Fantasy Filmfest 2012 – Tag 4

Mit ein paar Tagen Verspätung melde ich mich nun auch wieder zum diesjährigen Fantasy Filmfest zu Wort. In den ersten Tagen bin ich nicht dazu gekommen, ich reiche es also nun nach. Wie bisher gibt es wieder eine Kurzzusammenfassung und meine Meinung zu den von mir gesehenen Filmen.

Samstag begann mit Blind Alley. Der Film spielt wie der Name erwarten lässt in einer Sackgasse. Am Ende von dieser ist eine 24h Wäscherei, in die sich eine junge Frau begibt, deren Waschmaschine kaputt ist. Da sie am nächsten Tag ein Casting als Tänzerin hat, muss sie jedoch unbedingt ihr Kostüm waschen und geht am späten Abend in die verlassene Gasse. Nach einiger Zeit betritt ein düsterer Mann die Wäscherei und die verängstigte junge Frau wird durch die Anwesenheit eines anderen Mannes, der die Wäscherei betritt, beruhigt. Der düstere Mann verlässt daraufhin den Laden. Damit ist es jedoch noch nicht vorbei.
Ich hatte mir den Film vorher nicht genauer angesehen, da er ohne Gegenkandidat lief. Es war sehr gut, dass ich nicht viel darüber wusste und auch keine irgendwie gearteten Erwartungen hatte, so wurde es zu einer positiven Überraschung. Der Stil hat viel mit dem Giallo Genre gemeinsam, insbesondere die Farben sind sehr ähnlich gewählt. Ohne zu viel verraten zu wollen, verfügt Blind Alley über einen Twist, der gerade dann eintritt, wenn man schon befürchtet, dass der Film wenig überraschend zu Ende geht. Wertung: 6/10.

Anschließend habe ich mir Flying Swords of the Dragon Gate 3D angesehen. Der Film spielt hauptsächlich in einer Kneipe mitten in der Wüste am so genannten Dragon Gate wo diverse verfeindete Fraktionen mit unterschiedlichen Plänen aufeinandertreffen, darunter Geheimdienstagenten, Rebellen und andere Charaktere.
Hauptsächlich habe ich mir den Film angesehen, wegen meines seit Comin‘ at Ya! bestehenden Faibles für Pop-Out-Effekte in 3D Filmen. Hiervon gab es auch reichlich. Klingen, Messer, Schwerter und zerstörte Umgebung fliegen einem ins Gesicht. Mein übliches Problem bei asiatischen Filmen, dass ich die Charaktere weder mit Namen assoziieren noch auseinanderhalten kann, hielt sich in Grenzen auf Grund derer vergleichsweise geringen Anzahl. Mein größtes Problem war jedoch die Länge. Für mich wäre eine halbe Stunde weniger deutlich besser gewesen, da ich über längere Zeit das Gefühl hatte, dass der Film auf der Stelle tritt. Wertung: 5/10.

Als nächstes lief 13 Eerie. Hier sehen wir junge Forensik-Studenten, die mit ihrem Professor in die Wildnis innerhalb des Sumpflandes fahren, um dort Feldexperimente an platzierten Leichen durchzuführen. Auch wenn der drogensüchtige und schusselige Assistent für etwas Aufregung sorgt, ist ein anderer Umstand deutlich problematischer: Das gleiche Gelände wurde früher vom Militär für Experimente an Gefangenen genutzt.
Ausnahmsweise fahren die Jugendlichen einmal nicht zum Camping, bevor sie dezimiert werden. Allein die nette Story über die Forensiker macht den Film interessanter und wirkt sich auch auf die zur Verfügung stehenden Waffen aus. Auch das Setting im Sumpf ist sehr schön ausgewählt. Die verlassenen Bauten und das im Hintergrund immer wieder auftauchende ehemalige Gefängnis schaffen eine recht düstere Grundstimmung. Insgesamt ein gut durchschnittlicher Film. Wertung: 6/10.

Daraufhin kam The Suicide Shop 3D, ein französischer Animationsfilm über einen Familienbetrieb, der Mittel zum vorzeitigen Ableben in einer tristen Stadt mit depressiven Bewohnern verkauft. Leider ist der jüngste Sohn der Familie ein eher fröhlicher Zeitgenosse, der die Begeisterung seiner Familie an deren Gewerbe nicht besonders teilt.
Der Beschreibung nach war ich eher skeptisch und dies sollte sich auch bestätigen. Ich mochte den Zeichenstil überhaupt nicht und die permanenten Gesangseinlagen der Charaktere machen einen wahnsinnig. Die Übersetzung der Lieder in den Untertiteln tut dann ihr Übriges. Zudem weiss ich nicht genau, was der Film wollte. Wenn er lustig sein sollte, dann hat das bei mir überhaupt nicht funktioniert. Ich musste etwa zwei bis dreimal schmunzeln. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Alternative, Storage 24, deutlich sehenswerter gewesen wäre. Wertung: 2/10.

Anschließend lief Killer Joe, der von einem Plan von Vater und Sohn handelt, für einen Versicherungsbetrug die Mutter der Familie aus dem Weg räumen zu lassen. Hierfür engagieren sie den Polizisten und Auftragskiller Joe, der jedoch seine Bezahlung im Voraus haben möchte. Eine Summe, über die die Auftraggeber nicht verfügen. Nach zähen Verhandlungen einigen sich die beiden Parteien darauf, die Tochter der Familie als Entgegenkommen zu vereinbaren. Wie zu erwarten ist, läuft dann jedoch alles nicht so, wie geplant.
Der Trailer, der auf dem Festival ein paar Mal lief, war sehr vielversprechend und auch im Vorfeld hatte ich den Film bereits eingeplant, nicht zuletzt wegen Juno Temple, die ich in Kaboom schon sehr gut fand. Mich erwartete dann eine sehr böse, schwarzhumorige Story mit einer ausgezeichneten Besetzung. Alle Charaktere haben irgendwelche Eigenarten, die sie unsympathisch machen, mit Ausnahme der unschuldigen Tochter, die jedoch die meiste Zeit so wirkt, als wenn sie nicht genau versteht, was um sie herum passiert. Grandios gelöst ist schließlich der Showdown ganz am Schluss. Ein wirkliches Highlight und ein definitives Must-See. Wertung: 9/10.

Den Abschluss bildete Inbred, ein britischer Backwood-Killer Film. Eine Gruppe von vier kleinkriminellen Jugendlichen fährt mit ihren beiden Betreuern in ein Dorf auf dem Land, um dort gemeinnützige Arbeiten zu verrichten. Die dortigen Bewohner wirken allesamt so, als wenn sie schon seit langem keinen anderen Menschen von außerhalb des Dorfes mehr zu Gesicht bekommen, geschweige denn in ihren DNA-Pool bekommen haben und die Jugendlichen im Dorf sind ebenfalls nicht von der nettesten Sorte.
Inbred ist ein durchaus netter Film, der die übliche Hinterwäldler-bringen-Jugendliche-grausam-um Story aus den Südstaaten der USA ins ländliche Großbritannien verlegt. Dies ist eine sehr willommene Änderung, da die Landschaft, wie schon in Sightseers, sehr schön anzuschauen ist. Die Gruppe leidet zunächst sehr unter der furchtbaren Art des einen Betreuers, permanent irgendwelche Teambuilding-Maßnahmen und kluge Ratschläge zu verteilen. Als Zuschauer, wünscht man sich regelrecht, dass dieser Typ schnellstens das Zeitliche segnet. Dieser Wunsch wird einem auch erfüllt und ab da beginnt dann der Kampf gegen die Dorfbewohner. Diese sind jedoch nicht weniger Einfallsreich als ihre amerikanischen Kollegen und einem Frettchen kommt am Schluss eine besondere Bedeutung zu. Insgesamt hat der Film einige hübsche Ideen, ich hätte mir nur ein paar mehr Opfer gewünscht, damit das schöne Showprogramm der Dorfbewohner länger andauert. Wertung: 7/10.

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