schließlich die Folgen des Angriffs nicht überlebt. Das Kind kann jedoch gerettet werden und so lebt er anschließend mit seiner Tochter zusammen in einem kleinen Haus, welches er wegen seiner Angst vor der Außenwelt in Folge der Erlebnisse, kaum verlässt.
Mein persönliches Low-Light bisher. Unsympathische Charaktere, bis evtl. die Krankenschwester, die die im Koma liegende Frau im Krankenhaus betreut. Ein Schauplatz der suggeriert, dass es in Irland aussieht wie in einer selbst von den Geistern verlassenen Geisterstadt in Osteuropa und eine Story die sich nicht entscheiden kann ob sie übernatürlich oder realitätsnah sein will (oder einfach nur blöde). Am Ende gab es noch die Chance auf eine hübsche Explosion, jedoch selbst das würde nicht erfüllt, das Ergebnis sah eher wie ein Tischfeuerwerk auf Sparflamme aus. Man verpasst definitiv nichts, wenn man den Film nicht sieht. Wertung: 3/10.

Als vorletzter Film kam Stoker, der neue Film von Park Chan-Wook, produziert von Tony und Ridley Scott. Er handelt von der Familie Stoker, bestehend aus der Tochter India, ihrer Mutter und ihrem Vater, welcher jedoch gleich zu Beginn verstirbt. Kurz darauf taucht der rätselhafte lange verschollene Onkel auf und zieht in das gemeinsame Haus ein. India misstraut ihm allerdings und es entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden, dass sich immer mehr steigert.
Der Film wurde im Vorfeld bereits sehr gelobt und das hat sich für mich auch bestätigt. Die Story war clever und arbeitete mit einer guten Mischung aus Rückblenden und linearer Handlung. Die Besetzung war hervorragend. Insbesondere Mia Wasikowska als India Stoker und Nicole Kidman als psychisch labile Mutter haben mir gefallen. Wertung: 8/10.

Den Schluss des Tages bildete schließlich The ABC’s of Death, ein Episodenfilm mit stilistisch sehr unterschiedlichen Elementen zu jedem Buchstaben des Alphabetes, denen allen gemein ist, dass am Ende jemand zu Tode kommt.
Inhaltlich kann und sollte man möglichst nichts vorweg nehmen. Wie bei Episodenfilmen üblich ist die Qualität der einzelnen Segmente sehr unterschiedlich und teilweise auch eher subjektiv zu bewerten. Mir persönlich haben mehrere Segmente sehr gut gefallen: Filmisch fand ich D, „Dogfight“, sehr gelungen. Optisch und stilistisch war O, „Orgasm“ sehr schön. Gut gefallen haben mir auch H, „Hydro-Electric Diffusion“, alleine schon wegen dem Titel, aber auch wegen der Umsetzung (Nazi-Katze, yay!). Aber auch die meisten anderen Beiträge waren definitiv sehenswert. Insgesamt einer der besseren Episodenfilme der letzten Zeit. Wertung: 7/10.