Fantasy Filmfest 2012 – Tag 4

Mit ein paar Tagen Verspätung melde ich mich nun auch wieder zum diesjährigen Fantasy Filmfest zu Wort. In den ersten Tagen bin ich nicht dazu gekommen, ich reiche es also nun nach. Wie bisher gibt es wieder eine Kurzzusammenfassung und meine Meinung zu den von mir gesehenen Filmen.

Samstag begann mit Blind Alley. Der Film spielt wie der Name erwarten lässt in einer Sackgasse. Am Ende von dieser ist eine 24h Wäscherei, in die sich eine junge Frau begibt, deren Waschmaschine kaputt ist. Da sie am nächsten Tag ein Casting als Tänzerin hat, muss sie jedoch unbedingt ihr Kostüm waschen und geht am späten Abend in die verlassene Gasse. Nach einiger Zeit betritt ein düsterer Mann die Wäscherei und die verängstigte junge Frau wird durch die Anwesenheit eines anderen Mannes, der die Wäscherei betritt, beruhigt. Der düstere Mann verlässt daraufhin den Laden. Damit ist es jedoch noch nicht vorbei.
Ich hatte mir den Film vorher nicht genauer angesehen, da er ohne Gegenkandidat lief. Es war sehr gut, dass ich nicht viel darüber wusste und auch keine irgendwie gearteten Erwartungen hatte, so wurde es zu einer positiven Überraschung. Der Stil hat viel mit dem Giallo Genre gemeinsam, insbesondere die Farben sind sehr ähnlich gewählt. Ohne zu viel verraten zu wollen, verfügt Blind Alley über einen Twist, der gerade dann eintritt, wenn man schon befürchtet, dass der Film wenig überraschend zu Ende geht. Wertung: 6/10.

Anschließend habe ich mir Flying Swords of the Dragon Gate 3D angesehen. Der Film spielt hauptsächlich in einer Kneipe mitten in der Wüste am so genannten Dragon Gate wo diverse verfeindete Fraktionen mit unterschiedlichen Plänen aufeinandertreffen, darunter Geheimdienstagenten, Rebellen und andere Charaktere.
Hauptsächlich habe ich mir den Film angesehen, wegen meines seit Comin‘ at Ya! bestehenden Faibles für Pop-Out-Effekte in 3D Filmen. Hiervon gab es auch reichlich. Klingen, Messer, Schwerter und zerstörte Umgebung fliegen einem ins Gesicht. Mein übliches Problem bei asiatischen Filmen, dass ich die Charaktere weder mit Namen assoziieren noch auseinanderhalten kann, hielt sich in Grenzen auf Grund derer vergleichsweise geringen Anzahl. Mein größtes Problem war jedoch die Länge. Für mich wäre eine halbe Stunde weniger deutlich besser gewesen, da ich über längere Zeit das Gefühl hatte, dass der Film auf der Stelle tritt. Wertung: 5/10.

Als nächstes lief 13 Eerie. Hier sehen wir junge Forensik-Studenten, die mit ihrem Professor in die Wildnis innerhalb des Sumpflandes fahren, um dort Feldexperimente an platzierten Leichen durchzuführen. Auch wenn der drogensüchtige und schusselige Assistent für etwas Aufregung sorgt, ist ein anderer Umstand deutlich problematischer: Das gleiche Gelände wurde früher vom Militär für Experimente an Gefangenen genutzt.
Ausnahmsweise fahren die Jugendlichen einmal nicht zum Camping, bevor sie dezimiert werden. Allein die nette Story über die Forensiker macht den Film interessanter und wirkt sich auch auf die zur Verfügung stehenden Waffen aus. Auch das Setting im Sumpf ist sehr schön ausgewählt. Die verlassenen Bauten und das im Hintergrund immer wieder auftauchende ehemalige Gefängnis schaffen eine recht düstere Grundstimmung. Insgesamt ein gut durchschnittlicher Film. Wertung: 6/10.

Daraufhin kam The Suicide Shop 3D, ein französischer Animationsfilm über einen Familienbetrieb, der Mittel zum vorzeitigen Ableben in einer tristen Stadt mit depressiven Bewohnern verkauft. Leider ist der jüngste Sohn der Familie ein eher fröhlicher Zeitgenosse, der die Begeisterung seiner Familie an deren Gewerbe nicht besonders teilt.
Der Beschreibung nach war ich eher skeptisch und dies sollte sich auch bestätigen. Ich mochte den Zeichenstil überhaupt nicht und die permanenten Gesangseinlagen der Charaktere machen einen wahnsinnig. Die Übersetzung der Lieder in den Untertiteln tut dann ihr Übriges. Zudem weiss ich nicht genau, was der Film wollte. Wenn er lustig sein sollte, dann hat das bei mir überhaupt nicht funktioniert. Ich musste etwa zwei bis dreimal schmunzeln. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Alternative, Storage 24, deutlich sehenswerter gewesen wäre. Wertung: 2/10.

Anschließend lief Killer Joe, der von einem Plan von Vater und Sohn handelt, für einen Versicherungsbetrug die Mutter der Familie aus dem Weg räumen zu lassen. Hierfür engagieren sie den Polizisten und Auftragskiller Joe, der jedoch seine Bezahlung im Voraus haben möchte. Eine Summe, über die die Auftraggeber nicht verfügen. Nach zähen Verhandlungen einigen sich die beiden Parteien darauf, die Tochter der Familie als Entgegenkommen zu vereinbaren. Wie zu erwarten ist, läuft dann jedoch alles nicht so, wie geplant.
Der Trailer, der auf dem Festival ein paar Mal lief, war sehr vielversprechend und auch im Vorfeld hatte ich den Film bereits eingeplant, nicht zuletzt wegen Juno Temple, die ich in Kaboom schon sehr gut fand. Mich erwartete dann eine sehr böse, schwarzhumorige Story mit einer ausgezeichneten Besetzung. Alle Charaktere haben irgendwelche Eigenarten, die sie unsympathisch machen, mit Ausnahme der unschuldigen Tochter, die jedoch die meiste Zeit so wirkt, als wenn sie nicht genau versteht, was um sie herum passiert. Grandios gelöst ist schließlich der Showdown ganz am Schluss. Ein wirkliches Highlight und ein definitives Must-See. Wertung: 9/10.

Den Abschluss bildete Inbred, ein britischer Backwood-Killer Film. Eine Gruppe von vier kleinkriminellen Jugendlichen fährt mit ihren beiden Betreuern in ein Dorf auf dem Land, um dort gemeinnützige Arbeiten zu verrichten. Die dortigen Bewohner wirken allesamt so, als wenn sie schon seit langem keinen anderen Menschen von außerhalb des Dorfes mehr zu Gesicht bekommen, geschweige denn in ihren DNA-Pool bekommen haben und die Jugendlichen im Dorf sind ebenfalls nicht von der nettesten Sorte.
Inbred ist ein durchaus netter Film, der die übliche Hinterwäldler-bringen-Jugendliche-grausam-um Story aus den Südstaaten der USA ins ländliche Großbritannien verlegt. Dies ist eine sehr willommene Änderung, da die Landschaft, wie schon in Sightseers, sehr schön anzuschauen ist. Die Gruppe leidet zunächst sehr unter der furchtbaren Art des einen Betreuers, permanent irgendwelche Teambuilding-Maßnahmen und kluge Ratschläge zu verteilen. Als Zuschauer, wünscht man sich regelrecht, dass dieser Typ schnellstens das Zeitliche segnet. Dieser Wunsch wird einem auch erfüllt und ab da beginnt dann der Kampf gegen die Dorfbewohner. Diese sind jedoch nicht weniger Einfallsreich als ihre amerikanischen Kollegen und einem Frettchen kommt am Schluss eine besondere Bedeutung zu. Insgesamt hat der Film einige hübsche Ideen, ich hätte mir nur ein paar mehr Opfer gewünscht, damit das schöne Showprogramm der Dorfbewohner länger andauert. Wertung: 7/10.

Fantasy Filmfest 2012 – Tag 3

Mit ein paar Tagen Verspätung melde ich mich nun auch wieder zum diesjährigen Fantasy Filmfest zu Wort. In den ersten Tagen bin ich nicht dazu gekommen, ich reiche es also nun nach. Wie bisher gibt es wieder eine Kurzzusammenfassung und meine Meinung zu den von mir gesehenen Filmen.

Am dritten Tag wurde ich zunächst Opfer meiner eigenen Unaufmerksamkeit. Auf dem Weg zum Mittagessen stellte ich mit Entsetzen fest, dass der erste Film bereits um 13:00 beginnt und nicht wie bisher innerhalb der Woche um 15:00. Somit fiel für mich der erste Film 96 Minutes leider aus.

Als ersten Film des Tages habe ich dann Motorway gesehen. Hier ging es um Polizisten in Hong Kong auf der Jagd nach Verbrechern mit schnellen Autos. Die Story dreht sich um einen jungen Polizisten, der dank seiner guten Fähigkeiten im Auto in einer Zivilstreife Geschwindigkeitssünder einfängt. Als er bei einem Einsatz auf eigene Faust handelt, wird er jedoch zum Dienst an der Radarpistole abkommandiert. Gerade dann wird einer der Verbrecher, die er gefasst hat, befreit und seine Fähigkeiten werden dringend benötigt.
Motorway hat seine Stärken vor allem im optischen Bereich. Gerade die Verfolgungsjagd zu Beginn über die Highways Hong Kongs sieht sehr beeindruckend aus. Die Story ist okay, aber vorhersehbar. Leider fehlt dem Film etwas, was ihn auszeichnet und ihn in Erinnerung hält. Als Unterhaltung durchaus zu gebrauchen, jedoch kein Verlust, wenn man ihn verpasst. Wertung: 4/10.

Entgegen meiner ursprünglichen Planung habe ich mich danach kurzfristig zu für The Pact überreden lassen ;-) entschieden. Dieser Film handelt von einem Haus in einer Stadt in Kalifornien, dessen Bewohnerin gerade gestorben ist. Ihre Töchter müssen sich nun um die Beerdigung kümmern. Die ältere Schwester verschwindet gleich zu Beginn spurlos während ihrer ersten Nacht in diesem Haus. Als die jüngere Schwester bald daraufhin eintrifft, stellt sie fest, dass es in dem Haus zu spuken scheint und beginnt damit dem Phänomen auf den Grund zu gehen und nach ihrer Schwester zu suchen.
The Pact ist ein ziemlich gruseliger Film und schafft dies mit einem sehr einfach gehaltenen Setting. Das Haus, in dem die meisten Szenen spielen, ist nicht besonders groß und wirkt trotzdem über weite Strecken bedrohlicher als so manches weitläufige, alte Mansion auf dem Land. Die Story ist kaum vorhersehbar, nach einiger Zeit kann man zwar Vermutungen anstellen, was passiert ist, die Auflösung lässt jedoch noch recht lange auf sich warten. Der Film funktioniert in erster Linie durch die Unwissenheit des Zuschauers, der langsam aber sicher die Puzzlesteine zusammenfügt. Um in ein zweites Mal anzusehen, wäre das aber zu wenig. Wertung: 6/10.

Anschließend lief The Posession, ebenfalls ein eher gruseliger Film. Ein geschiedener Vater, der seine Kinder zu Besuch hat, geht mit diesen auf einen Garage Sale. Dort findet eines der Mädchen eine rätselhafte Truhe mit eingeschnitzen Symbolen. Sie darf diese mitnehmen und kurz darauf beginnt sie Stimmen zu hören und legt ein rätselhaftes, aggressives Verhalten an den Tag. Erschwerend zur Aufklärung kommt das angespannte Verhältnis zwischen Mutter und Vater dazu.
Der neue Film von Ole Bornedahl, der zuletzt mit Deliver us from Evil beim Festival dabei war, trägt hohe Erwartungen. Wie bei The Tall Man ist aber auch dieser durch den Umstand, dass er in Hollywood produziert wurde, wesentlich kommerzieller ausgelegt. So ist die erzählte Geschichte keineswegs neu. Besessene Kinder gibt es in zahlreichen Filmen. Doch finde ich, dass man durch kleine Details durchaus den Einfluss Bornedahls ausmachen kann. Außerdem finde ich die Idee, die Besessenheit aus dem Blickwinkel einer anderen Weltreligion zu betrachten, sehr gelungen. Zudem weiss man nun, dass die Dämonen dieser Religion nicht durchsichtig sind, wie ihre katholischen Kollegen. Mir ist später noch die Doppeldeutigkeit des Titels aufgefallen. Posession kann hier Besessenheit als auch Besitz (der Truhe) bedeuten. Wertung: 7/10.

Vorletzter Film des Tages war Piranha 3DD, einer meiner heimlichen Favoriten. Durch die Tatsache, dass es eine Fortsetzung eines nicht besonders anspruchsvollen Films war und sie den Regisseur gewechselt haben, hatte ich allerdings auch leichte Befürchtungen.
Der Film handelt von einem Wasserpark an einem See, der nun groß neueröffnet werden soll. Dort gibt es nun auch eine Adult Area mit water-certified Strippern. Bei der Neueröffnung tritt David Hasselhoff als er selbst als Stargast auf. Leider stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass der See mit dem aus dem Vorgänger bekannten Lake Victoria unterirdisch verbunden ist, sodass auch einige gefräßige Besucher der Eröffnung beiwohnen.
Meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Trotz der Tatsache, dass der Film nicht ganz an den Vorgänger herankommt, ist es eine super Unterhaltung. 3D ist hier eher nebensächlich, aber wegen dem schönen, „subtilen“ Wortspiel mit dem Titel unvermeidlich. Es macht großen Spaß der Selbstdemontage von David Hasselhoff zuzusehen und ich liebe Christopher Lloyds erneuten Auftritt als Doc Brown Reinkarnation. Sicherlich kein anspruchsvoller oder intelligenter Film, aber ein toller Film für einen kurzweiligen Abend. Wertung: 7/10.

Den Abschluss bildete der Vertreter der Midnight Madness Reihe Stitches. Ein Film über einen Party-Clown, der wegen der zu bespaßenden Kinder, die allesamt ziemlich unhöflich zu ihrem Unterhalter sind, auf unangenehme Art zu Tode kommt. Jahre später veranstaltet der nun deutlich ältere damalige Gastgeber eine neue Geburtstagsparty und der Clown kehrt zurück um sich zu rächen. Dabei nutzt er durchaus ansprechende Arten, seine Widersacher zu beseitigen.
Eines der Highlights unter den bis dahin gelaufenen Filmen. Stitches, der Clown, ist genauso, wie ich mir Clowns vorstelle. Creepy und versifft. In beiden Kategorien kann er es gut mit Captain Spaulding aus House of 1000 Corpses aufnehmen. Er ist nur nicht ganz so psychopathisch. Zu Beginn jedenfalls nicht. Durch ihr Verhalten hat man auch nicht so besonders viel Mitleid mit den meisten der Kinder, da diese größtenteils auch später nicht viel dazugelernt haben. Stitches ist zu Beginn eine etwas tragische Figur, die einem leidtun kann – wenn die Aversion gegenüber Clowns nicht überwiegt. So wie bei mir. Großartig ist eine Szene mit einer Verfolgungsjagd, bei der Stitches ein stilechtes Verkehrsmittel wählt. In einer Szene kommt sogar das Clown-Theme Einzug der Gladiatoren vor. Wer Hollywood Babble-On kennt, wird vermutlich sofort Assoziationen zum Creepy Clown bekommen. Wertung: 8/10.

Fantasy Filmfest 2012 – Tag 2

Mit ein paar Tagen Verspätung melde ich mich nun auch wieder zum diesjährigen Fantasy Filmfest zu Wort. In den ersten Tagen bin ich nicht dazu gekommen, ich reiche es also nun nach. Wie bisher gibt es wieder eine Kurzzusammenfassung und meine Meinung zu den von mir gesehenen Filmen.

Am zweiten Tag ging es los mit Resolution. Der Film erzählt von einem Mann, der seinen Schulfreund von den Drogen losbekommen will. Dieser will jedoch nicht in eine Entziehungsklinik und so beschließt der Protagonist ihn in dem unfertigen Haus, in dem er gerade sein Lager hat, anzuketten und für eine Woche auf kalten Entzug zu setzen. Er bleibt währenddessen bei ihm und erkundet zwischendurch die Umgebung. Dabei entdeckt er nach und nach seltsame Gegenstände wie Fotos, Videos und Filme. Der Drogendealer, der immer mal wieder auftaucht und die Tatsache, dass die beiden auf dem Gebiet eines Indianerreservats sind erweisen sich kurz darauf nicht als die schwerwiegendsten Probleme.
Resolution war durchaus unterhaltsam. Die Darsteller waren gut besetzt und die Story ziemlich spannend. Zwischendrin gab es jedoch einige Längen, so dass sich die Geschichte ein wenig zog. Ich persönlich hätte mir noch ein wenig mehr über die Hintergründe zu erfahren gewünscht. Wer im Übrigen auf die komplette Aufklärung aller sich stellenden Fragen hofft, wird vermutlich enttäuscht werden. Für mich war es guter Durchschnitt. Wertung: 6/10

Der zweite Film am Donnerstag war After. Eine junge Frau fährt mit einem Linienbus in der Nacht nach Hause. Unterwegs steigt ein Mann zu. Dieser beginnt sich mit ihr zu unterhalten, doch bevor sie die Unterhaltung groß vertiefen können, gibt es einen Unfall und beide verlieren das Bewusstsein. Die junge Frau wacht schließlich zu Hause in ihrem Bett auf, stellt fest, dass sie zu spät zur Arbeit kommen wird und bricht dorthin auf. Sie stellt dann aber bald fest, dass die gesamte Stadt menschenleer ist und der einzige, der sich noch dort aufhält, ihre nächtliche Bekanntschaft aus dem Bus ist. Außerdem wird die Stadt vollständig von einer schwarzen Rauchwand umschlossen. Sie beginnen dieses zu untersuchen und stoßen auf einige Merkwürdigkeiten.
After lebt sehr von seiner düsteren Atmosphäre. Die Ungewissheit, was passiert ist, baut Spannung auf, jedoch wird einem (mir jedenfalls) relativ schnell klar, was die Richtung bzw. Aufklärung des Films sein wird. Auch wenn man das Szenario in ähnlicher Form schon öfter gesehen hat, bringt der Film ein paar nette Ideen ein, sodass er nicht allzu vorhersehbar wird. Mit dem Plot an sich kann ich mich persönlich aber nicht so anfreunden, daher für mich lediglich Durchschnitt. Wertung: 5/10

Anschließend lief The Tall Man. Hier geht es um ein kleines Bergbaustädtchen im Staat Washington. In dieser Stadt treibt seit einiger Zeit ein Unbekannter sein Unwesen, der die Kinder der Bewohner entführt und unter dem Namen Tall Man bekannt ist. Polizei und FBI ermitteln ergebnislos und immer mehr Kinder verschwinden. Eines Nachts wird auch das Kind der Krankenschwester der Ortes entführt. Diese macht sich auf die Suche nach dem Entführer.
Der neue Film des Martyrs Regisseurs Pascal Laugier. Völlig anders als der Vorgänger ist aber auch dieser Film zunächst nicht vorhersehbar. Im Verlauf tauchen mehr und mehr Plottwists auf, die man zu Beginn nicht erwartet hätte. Die Besetzung ist gut, mit Jessica Biel als Hauptdarstellerin. Verglichen mit Martyrs ist The Tall Man merklich als wesentlich kompatibler für das kommerzielle Kino ausgelegt und kommt daher qualitativ nicht an den Vorgänger heran. Es ist trotzdem ein spannender Film, den man sich gefahrlos anschauen kann. Man verpasst allerdings auch nicht viel, wenn man es nicht tut. Wertung 6/10.

Vorletzter Film des Tages war Universal Soldier  3D – Day of the Reckoning. Mitten in der Nacht dringen Unbekannte in ein Haus ein und der Vater wird gezwungen mit anzusehen, wie seine Frau und Tochter getötet werden. Als er nach einiger Zeit im Krankenhaus wieder aufwacht, fehlen ihm Teile seiner Erinnerung und… Ich habe irgendwann den Überblick verloren. Irgendwelche Leute hauen sich mit anderen Leuten. Zwischendrin gibt es Verfolgungsjagden.
Ich gebe zu, ich kenne die Vorgänger und den Hintergrund nicht, bzw. habe vor vielen Jahren irgendeinen Teil der Reihe gesehen, kann mich aber nicht mehr wirklich daran erinnern. Zudem war ich relativ müde. Die Kampfszenen haben mir gut gefallen, dabei ging es auch ziemlich rau zur Sache. Trotzdem wurde mir nicht so ganz klar, was wer warum macht. 3D wäre hier überhaupt nicht nötig gewesen, was aber zu erwarten war. Insgesamt fühlte sich der Film sehr zäh an und hat mich nicht besonders gut unterhalten. Mag jemandem, der die Reihe besser kennt, eventuell anders gehen. Mein Film war es jedenfalls nicht. Wertung: 3/10.

Den Abschluss des Tages bildete Black Rock. Drei Freundinnen fahren für ein Wochenende auf eine Insel, auf der es natürlich keinen Mobilfunkempfang gibt. Auf dieser Insel hatten sie bereits als Kinder einige Zeit verbracht und eine Zeitkapsel vergraben, die sie nun wieder ausgraben wollen. Zwischen zweien der Urlauberinnen gibt es einen seit Jahren schwelenden Streit, der nun wieder aufbricht. Trotzdem sitzen sie später gemeinsam am Strand, als sie von drei Typen überrascht werden, die auf der Insel jagen. Es stellt sich heraus, dass sich die beiden Gruppen teilweise aus ihrer Kindheit kennen und so beschließen sie, gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen. Kurze Zeit später geht eine der Frauen zum Feuerholz suchen in den Wald und einer der Männer, mit dem sie bereits den ganzen Abend geflirtet hatte, folgt ihr. Als sie schließlich seine zu ruppigen Annäherungsversuche zurückweist und er dabei leider stirbt, eskaliert die Situation, da seine Freunde das nur bedingt lustig finden.
Der Film war durchaus spannend und unterhaltsam. Die Grundidee ist nicht neu und als die drei Jäger auftauchen, ist bereits relativ klar, wohin sich die Story entwickelt. Dennoch schafft es der Film eine hohe Spannung aufzubauen und zu halten und die drei Mädels, die zunächst unbewaffnet sind, schaffen es sich zu einer echten Bedrohung für die Jäger zu entwickeln. Insgesamt nichts wirklich neues, aber trotzdem sehenswert. Nicht zuletzt wegen der sympathischen Hauptdarstellerinnen. Wertung: 5,5/10.

Fantasy Filmfest 2012 – Tag 1

Mit ein paar Tagen Verspätung melde ich mich nun auch wieder zum diesjährigen Fantasy Filmfest zu Wort. In den ersten Tagen bin ich nicht dazu gekommen, ich reiche es also nun nach. Wie bisher gibt es wieder eine Kurzzusammenfassung und meine Meinung zu den von mir gesehenen Filmen.

Nachdem ich gegen 11:30 in Diepholz losgefahren bin, kam ich am Nachmittag, nach einem Zwischenstopp zum Mittagessen in Oyten bei Daisys Diner, in Hamburg an. Um 20:00 ging es dann los mit dem Eröffnungsfilm Sightseers. Dieser britische Film handelt von einem Pärchen, die sich mit einem Wohnwagen auf den Weg machen, Sehenswürdigkeiten im ländlichen England zu besichtigen. Leider gibt es bei diesem Ansinnen ein paar Opfer zu beklagen.
Mir hat dieses Jahr der Eröffnungsfilm im Gegensatz zu den vorherigen Jahren sehr gut gefallen. Zunächst einmal ist die schöne britische Landschaft hervorzuheben, die im Film ausreichend viel Aufmerksamkeit genießt. Des Weiteren lebt der Film sehr durch seine Hauptdarsteller. Diese waren bei der Vorstellung in Hamburg zugegen und wirkten sehr sympathisch. Beide waren außerdem die Autoren des Drehbuchs und man merkte deutlich wie wichtig ihnen ihr Film war. Eine interessante Erkenntnis war zudem, dass es in England ein Bleistiftmuseum gibt. Und leider verkauft der Museumsshop in Wirklichkeit keine einen Meter langen Bleistifte. Wertung: 8/10.

Anschließend kam der im Found Footage Stil gedrehte Episodenfilm V/H/S. Ich hatte diesen schon im Vorfeld auf die FFF Nights dieses Jahr wahrgenommen und inhaltlich für durchaus interessant befunden. Die Story dreht sich zunächst um ein paar Kleinkriminelle die den Auftrag erhalten aus einem angeblich verlassenen Haus ein VHS Band zu beschaffen. Dabei stoßen sie zuerst auf die Leiche eines alten Mannes und dann auf größere Mengen VHS Bänder mit ungewöhnlichem Inhalt. Die Episoden sind dann jeweils der Inhalt von einem gefundenen VHS Band. Die erste dreht sich um drei Jugendliche, die auf einer Party zwei Mädchen abschleppen und in ein Motel fahren. Dort bekommen sie mehr als sie eigentlich wollten. Die zweite Episode dreht sich um ein Pärchen, die im Süden der USA auf Reisen sind. Die Nächte in einem Motel sind dabei nicht so erholsam wie eigentlich gedacht. Die dritte Episode handelt von vier Jugendlichen die in den Wald fahren. Eines der  Mädchen verschweigt jedoch ein wichtiges Detail über den Beweggrund für diese Reise. Die vierte Episode besteht aus dem Bildschirminhalt bei einem Videochat eines Mannes mit seiner Freundin. Diese hat ein Spukproblem in ihrer Wohnung. Die fünfte und letzte Episode dreht sich schließlich um eine Halloween Party, zu der ein paar Jugendliche unterwegs sind. Im entsprechenden Haus angekommen finden sie jedoch nicht die Party die sie erwartet haben.
Wie bei Episodenfilmen mit unterschiedlichen Regisseuren meist üblich, ist die Qualität der einzelnen Segmente stark unterschiedlich. So fand ich das erste Segment durchschnittlich, das zweite nicht besonders spannend, das dritte sehr gut, das vierte wiederrum durchschnittlich und das letzte eher gut. Dies variiert aber stark mit den jeweiligen Vorlieben des Betrachters. Handwerklich ist mir die Wackelkamera bei diesem Film sehr negativ aufgefallen. In anderen Found Footage Filmen ist dies mitlerweile wesentlich erträglicher gelöst, hier geht einem das Gewackel sehr schnell auf die Nerven. Positiv fand ich die Bildstörungen, die VHS Beschädigungen entsprechen sollten. Dies war vielleicht nicht immer sachlich korrekt, aber dennoch nett gemacht. Die Rahmenhandlung im verlassenen Haus gefiel mir eher nicht so gut, da hier wenig über die Zusammenhänge klar wird und man durch die Sequenzen zwischen den Episoden nur wenig erfährt. Insgesamt kann man den Film schon anschauen, ich wurde jedoch entgegen meiner Erwartungen eher enttäuscht. Wertung: 4/10.