Fantasy Filmfest 2011, Tag 4

Und ein weiterer Tag ist vergangen, den ich im Kino verbracht habe. Die heutigen Filme im Überblick:

The Innkeepers

Der erste Film des Tages war einer derer, auf die ich mich im Vorfeld sehr gefreut habe und ich wurde auch nicht enttäuscht. Der Regisseur Ti West war bereits vor zwei Jahren mit zwei guten Filmen auf dem Festival vertreten, zum einen Cabin Fever 2 und den von mir sehr geschätzten House of the Devil, dementsprechend hatte ich auch eine gewisse Erwartungshaltung. Diese wurde auch nicht enttäuscht.

Der Film handelt von einem Hotel, welches bald abgerissen werden soll. Am letzten Wochenende an dem es geöffnet ist, sind noch zwei Angestellte, Claire und Luke, im Haus, die die wenigen verbliebenen Gäste versorgen (sollen). Die beiden vertreiben sich ihre Zeit allerdings mehr damit, angebliche Spukereignisse im Haus zu ergründen, was kein gutes Ende zu nehmen verspricht.

Zu Beginn errinnert einen, wie ich bereits auf Twitter gelesen habe, die Szenerie sehr an „Clerks“ im Hotel. Die beiden Angestellten vertreiben sich die Zeit mit Belanglosigkeiten und veranstalten eine Menge Blödsinn in den leeren Räumen. Im weiteren Verlauf nimmt der Film dann allerdings ernstere Töne an. Die Mischung ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen, ich hatte enorm viel Spaß und trotzdem war das Ende überaus gruselig. Wertung: 8/10

Get Shorty

Als inoffizieller Vorfilmaussucher der Nacht im Universum konnte ich mir auch dieses Jahr die Kurzfilmreihe nicht entgehen lassen. Und es waren wieder so einige großartige Werke dabei.

The Unliving (Återfödelsen)

Eine Zombieapokalypse in Schweden. Die Schweden sind aber clever und lassen die Zombies dank eines neuen Medikamentes für sich arbeiten. Einer der dafür zuständigen „Ärzte“ bekommt allerdings einen Gewissenskonflikt. War ganz nett anzuschauen, allerdings etwas lang (ca. 30 Minuten) und inhaltsarm. Die Idee an sich ist jedoch gut.

Hungry Hickory

Ein neuer Film des Machers von „He dies at the End“. Ein irischer Kurzfilm, in dem eine junge Frau von einer Tür am Fußende des Bettes in einer alten Pension belästigt wird. Erzeugt mit sehr einfachen Mitteln einen hohen Suspense-Faktor und ist einfach nur klasse :-)

Dance with the Devil (La Terrible Malediction)

Eine Frau liefert sich ein Wettrennen mit einem Zombie, der nicht mehr so richtig Lust auf seine Tätigkeit hat. Unterhaltsame Komödie, die mit der vierten Wand spielt und dadurch hohes Interesse hervorruft. Hat allerdings ein paar Längen.

Sabrina

Ein mit sehr niedrigem Budget gedrehter Film, der von einem Mann erzählt, der mit seinem „Mitbewohner“ nicht mehr zufrieden ist und ihn wegen seiner neuen „Freundin“ loswerden will. Klasse Idee, super umgesetzt.

Bloody Christmas 2 – The Rise of the Christmas Trees

Die Fortsetzung eines Kurzfilms, der von der Rache der Weihnachtsbäume erzählt. Diesmal wird einer rücksichtslos überfahren, woraufhin er sich an der Autofahrerin rächt und kurz darauf das Krankenhaus, in dem sie eingeliefert wurde, in ein Blutbad verwandelt. Durchaus kurzweilig und unterhaltsam.

The Peacock’s Eye (L’Oeil du Paon)

Ein französischer Stock-Motion Film, von einem Mann und einer Frau und vielen Trophäen an der Wand. Leider fehlten hier die Untertitel, sodass man nicht so richtig folgen konnte, aber mir kam der Film auch so sehr langatmig und anstrengend vor.

Judas & Jesus

Ein deutscher animierter Kurzfilm, der die Geschichte von Jesus… ziemlich respektlos erzählt :D Leider gab es nach einigen Minuten technische Schwierigkeiten mit der DCP-Kopie, aber evtl. wird, wenn eine neue Kopie beschafft werden kann, der Film nochmal nachgeholt. Das was ich aber gesehen habe, war definitiv ein Highlight.

Blood Snow

Ehm… ein Film über die Eigenschaft von Blut als künstlerisches Gestaltungsmittel im Schnee. Ein wenig merkwürdig, aber ganz nett.

Brutal Relax

Ein weiteres Highlight. Ein offenbar zu Gewaltausbrüchen neigender Mann wird von seinem Arzt in den Urlaub geschickt. Am Strand wird er leider von einer Horde Wassermonster überrascht, die die anderen Urlauber dezimieren. Das lässt ihn ziemlich kalt, aber als seine Musik auf dem Walkman nicht mehr läuft, reicht es ihm und die Wassermonster haben ein Problem.

Superlustiger Film für alle Freunde von viel Blut und Körperteilen. Mein Sitznachbar gehörte offenbar nicht zu der Gruppe, er schaute etwas entgeistert, als (Vorsicht, Spoiler) der Mann die Wassermonster mit den Resten von einem Kind verprügelte. Sah aber lustig aus :D

Julia X – 3D

Mein zweiter 3D Film bei diesem Festival und anders als „Hybrid 3D“ letztes Jahr, kein schlechter: Ein Internetdate von Julia geht etwas schief, als sie in die Fänge eines sadistischen Killers, gespielt von Kevin Sorbo, gerät. Jedoch hat dieser keine Ahnung, worauf er sich eingelassen hat.

Viel mehr sollte man nicht verraten, da es so einige Überraschungen für den Zuschauer gibt. Mich persönlich hat es ein wenig an „The Loved Ones“ aus dem letzten Jahr errinnert, auch wenn Julia X nicht ganz daran heranreichen kann. Trotzdem ein schöner Film mit okay-en 3D Effekten. Wäre ohne aber auch kein Verlust gewesen. Pop Out Effekte gab es viel zu wenig ;-) Wertung: 6/10

Perfect Sense

Anschließend gab es für mich das Centerpiece. Ein Film über eine Epidemie, die den Menschen weltweit nach und nach die Sinne nimmt. Zunächst verlieren sie den Geruch, danach den Geschmack und schließlich Hören und Sehen. Jede Stufe wird durch massive Gefühlsausbrüche angekündigt. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Paar, Michael und Susan, hervorragend gespielt von Eva Green und Ewan McGregor, die vom Verlust ihrer Sinne nicht verschont bleiben. Jedoch ist das nicht der Kern der Geschichte, sondern vielmehr die Art und Weise, wie die Menschen mit der Situation umgehen. Meiner Meinung nach einer der bewegendsten Darstellungen des Endes der Zivilisation seit langem, die komplett ohne Explosionen oder Zombies auskommt. Ein ruhiger Mittelpunkt des Festivals der für das Centerpiece perfekt geeignet ist. Wertung: 7/10

Jedoch muss ich an dieser Stelle Kritik an der Programmplanung üben, denn in Hamburg lief der Film gegen „Kill List“, der, auch laut Ansage, ebenfalls großartig sein soll, den ich nun allerdings nicht sehen konnte. Es wäre gut, wenn solche hervorgehobenen Filme ein wenig versetzt gezeigt würden – oder, wenn das nicht möglich ist, zumindest wiederholt würden.

Urban Explorer

Die zweite deutsche Produktion dieses Festivals spielt in Berlin und zwar im Untergrund. Der Film handelt von sog. Urban Explorern, die verlassene Tunnel, Industrieanlagen und andere Gebäude untersuchen. Hier begibt sich eine Gruppe von jungen Leuten mit einem Guide in die Tunnel unter Berlin, die größtenteils aus dem zweiten Weltkrieg stammen um zum „Fahrerbunker“ (sic!) vorzustoßen, der ansonsten unzugänglich ist. Leider kommt es zu einem Unfall auf dem Rückweg und auch sonst lauern Gefahren in den alten Tunneln, von denen herrannahende U-Bahn-Züge die kleinste darstellt.

Mich hat der Film ein wenig an „The Descent“ erinnert, da auch hier ein Großteil in der permanenten Dunkelheit unter der Erde spielt. Zwar nicht ganz so gruselig wie dieser, aber dennoch sehr spannend und packend. Der lokale Bezug zu Berlin ist zwar nicht oft zu erkennen, aber mit verschiedenen Details wird man immer wieder daran erinnert, was dem Film auch wenn er auf Englisch gedreht wurde, immer wieder an den Spielort errinnert. Wertung: 7/10

The Veteran

Den Abschluss bildete für mich heute The Veteran. Ein Ex-Fallschirmjäger der Britischen Armee kehrt aus Afghanisten nach London zurück und findet sein Viertel in der Hand von Gangs wieder. Zudem heuert ihn der Geheimdienst an, um islamistische Terrorzellen auszuschalten.

Was ein brutaler Thriller zu werden verspracht, hielt dies auch größtenteils. Auch wenn ich mir nach der Bescheibung im Programmheft noch etwas mehr erhofft habe, ging man hier relativ schnell gut zur Sache. Im Programmheft wurden Bezüge zu „Harry Brown“ und zu Jack Bauer aus „24“ hergestellt, die nicht ganz unberechtigt erscheinen. Als Abschluss des Tages bestens geeignet (auch wenn er mich im Endeffekt 12 Euro fürs Taxi gekostet hat, weil meine Mitfahrgelegenheit zum Hotel bereits vor dem Film gefahren ist). Wertung: 6/10

Morgen, und damit sind wir schon auf der zweiten Seite des Timetables, gibt es dann einige der Filme, die ich am meisten erwartet habe:

  • Hair of the Beast
  • The Dead
  • The Woman
  • Super
  • Largo Winch II
  • Red State

Und wir kriegen Besuch aus der Heimat, yay! ;-)

Fantasy Filmfest 2011, Tag 3

Und schon wieder ein weiterer Tag vorbei. Die Filme im Einzelnen:

In Your Hands

Ein französischer Entführungsthriller mit Kristin Scott Thomas in der Hauptrolle, der sich mit dem Stockholm-Syndrom auseinandersetzt. Überwiegend spielt der Film in einem einzigen Raum und beschränkt sich auf die Opfer-Täter-Beziehung. In sofern ist er sehr bedächtig erzählt und zieht sich leider ein wenig in die Länge. Für die Mittagszeit kein schlechter Film, da er sehr unaufgeregt ist, man verpasst jedoch auch nicht viel, wenn man ihn nicht sieht. Wertung: 4/10

Yellowbrickroad

Puh. Dieser Film war bisher die größte und unnötigste Enttäuschung dieses FFF bisher. Als ich zuerst davon gehört habe und den Trailer zum ersten Mal gesehen habe, war ich sehr interessiert, diesen Film zu sehen. Auch die Warnungen in den Foren hab ich in den Wind geschlagen, weil mit der Thematik kann man eigentlich garnichts falsch machen. Die Prämisse ist auch gar nicht schlecht: Vor vielen Jahren verschwanden die Einwohner eines Dorfes in New Hampshire, nachdem sie sich alle auf einen kleinen Pfad ins Gebirge begaben. Viele Jahre danach, quasi heute, macht sich eine Gruppe von, nun ja, Leuten, auf, um dieses Geheimnis zu untersuchen.

Im folgenden könnten einige Spoiler vorhanden sein: Leider wird das Potenzial überhaupt nicht genutzt. Die Gruppe kommt in der Stadt an, in der komischerweise GPS und Kompass verrückt spielen. Nach ein wenig Überzeugungsarbeit gewinnen sie die Popcornverkäuferin des lokalen Kinos dazu, ihnen den Pfad zu zeigen und sie machen sich auf, dem Pfad zu folgen. Unterwegs beginnt plötzlich Musik aus den 40er Jahren, dem Zeitraum des Verschwindens, zu ertönen. Ja, mitten im Wald. Ohne Grund. Uhh, scary. Mag es jedenfalls gemeint sein – ist es nur leider nicht, es wirkt völlig deplaziert und blöde. Die Gruppe wandert dann immer weiter durch die zugegeben schönen Landschaften, bis der Kartograph seiner Frau ein Bein abhackt, weil die ihm den zuvor gefundenen alten Hut weggenommen hat. Von da an eskalieren die Ereignisse vor sich hin, die einem aber völlig egal sind, weil der Film bis dahin schon alles falsch gemacht hat, was möglich war. Vom Schicksal der Dorfbewohner erfährt man nichts, jedenfalls nichts aussagekräftiges. Am Ende gibt es dann noch einen halbherzigen Erklärungsversuch, der aber total aufgesetzt wirkt und nichts mehr retten kann. Wertung: 2/10 (wegen der Landschaften und der Grundthematik)

A Lonely Place To Die

Als Entschädigung gab es danach einen hervorragenden Thriller, der im Norden Schottlands spielt. Es geht um mehrere Bergsteiger, die in der Einsamkeit der Highlands ein kleines Mädchen in einem Erdloch finden, die dort offenbar gefangen gehalten wird. Wie es gute Briten nunmal machen, beschließen diese das Kind zu retten und ins nächste Dorf zu bringen, was sich als nicht so einfach darstellt, da der normale Weg etwa 20 Kilometer beträgt. Es gibt jedoch eine Abkürzung über eine Steilwand, sodass die Gruppe sich aufteilt und zwei der Bergsteiger, die Steilwand hinabsteigen wollen um die Polizei im Dorf zu informieren. Leider haben die beiden Entführer, die das Mädchen in das Erdloch verbracht haben etwas dagegen und beginnen die Gruppe zu dezimieren.

In diesem Zeitslot musste ich lange überlegen, ob ich mir Hesher anschaue oder eben A Lonely Place To Die. Offenbar war Hesher ebenfalls sehr gut, sodass man sich gar nicht falsch entscheiden konnte. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt und die großartigen Landschaftsaufnahmen im Verlauf des Films waren Grund genug, sich diesen im Kino anzusehen. Aber auch die Geschichte ansich war spannend und mit guten Darstellern besetzt. Definitv zu empfehlen. Wertung: 9/10

Hell

Als vorletzten Kandidaten gab es eine deutsche Produktion, die komplett ausverkauft war.Die Dystopie erzählt von einer möglichen Zukunft im Jahre 2016, in der auf Grund von Sonnenstürmen die Temperatur ansteigt und die Erde kaum noch bewohnbar ist. Die Sonne blendet extrem bei Tag und verbrennt Pflanzen und schädigt Menschen, die sich zu lange darin aufhalten. In dieser Zeit ist eine junge Frau mit ihrer kleinen Schwester und einem Mann in dessen Auto unterwegs, auf der Suche nach einer besser bewohnbaren Zone. Die Reise wird jedoch jäh von der örtlichen Landbevölkerung unterbrochen, die etwas gegen ihre Weiterfahrt einzuwenden hat.

Ein deutscher Genrefilm ist schon eine bemerkenswerte Seltenheit, zumal dieser Film durchaus hochkarätig besetzt ist. In den Hauptrollen finden sich Hannah Herzsprung und Angela Winkler. Auch ansonsten ist dieser Film durchaus positiv zu erwähnen. Auch wenn die Geschichte an sich nicht besonders neu oder originell ist, schafft sie es, gut zu unterhalten. Der Einsatz der Wackelkamera ist entgegen den -gefühlt- vielen Stellen im Trailer erfreulich gering und die überbelichteten Szenen in der prallen Sonne sind ebenfalls nicht übermäßig häufig eingesetzt. Besonders schön fand ich, dass man Deutschland als Handlungsort an kleinen Details wie einer Tankstelle oder Produktnamen erkennen konnte, was eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Spielorten – Großbritannien und den USA – darstellt.

Die Vorführung fand in Anwesenheit des Regisseurs statt, der vor allem auf Grund seiner Aufregung vor dem Publikum zu sprechen sehr sympatisch wirkte. Im Anschluss gab es noch ein Q&A mit dem Regisseur und seinem Co-Autor, das insgesamt recht aufschlussreich war. So wissen wir nun, dass die Dreharbeiten nicht für einen Waldbrand auf Korsika verantwortlich waren ;-) Gut fand in die Reaktion des Regisseurs auf eine Frage bezüglich der Aussage des Films. Er bezog sich dabei auf ein Interview mit dem jungen Roman Polanski, der auf die gleiche Frage geantwortet haben soll: „Wenn ich eine Nachricht transportieren wollte, wäre ich bei der Post.“ Wertung: 8/10

Saint

Den Tagesabschluss bildete schließlich Saint, ein schöner niederländischer Weihnachts- Nikolausfilm. Laut diesem Film war St. Nikolaus kein freundlicher Mann der Geschenke verteilt, sondern ein böser Bischof, der am 5. Dezember Kinder ermordet und mitnimmt. Leider fanden das im 16. Jahrhundert die Leute nicht so lustig und zündeten ihm sein Boot mit ihm drauf an. Seitdem kommt er immer dann zurück, wenn am 5. Dezember Vollmond ist. Im heutigen Amsterdam passiert dies leider wieder einmal und verschiedene Einwohner, allen vorran ein Schüler, der auf dem Weg zu einem Auftritt als Nikolaus ist sowie ein Polizist, der bei dem vorherigen Nikolaus-Vollmond-Zusammentreffen seine Familie verloren hat, machen sich auf, dem Treiben ein Ende zu bereiten.

Saint war eine kurzweilige schwarzhumorige Horror-Komödie, die für die Midnight Madness Reihe genau richtig war. Ein mordender Nikolaus, Niederländer mit ihrer lustigen Sprache (Sorry! :D ) und ein paar hübsche Nebendarstellerinnen. Zudem noch besonders spaßig mit einem Publikum das bei den entsprechenden Szenen auch noch lacht. Definitv eine Empfehlung wert. (Wäre vielleicht auch was für die ENiU im Dezember, @n0d0n. Hint Hint. :-) ) Wertung: 7/10

So weit für heute. Morgen gibt es dann:

  • The Inkeepers
  • Get Shorty
  • Julia X – 3D
  • Perfect Sense
  • Urban Explorer
  • The Veteran

Fantasy Filmfest 2011, Tag 2

Nun ist also der erste komplette Tag vorbei. Ich habe, wie angekündigt, heute fünf Filme gesehen und es war kein Totalausfall dabei. Im Einzelnen:

I am you

Ein sehr ruhiger Film, der basierend auf einer wahren Geschichte vom Verschwinden eines jungen Mädchens handelt. Diese taucht eines Abends nach ihrem Tanzunterricht nicht mehr zu Hause auf, was ihre Eltern zu einer Suche veranlasst. Der Film arbeitet mit mehreren Erzählsträngen, die zeitlich nicht aufeinander folgen und verschiedene Personen als Handlungsmittelpunkt wählen. Die Besetzung ist mit Miranda Otto, Sam Neill und Guy Pearce gut gewählt, auch die weiteren Darsteller füllen ihre Rollen gut aus. Die Erzählweise ist allerdings, wie schon beschrieben sehr ruhig und man muss die Handlung aufmerksam verfolgen um die Zusammenhänge zu verstehen. Ein interessantes Detail ist im Abspann zu erfahren: Die Eltern des Mädchens haben als Berater mitgewirkt, somit kann von einer relativ großen Authentizität ausgegangen werden. Wertung: 5/10

Cold Prey 3

Hierbei handelt es sich um ein Prequel der beiden schwedischen Cold Prey Teile, die ich selbst erst vor kurzem gesehen habe. Der Film beschreibt die Ereignisse, die sich in dem einsamen Hotel des ersten Films zugetragen haben und wie der Killer der beiden Filme zu dem wurde, was er ist.

Im Gegensatz zu den beiden ersten Teilen spielt dieser Film zwar auch im Jotunheimen Gebirge, jedoch liegt hier kein Schnee, da Sommer ist. Das nimmt dem Film leider einiges von dem Flair, den die anderen beiden Teile hatten. Weiterhin ist die Vorgeschichte zu großen Teilen bereits ganz zu Anfang abgehakt bzw. wird nur indirekt im Verlauf des Films deutlich, da der Rest 12 Jahre nach der Schließung des Hotels spielt. Trotzdem versteht der Regisseur es Spannung aufzubauen, jedoch nur teilweise eine direkte Verbindung zu den beiden Vorgängern herzustellen. Das Potenzial wird meiner Meinung nach nicht voll ausgenutzt, es ist aber trotzdem ein sehr solider Film. Wertung: 6/10

Snowtown

Ein echtes Highlight! Bereits im Vorfeld viel gelobt worden, war dieser Film definitiv ein Must-See. Es handelt sich dabei um die Geschichte von einer Mordserie in Australien, die bereits einige Jahre zurückliegt. Es wird geschildert, wie, ausgelöst durch mehrere Pädophilen-Vorfälle, die Gewalt in einer kleinen Gemeinde eskaliert und mehrere Personen ihre „Gerechtigkeit“ selbst vollstrecken. Im Mittelpunkt steht ein Jugendlicher, der mehr und mehr in die Gewaltakte einbezogen wird. Der Film ist bei der Schilderung sehr direkt und schonungslos. Nachdem in der ersten Hälfte die Auslöser im Fokus stehen, konzentriert sich die zweite Hälfte mehr auf die Reaktionen. In jedem Falle nichts für schwache Gemüter. Wertung: 8/10

Final Destination 5

Nach dem ernsten Snowtown gab es dann schon fast ein comic relief, wobei der fünfte Teil der Final Destination Reihe wieder sehr düster gehalten ist, wie der erste Teil. Trotzdem besteht auf Grund der zumeist absurden Todesarten der eine oder andere Moment zum Lachen, insbesondere, weil in diversen Szenen schöne 3D-Effekte dafür sorgen, dass einem Dinge ins Gesicht fallen. (Seit dem ich die restaurierte Fassung von „Comin‘ at ya!“ gesehen habe, steh ich ja total auf 3D-Pop-Out und halte das fast für die einzige Art sinnvoll mit dem Effekt umzugehen.) Durchaus gute, kurzweilige Unterhaltung und besonders schön die Remineszenz an Teil 1 und verschiedene andere Vorgänger am Ende bzw. vor dem Abspann. Wertung: 6/10

Good Neighbors

Zum Schluss ein weiterer Vertreter der ruhigen Filme, der es aber doch in sich hatte. Eine kanadische Produktion, die sich um drei Nachbarn in einem Mietshaus dreht von denen jeder seine Geheimnisse hat. Zudem treibt in der Stadt noch ein Serienkiller sein Unwesen.

Der Film hat mir als Abschluss des Tages sehr gut gefallen, zum einen durch seine humane Lauflänge von ca. 90 Minuten und zum anderen durch seine angenehmen und perfekt besetzten Darsteller. Mir kamen hierbei Errinnerungen an „Disturbia“, da die Situation, ein Mörder im nachbarschaftlichen Umfeld angesiedelt, eine ähnliche ist und trotz meiner Müdigkeit konnte mich der Film bis zum Ende unterhalten. Wertung: 7/10

Morgen gibt es dann vorraussichtlich:

  • In your Hands
  • Yellowbrickroad
  • A lonely Place to die
  • Hell
  • Saint

Fantasy Filmfest 2011, Tag 1

2011, August, Hamburg: Das 25. Fantasy Filmfest hat begonnen.

Ich sitze mal wieder im Hotel und habe nichts besseres zu tun, als meine Eindrücke festzuhalten. Naja, schlafen vielleicht, aber das kann ich gleich auch noch.

Heute, am ersten Tag, wie immer mit zwei Filmen. Im Vorfeld gab es zuerst Sponsoren-Trailer, darunter ein altbekannter TV Spielfilm Trailer und ein ziemlich guter neuer 13th Street Trailer. Es folgte die Begrüßung, bei der insbesondere auf das Centerpiece „Perfect Sense“ sowie auf die Filme „Kill List“ und „Rabies“ hingewiesen wurde.

Zunächst, als Opener die australische Produktion „Don’t Be Afraid Of The Dark„, auf dem Fantasy Filmfest vertreten vor regulärem Start in den USA und als Europa-Premiere. Der Film spielt in Rhode Island und dreht sich um das alte Anwesen „Blackwood Manor“. Ein Name, bei dem ich unweigerlich an das berühmte „Blackwhite Castle“ denken muss… ;-) Die Hauptrollen spielen Guy Pearce sowie Katie Holmes, die ich irgendwie immer noch wie in „Pieces of April“ in Errinnerung hatte und dementsprechend festgestellt habe, dass sie doch ein wenig älter geworden ist.

Das erwähnte Haus wird derzeit renoviert und die kleine Tochter des Architekten wird dort von ihrer Mutter hingeschickt, damit diese möglicherweise ihre psychischen Probleme dort in den Griff bekommt. Leider ist die Tatsache, dass es in dem Haus ein dunkles Geheimnis gibt eher abträglich für dieses Ansinnen.

Der Film ist handwerklich solide gemacht, für meinen Teil war er creepy genug. Stellenweise wirkt er jedoch ein wenig langatmig und zäh. Die Darsteller liefern eine ordentliche Leistung ab, insbesondere Katie Holmes sticht meiner Meinung nach hervor. Guy Pearce bleibt ein wenig blass. Positiv anzumerken ist auch, dass die Tochter nicht so nervig ist, wie es bei Kindern häufig der Fall ist.

Wertung: 6/10

Anschließend gab es den japanischen Film „Cold Fish„.

Mein erster Gedanke im Anschluss: „Ich hab schon lange nicht mehr sowas abartiges gesehen“. Aber ich wurde gut unterhalten, was bei mir mit asiatischen Produktionen oft schwierig ist.

Die Handlung dreht sich um einen Händler für exotische Fische. Dieser lernt einen anderen Fischhändler kennen und freundet sich mit diesem an. Er gibt seine Tochter in dessen Obhut, da dieser sich um mehrere Mädchen aus schwierigen Verhältnissen kümmert und diese in seinem Laden beschäftigt.

Bis dahin verläuft der Film recht normal und ruhig, allerdings eskaliert die Situation vor sich hin, da nach und nach die anderen Betätigungsfelder des vermeintlichen neuen Freundes aufgedeckt werden.

Negativ muss ich vor allem die Bildqualität anmerken: Ich hatte den Eindruck, dass das Bild extrem klötzchenbehaftet war, insbesondere in dunkleren Einstellungen trat dieses recht deutlich hervor. Dies kann allerdings auch nur daher besonders aufgefallen sein, da die Vorführung im größten Saal des Cinemaxx stattfand, bei kleinerer Projektionsfläche mag dies weniger ins Gewicht fallen. Ansonsten hat mir, wie eingangs erwähnt, der Film gut gefallen, trotz – oder gerade wegen der Szenen zum Ende hin. Er kam mir allenfalls etwas sehr lang vor, mag aber auch mit der fortgeschrittenen Uhrzeit zusammengehangen haben – ich bin jedenfalls gegen Ende hin ein paar mal eingenickt.

Wertung: 5/10

Morgen gehts dann los mit dem regulären Programm, meine Planung sieht vor:

  • I Am You
  • Cold Prey 3
  • Snowtown
  • Final Destination 5
  • Good Neighbours