Fantasy Filmfest Nights 2012, Tag 1

Da bin ich mal wieder in Hamburg bei den Fantasy Filmfest Nights und der erste Tag ist auch schon wieder vorbei.

Los ging es diesmal mit The Prodigies 3D, einem Animationsfilm über 5 Jugendliche mit besonderen Fähigkeiten. Diese werden von einer Stiftung über ihre Ergebnisse bei einem Computerspiel identifiziert und dann zusammengeholt um ihre Fähigkeiten zu untersuchen. Wie man sich schon denken kann, läuft das nicht so, wie geplant.
Mir gefiel die Optik beim Trailer schon nicht so besonders. Im Film selbst hat mich das dann allerdings weit weniger gestört. Dafür fand ich die Story recht lahm und vorhersehbar. Ich hatte die meiste Zeit den Eindruck, das so oder so ähnlich schon an anderen Stellen gesehen zu haben. Der 3D Effekt hielt sich in Grenzen, meiner Ansicht nach hätte der Film auch ohne gut funktioniert. Alles in allem kann man sich den Film angucken, sollte aber nicht zu hohe Erwartungen ansetzen. 5/10

Weiter ging es dann mit Livid. Diese französische Produktion vom gleichen Team wie Inside wurde bereits (auch von mir) mit Spannung erwartet. Sie handelt von einer jungen Frau, die in einem französischen Fischerdorf als Altenpflegerin arbeitet. Dabei erfährt sie von einem alten Haus in dem eine schwer kranke Frau lebt, die seit Jahren im Koma liegt. Angeblich soll es dort auch einen Schatz geben und so fasst sie mit ihrem Freund und einer weiteren Person den Entschluss, diesen Schatz zu finden und in ihren Besitz zu bringen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass das Haus noch andere Geheimnisse birgt.
Dadurch, dass der Film über weite Teile nachts spielt, schafft er es, eine hohe Grundspannung zu schaffen und zu halten. Das Haus wirkt auch ziemlich gruselig, dazu tragen auch die zahlreichen Tierköpfe an den Wänden bei. Die Hauptdarstellerin ist sehr sympatisch und spielt ihre Rolle recht gut, die beiden Begleiter bleiben dagegen etwas blass. Grundsätzlich hat mir der Film gut gefallen, jedoch hätte man das Ende evtl. überdenken sollen. Dies schien auch großen Teilen des restlichen Saalpublikums so zu gehen. 8/10

Als nächstes kam dann We need to talk about Kevin. Hierbei geht es um die Mutter eines Jungen, der einen Amoklauf in seiner Schule begeht und schildert das Leben der Mutter in verschiedenen verschachtelten Zeitebenen. Einen großen Anteil nimmt hierbei die Zeit nach der Geburt ihres Sohnes ein. Dieses Kind ist auch mitunter eines der bösartigsten, das mir in einem nicht-übersinnlichen Film seit langem untergekommen ist. Es terrorisiert bereits seit frühester Kindheit seine Mutter, eine ehemalige Fotojournalistin. Wer noch Argumente braucht, warum er Kinder nicht mag, wird hier definitiv fündig.
Dieser Film funktioniert einfach sehr gut und lässt einen mit einem sehr unguten Gefühl zurück. Er braucht dafür keine großen Effekte oder komplizierte Handlungen, die Bösartigkeit des Kindes und deren Folgen reichen vollkommen aus. Definitiv kein Film für unterhaltsame Abende, aber durchaus empfehlenswert. Bisher eines meiner persönlichen Highlights. 9/10

Der vierte Film war dann Chronicle. Auch hier geht es um Jugendliche mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Diese kommen jedoch auf nicht natürliche Weise zu ihnen. Die drei Protagonisten sind recht unterschiedlich. Der Außenseiter, sein Cousin, der als einziger mit ihm etwas unternimmt und der Schülersprecher. Nachdem sie zu ihren Fähigkeiten gekommen sind, beginnen die drei diese auszuprobieren, was zu äußerst kreativen Einfällen führt. Jedoch kann einem große Macht auch schnell zu Kopf steigen, gerade dann, wenn man nicht unbedingt beliebt ist.
Der Film ist mit Found-Footage Material kreiert, was hier jedoch nicht dauerhafte Wackelkamera bedeutet, da die Kamera von einem der Protagonisten so geführt wird, dass sie sehr ruhig im Raum liegt. Optisch hat der Film einiges zu bieten und auch storytechnisch unterhält er sehr gut. Zum Ende hin bleiben zwar ein paar Fragen offen, aber dies ist nicht unbedingt problematisch. Alles in allem ein solider Film. 7/10

Den Abschluss bildete Juan of the Dead, ein kubanischer Zombie-Film. Juan ist Fischer in Havanna und hält sich damit einigermaßen über Wasser. Allgemein ist er sehr entspannt und so beeindruckt ihn auch eine Zombie-Epidemie nicht, die die Stadt heimsucht. Vielmehr fasst er den Entschluss mit seinem Kumpel ein Dienstleistungsgeschäft aufzuziehen, dass den zahlenden Kunden ihre zu Zombies verwandelten Angehörigen abnimmt. Dabei treten aber einige Komplikationen auf.
Eine unterhaltsame Zombiekomödie aus Kuba. Allgemein ist Kuba kein Land, aus dem ich bisher jetzt viele Filme gesehen habe –  dieser Film war jedenfalls klasse. Was mich sehr überrascht hat, waren die kritischen Untertöne in bezug auf lokale Gegebenheiten, die ich nicht erwartet hätte. Da es sich um eine Koproduktion mit Spanien handelt, mag dies aber der Tatsache geschuldet sein, dass der Film von keiner Behörde in Kuba abgenommen werden musste. Storytechnisch vielleicht nicht gerade eine Offenbarung, aber definitiv eine der besseren Zombiekomödien der letzten Jahre. 6/10

Gleich gehts dann los in den zweiten Tag, an dem die Mehrzahl der Filme kommen, auf die ich mich bereits im Vorfeld gefreut habe, darunter The Theater Bizarre, den ich im letzten Jahr auf dem Filmfest Oldenburg leider verpasst habe.

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