Bite Me 3D / XpanD

Heute war ich nach einiger Zeit mal wieder im Kino, um genau zu sein im Cinespace in Bremen und habe mir Shark Night 3D angesehen. Als ich vor ein paar Tagen gesehen habe, dass der Film jetzt läuft, kam mir ein relativ alter Tweet wieder in den Sinn, wo jemand vor Bekanntgabe des endgültigen Titels „Bite Me 3D“ vorgeschlagen hatte. Hätte ich als Titel auch besser gefunden ;-)

Bei Shark Night 3D handelt es sich um ein College Kids Creature Feature mit, wie zu erwarten war, Haien. Eine Gruppe von Studenten fährt zu einem Haus auf einer Insel mitten in einem ländlich gelegenen See (einem Salzwasser See!) um dort ein Wochenende zu verbringen. Wie zu erwarten ist, gibt es dort Rednecks und keinen Mobilfunkempfang. Nach kurzer Zeit fällt dann auf, dass es in dem See Haie gibt und plötzlich fehlt jemandem ein Arm. Es wird also alles daran gesetzt, Hilfe zu holen, was sich jedoch nicht als so einfach darstellt.

Konzeptionell hat mich der Film sehr an Piranha 3D errinnert, der letztes Jahr lief und den ich sehr mag. Bei diesem Film gibt es allerdings wesentlich weniger comic relief, wohingegen Piranha 3D eine fröhliche Grundstimmung durch die ausgiebigen Springbreak Szenen zu Beginn schafft. Bei Shark Night 3D geht es schon bald  zur Sache und die Haie haben ihren ersten Auftritt. Dementsprechend wenig Gelegenheit haben die Charaktere sich zu entwickeln und bleiben relativ flach und stereotyp gezeichnet. Etwas Raum, sich zu entwickeln, wird lediglich der von Sara Paxton gespielten Sara gegeben. Hervorzuheben sind auch die einfallsreichen Haie, die sich viel Mühe geben, an ihr Futter zu kommen. Der Einsatz von 3D ist relativ überschaubar, aber für Freunde des Pop-Out-Effekts gibt es einige sehr schöne Szenen, in denen dem Zuschauer Teile von Schiffen und einem Bootsanleger ins Gesicht fliegen sowie diverse Haiattacken. Besonders gut hat mir vor allem eine Sequenz zu Beginn gefallen, in der die Fahrt zum See in Zeitrafferaufnahme gezeigt wird. Diese wirkte ungemein plastisch und faszinierte mich sehr beim Zusehen.

Man sollte zudem unbedingt bis zum Ende des Abspanns im Saal bleiben da es noch ein Musikvideo der Darsteller mit dem Titel „Sharks Bite!“ gibt, was auf jeden Falls sehr sehenswert ist und alle, denen der Humor zu kurz gekommen ist, definitiv entschädigt.

Ich wurde auf jeden Fall gut unterhalten. Mehr hab ich auch garnicht verlangt :-) Wertung: 6/10

XpanD

Der Film lief heute im Kino 4 des Cinespace, welches offenbar seit kurzem 3D fähig ist. Hier kommt allerdings ein Shutter-System von XpanD zum Einsatz im Gegensatz zum weit verbreiteten RealD Polarisationsverfahren. Der direkte Vergleich hatte mich schon lange interessiert und so bot sich hier eine willkommene Gelegenheit. Das XpanD Verfahren verwendet aktive Shutterbrillen, wie sie auch im Home Cinema zum Einsatz kommen. Diese erhalten von einem Infrarotsender ein Synchronisations-Signal, mit welchem sie die abwechselnde Abdunkelung jeweils eines Auges steuern. Somit entfällt die Polarisierung des Lichts und somit auch die Silberleinwand, was das ganze System im ersten Moment kostengünstiger macht. Theoretisch müsste das System auch lichtstärker sein, ist mir allerdings nicht besonders aufgefallen. Es handelt sich bei XpanD nicht um Einwegbrillen, da die Shutterbrillen verhältnismäßig teuer sind und wiederverwendet werden. Zudem benötigen sie für die aktiven Komponenten in der Brille Strom aus einem Akku. Dies führt zu einem meiner größten Kritikpunkte:

Die Brillen sind unheimlich schwer.

Bereits nach kurzer Zeit beginnt die Brille nach vorne zu rutschen und man ist ständig bestrebt diese wieder nach hinten zu schieben. Dabei deckt man auch schon einmal den vorne zwischen den Augen befindlichen Infrarotsensor zu und stört somit die 3D Darstellung. Zudem wird die Brille nach einiger Zeit extrem unangenehm auf der Nase.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es für das Kino in der Anschaffung attraktiver aussieht, dieses System zu verwenden, da die Leinwand nicht erneuert werden muss. In Anbetracht des Preises der Brillen, die möglicherweise noch über dem der Consumerexemplare liegt, könnte sich diese Einsparung allerdings auch relativieren. Ich als Zuschauer ziehe jedenfalls jederzeit ein Polarisationssystem vor, auch wenn ich da die Brille bezahlen muss. Der Komfort während des Films ist ungemein höher. Mehr als 90 Minuten mit den Shutterbrillen ist nicht gut zu ertragen.