Fantasy Filmfest 2011, Tag 8

Nachdem ich nun wieder recht zügig in der Heimat angekommen bin, hier noch ein Überblick über den letzten Tag in Hamburg, bevor ich dann endlich mal wieder etwas mehr als knappe 6h Schlaf bekomme… ;-)

The Valdemar Legacy – The Forbidden Shadow

Den Beginn machte heute die Fortsetzung des gestern gesehenen ersten Teils von „The Valdemar Legacy“. Hier werden weitere dunkle Geheimnisse um die Familie Valdemar aufgedeckt und die Handlung des ersten Teils fortgeführt. Zu Beginn taucht die im ersten Teil verschwundene Mitarbeiterin des Immobilienunternehmens im Wohnwagen einer Zigeunerin wieder auf, nachdem sie beinahe von einem Auto überfahren wurde. Schließlich erfährt der Detektiv, der nach ihr suchen soll weitere Informationen aus der Vergangenheit von Lazaro Valdemar, bei denen unter anderem auch H. P. Lovecraft eine Rolle spielt. Schließlich endet das Finale des Films die Geschichte, die mit dem ersten Teil begonnen wurde.

Der zweite Teil von „The Valdemar Legacy“ spielt fast ausschließlich in der Gegenwart, von einigen Rückblenden mal abgesehen. Um der Handlung folgen zu können, sollte man den ersten Teil unbedingt gesehen haben, da er zu Beginn nur ein paar grobe Anhaltspunkte wiederholt. Das Erzähltempo wird nicht wesentlich erhöht, jedoch werden alle Protagonisten nun direkt vom Vermächtnis der Familie Valdemar bedroht, sodass die Spannung deutlich ansteigt. Das Ende ist ebenfalls ein deutlicher Pluspunkt. Wertung: 6/10

Wasted on the Young

Eine Geschichte verortet im Umfeld von Schülern einer Privatschule irgendwo in Australien. Die Hauptpersonen stellen zwei Stiefbrüder dar, die recht unterschiedlich sind. Einer der beiden ist erfolgreicher Kapitän der Schul-Schwimmmannschaft, der andere ein „Computer-Experte“ oder so etwas in der Art. Jedenfalls macht er viel mit Computern und ominösen Robotikobjekten. Ein Mädchen aus seinem Geschichtskurs versucht sich mit dem eher introvertierten Jungen anzufreunden und besucht unter anderem deswegen die Partys seines Bruders in deren Haus. Dieser weiss von ihrem Interesse an seinem Bruder, was gravierende Konsequenzen für alle Beteiligten mit sich bringt.

Trotz einer nicht besonders schlechten Geschichte, schafft der Film es nicht, groß Interesse zu wecken. Er krankt an mehreren Stellen: Zunächst einmal die konsequent durchgezogene „Coolness“. Alles wirkt irgendwie aufgesetzt und nicht authentisch. Zudem gibt es merkwürdige Post-Effekte, die die Bilder leicht aufflackern lassen. Authentizität fehlt dem Film auch, wenn man bemerkt, dass keinerlei Erwachsene vorkommen. Mag vielleicht in einem Film über Jugendliche nicht besonders überraschen, jedoch gibt es scheinbar keine Lehrer, keine Hausmeister und keine Eltern. Außer am Telefon oder im Off zu seltenen Gelegenheiten. So wirkt die gesamte fiktive Stadt völlig entvölkert. Die Schule und das Wohnhaus der beiden Brüder machen einen extrem sterilen Eindruck und letzteres wirkt nicht wirklich bewohnt. Ein weiteres Problem wird verursacht durch Einbildungen, die erst am Ende derer als solche erkennbar sind und den Zuschauer erst einmal mit einem Fragezeichen über dem Kopf zurücklassen. Richtig angewendet mag das von Vorteil sein um die Geschichte aufzulockern, hier unterstützt es eher den schlechten Gesamteindruck. Wertung: 3/10

Deadheads

Nach der Enttäuschung vor zwei Jahren in Form von „Wasting Away“ gab es dieses Jahr erneut ein Zombie-Buddy-Roadmovie. Zwei junge Männer erwachen und stellen fest, dass sie Zombies sind, jedoch mit eigenem Bewusstsein und nicht komplett instinktgesteuert. Einer der beiden stellt fest, dass vor seinem Tod er seiner langjährigen Freundin einen Heiratsantrag machen wollte und so machen sie sich auf den Weg zu ihr, wobei sie von verschiedenen Hindernissen aufgehalten werden.

Zugegebenermaßen ist der Film nicht großartig und überragend, jedoch ganz unterhaltsam und kurzweilig. Die Dialoge sind größtenteils zumindest erträglich, stellenweise auch durchaus lustig, was bei der Vorführung auch die Publikumsreaktionen bestätigt haben. Er hat jedoch einige Längen, die die Story nicht vorranbringen. Besser als „Wasting Away“ fand ich ihn allemal, auch wenn die Grundprämisse nun mittlerweile nicht mehr sonderlich innovativ ist. Wertung: 4/10

Die Verlosung von diversen Merchandise-Artikeln zu Beginn war im Übrigen extrem gut vorbereitet – „Wer möchte dies hier haben? Oh so viele… Dann kriegt das wer von Euch am schnellsten hier unten ist… So, hier. Und wo du jetzt auch hier unten bist, kriegst du halt das T-Shirt hier.“ – Hat mir gefallen ;-)

Attack the Block

Die Closing-Night lief dieses Jahr im großen Kino 1, während die Deutschland-Tour von Matthias Schweighöfers neuem Film „What a Man“ in dessen Anwesenheit nur in Kino 3 lief, yay! ;-) Allerdings war der Saal nicht komplett ausverkauft, es waren noch einige Plätze frei.

Der Film handelt von britischen Jugendlichen aus einem Londoner Unterschichtenviertel, in dem diese in Form von Gangs harmlose Passanten überfallen und die Straßen kontrollieren. Als es jedoch zu einer Invasion von gefräßigen Außerirdischen kommt, müssen sie sich gegen diese wehren und ihren Wohnkomplex verteidigen. Unterstützung finden sie in einer Passantin, die sie zuvor noch überfallen hatten.

Ein toller Film zum Abschluss mit einem super Publikum. Der Humor passte einfach gut und das Erzähltempo war recht hoch. Die Charaktere hatten einen sehr eigenen Charme, vor allem Nick Frosts „Ron“, den Besitzer des Weed-Rooms. Zudem waren die Außerirdischen richtig schön fies und zwei kleine, ca. 10-jährige Kinder, die hin und wieder vorkamen und auch zu einer Gang dazugehören wollten, waren überraschenderweise gar nicht nervig, sondern ziemlich witzig. Insgesamt eine gute Wahl als Closing-Night. Wertung: 8/10

So, das wars für mich für dieses Jahr, ich bin ziemlich erledigt, kann aber heute im Gegensatz zum letzten Jahr ausschlafen, weil ich nicht schon um 6 Uhr wieder aufstehen muss. Ich freu mich schon sehr auf nächstes Jahr, obwohl ich jetzt, nach 8 Tagen und 38 Filmen definitiv fürs Erste genug habe ;-) In diesem Sinne: Bis nächstes Jahr, Hamburg!

Ich werd in den nächsten Tagen noch ein detaillierteres Fazit schreiben, dazu bin ich aber jetzt ein bischen zu müde…

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