Fantasy Filmfest 2012 – Tag 3

Mit ein paar Tagen Verspätung melde ich mich nun auch wieder zum diesjährigen Fantasy Filmfest zu Wort. In den ersten Tagen bin ich nicht dazu gekommen, ich reiche es also nun nach. Wie bisher gibt es wieder eine Kurzzusammenfassung und meine Meinung zu den von mir gesehenen Filmen.

Am dritten Tag wurde ich zunächst Opfer meiner eigenen Unaufmerksamkeit. Auf dem Weg zum Mittagessen stellte ich mit Entsetzen fest, dass der erste Film bereits um 13:00 beginnt und nicht wie bisher innerhalb der Woche um 15:00. Somit fiel für mich der erste Film 96 Minutes leider aus.

Als ersten Film des Tages habe ich dann Motorway gesehen. Hier ging es um Polizisten in Hong Kong auf der Jagd nach Verbrechern mit schnellen Autos. Die Story dreht sich um einen jungen Polizisten, der dank seiner guten Fähigkeiten im Auto in einer Zivilstreife Geschwindigkeitssünder einfängt. Als er bei einem Einsatz auf eigene Faust handelt, wird er jedoch zum Dienst an der Radarpistole abkommandiert. Gerade dann wird einer der Verbrecher, die er gefasst hat, befreit und seine Fähigkeiten werden dringend benötigt.
Motorway hat seine Stärken vor allem im optischen Bereich. Gerade die Verfolgungsjagd zu Beginn über die Highways Hong Kongs sieht sehr beeindruckend aus. Die Story ist okay, aber vorhersehbar. Leider fehlt dem Film etwas, was ihn auszeichnet und ihn in Erinnerung hält. Als Unterhaltung durchaus zu gebrauchen, jedoch kein Verlust, wenn man ihn verpasst. Wertung: 4/10.

Entgegen meiner ursprünglichen Planung habe ich mich danach kurzfristig zu für The Pact überreden lassen ;-) entschieden. Dieser Film handelt von einem Haus in einer Stadt in Kalifornien, dessen Bewohnerin gerade gestorben ist. Ihre Töchter müssen sich nun um die Beerdigung kümmern. Die ältere Schwester verschwindet gleich zu Beginn spurlos während ihrer ersten Nacht in diesem Haus. Als die jüngere Schwester bald daraufhin eintrifft, stellt sie fest, dass es in dem Haus zu spuken scheint und beginnt damit dem Phänomen auf den Grund zu gehen und nach ihrer Schwester zu suchen.
The Pact ist ein ziemlich gruseliger Film und schafft dies mit einem sehr einfach gehaltenen Setting. Das Haus, in dem die meisten Szenen spielen, ist nicht besonders groß und wirkt trotzdem über weite Strecken bedrohlicher als so manches weitläufige, alte Mansion auf dem Land. Die Story ist kaum vorhersehbar, nach einiger Zeit kann man zwar Vermutungen anstellen, was passiert ist, die Auflösung lässt jedoch noch recht lange auf sich warten. Der Film funktioniert in erster Linie durch die Unwissenheit des Zuschauers, der langsam aber sicher die Puzzlesteine zusammenfügt. Um in ein zweites Mal anzusehen, wäre das aber zu wenig. Wertung: 6/10.

Anschließend lief The Posession, ebenfalls ein eher gruseliger Film. Ein geschiedener Vater, der seine Kinder zu Besuch hat, geht mit diesen auf einen Garage Sale. Dort findet eines der Mädchen eine rätselhafte Truhe mit eingeschnitzen Symbolen. Sie darf diese mitnehmen und kurz darauf beginnt sie Stimmen zu hören und legt ein rätselhaftes, aggressives Verhalten an den Tag. Erschwerend zur Aufklärung kommt das angespannte Verhältnis zwischen Mutter und Vater dazu.
Der neue Film von Ole Bornedahl, der zuletzt mit Deliver us from Evil beim Festival dabei war, trägt hohe Erwartungen. Wie bei The Tall Man ist aber auch dieser durch den Umstand, dass er in Hollywood produziert wurde, wesentlich kommerzieller ausgelegt. So ist die erzählte Geschichte keineswegs neu. Besessene Kinder gibt es in zahlreichen Filmen. Doch finde ich, dass man durch kleine Details durchaus den Einfluss Bornedahls ausmachen kann. Außerdem finde ich die Idee, die Besessenheit aus dem Blickwinkel einer anderen Weltreligion zu betrachten, sehr gelungen. Zudem weiss man nun, dass die Dämonen dieser Religion nicht durchsichtig sind, wie ihre katholischen Kollegen. Mir ist später noch die Doppeldeutigkeit des Titels aufgefallen. Posession kann hier Besessenheit als auch Besitz (der Truhe) bedeuten. Wertung: 7/10.

Vorletzter Film des Tages war Piranha 3DD, einer meiner heimlichen Favoriten. Durch die Tatsache, dass es eine Fortsetzung eines nicht besonders anspruchsvollen Films war und sie den Regisseur gewechselt haben, hatte ich allerdings auch leichte Befürchtungen.
Der Film handelt von einem Wasserpark an einem See, der nun groß neueröffnet werden soll. Dort gibt es nun auch eine Adult Area mit water-certified Strippern. Bei der Neueröffnung tritt David Hasselhoff als er selbst als Stargast auf. Leider stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass der See mit dem aus dem Vorgänger bekannten Lake Victoria unterirdisch verbunden ist, sodass auch einige gefräßige Besucher der Eröffnung beiwohnen.
Meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Trotz der Tatsache, dass der Film nicht ganz an den Vorgänger herankommt, ist es eine super Unterhaltung. 3D ist hier eher nebensächlich, aber wegen dem schönen, „subtilen“ Wortspiel mit dem Titel unvermeidlich. Es macht großen Spaß der Selbstdemontage von David Hasselhoff zuzusehen und ich liebe Christopher Lloyds erneuten Auftritt als Doc Brown Reinkarnation. Sicherlich kein anspruchsvoller oder intelligenter Film, aber ein toller Film für einen kurzweiligen Abend. Wertung: 7/10.

Den Abschluss bildete der Vertreter der Midnight Madness Reihe Stitches. Ein Film über einen Party-Clown, der wegen der zu bespaßenden Kinder, die allesamt ziemlich unhöflich zu ihrem Unterhalter sind, auf unangenehme Art zu Tode kommt. Jahre später veranstaltet der nun deutlich ältere damalige Gastgeber eine neue Geburtstagsparty und der Clown kehrt zurück um sich zu rächen. Dabei nutzt er durchaus ansprechende Arten, seine Widersacher zu beseitigen.
Eines der Highlights unter den bis dahin gelaufenen Filmen. Stitches, der Clown, ist genauso, wie ich mir Clowns vorstelle. Creepy und versifft. In beiden Kategorien kann er es gut mit Captain Spaulding aus House of 1000 Corpses aufnehmen. Er ist nur nicht ganz so psychopathisch. Zu Beginn jedenfalls nicht. Durch ihr Verhalten hat man auch nicht so besonders viel Mitleid mit den meisten der Kinder, da diese größtenteils auch später nicht viel dazugelernt haben. Stitches ist zu Beginn eine etwas tragische Figur, die einem leidtun kann – wenn die Aversion gegenüber Clowns nicht überwiegt. So wie bei mir. Großartig ist eine Szene mit einer Verfolgungsjagd, bei der Stitches ein stilechtes Verkehrsmittel wählt. In einer Szene kommt sogar das Clown-Theme Einzug der Gladiatoren vor. Wer Hollywood Babble-On kennt, wird vermutlich sofort Assoziationen zum Creepy Clown bekommen. Wertung: 8/10.

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