Fantasy Filmfest 2011, Tag 5

Bin soeben aus dem Kino zurückgekommen, heute war ein sehr guter Tag!

Hair of the Beast

Wow, ein Fantasy-Film auf dem Fantasy Filmfest?! ;-) Eine kanadische Produktion über einen Verbrecher im 16. Jahrhundert, der sich in der noch französischen Kolonie als inzwischen toten Priester ausgibt, der gleichzeitig ein erfolgreicher Werwolfjäger war. Leider fehlt ihm für beides das Wissen bzw. Talent und so kommt er recht schnell in große Schwierigkeiten.

Für diesen Film hatte ich mich entschieden, weil gleichzeitig S01E01 von „The Walking Dead“ lief, die ich bereits kannte. Daher war der Film mehr eine Notlösung, jedoch hat er mich positiv überrascht. Temporeicht und spannend erzählt hat er mich gut unterhalten, obwohl ich von Werwolfstories in historischer Umgebung meist nicht so angetan bin. Wertung: 5/10

The Dead

Als zweiten Film gab es dann eine Zombieapokalypse in Afrika. Ein Ingenieur ist der einzige Überlebende eines Evakuierungsfluges und schlägt sich zusammen mit einem afrikanischen Soldaten durch die Wüsten und Steppen. Die ungleichen Partner müssen sich dabei Zombies, Wasser-, Essen- und Benzinmangels erwehren.

Auch dieser Film hat mich positiv überrascht. Ich hatte nicht besonders viel erwartet, da viele neuere Zombiefilme recht ähnliche Impulse setzen. Dieser jedoch orientiert sich mit seinen langsam schlurfenden Zombies an älteren Produktionen und schafft mit dem ungewöhnlichen Setting in Afrika, also fernab von westlicher Zivilisation, eine ganz eigene Athmosphäre. Definitiv eines der kleineren und unerwarteten Highlights. Wertung: 7/10

The Woman

Einer der Filme, auf die ich nach Sichtung des Trailers und der Kontroverse in Sundance definitiv gewartet habe. Ein Mann findet im Wald eine unzivilisierte Frau, die in der Wildnis lebt. Er fängt sie ein, nimmt sie mit nach Hause und sperrt sie in den eilig dafür vorbereiteten Keller, wo er sie seiner Familie präsentiert und beschließt sie zu zivilisieren.

Wow, ein so gewalttätiger Film ist mir lange nicht untergekommen. In der Begrüßung bereits formuliert mit „Wenn ein Film als der gewalttätigste des Festivals angekündigt wird, ist die Hütte voll.“, was definitiv den Tatsachen entsprach. Der Film war nahezu ausverkauft und es gab Gewalt auf den verschiedensten Ebenen. Zudem schafft es der Film,nach einer zunächst sehr ruhigen Hälfte dann noch bösartiger zu werden, als man bis dahin erwartet hätte. Absolutes Must-See und eines meiner persönlichen Highlights. Wertung: 9/10

Super

Hier geht es um Superhelden. Wie bei Kick-Ass jedoch eher um Wannabe-Superhelden. Der Protagonist beschließt dank einer göttlichen Eingebung, nachdem seine Frau für einen Anderen verlassen hat, einen Superhelden zu kreieren und mit dieser Identität das Verbrechen zu bekämpfen. Nachdem er einen Namen (The Crimson Bolt), ein Kostüm und eine Waffe hat, bekommt er schließlich noch einen Sidekick (Boltie), stellt jedoch fest, das Verbrechensbekämpfung nicht so einfach ist.

Und gleich noch ein toller Film hinterher. Der Film schafft, was Kick-Ass nicht geschafft hat. Er ist gleichzeitig witzig, nachdenklich und unheimlich unterhaltsam, was nicht zuletzt an den hervorragenden Schauspielern, allen vorran Ellen Page, liegt.

Zudem gab es noch, da der Regissseur vor Ort war, ein sehr interessantes Q&A. Wertung: 8/10

Largo Winch II – The Burma Conspiracy

Anschließend hab ich mich gegen die vermutlich größte Produktion des Festivals, „Cowboys & Aliens“ und für die belgische Comic-Verfilmungs-Fortsetzung, Largo Winch II entschieden, da ich damit rechne, dass es unwahrscheinlicher ist, diesen ansonsten nochmal im Kino zu sehen.

Der Film beginnt nach dem ersten Teil, dieser ist allerdings nicht zwingend für ein Verständnis notwendig. Largo Winch, Erbe der W-Unternehmensgruppe, beschließt diese zu verkaufen und mit dem Erlös eine Stiftung zu Gunsten von humanitären Projekten zu gründen. Leider schafft er sich damit viele Feinde und so hat er bald ein Ermittlungsverfahren des UN-Strafgerichtshofs am Hals, der er wegen Jahre zurückliegenden Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Burma bezichtigt wird, in die sein Vater verwickelt gewesen sein soll. Er muss nun alles daran setzen, seine Unschuld zu beweisen, was sich jedoch nicht ganz einfach darstellt.

Largo Winch ist einfach großartig. Die Filme wirken auf mich wie eine Mischung aus dem alten James Bond, Indiana Jones und etwas Wirtschafts-Thriller. Die Handlung ist temporeich und nicht linear erzählt, so gibt es immer wieder Sprünge zwischen verschiedenen Zeitebenen. Ein großer Pluspunkt ist der Charakter des Gauthier, der mich ein wenig an Marcus Brody aus Indiana Jones errinnert, wie er ein wenig unbeholfen und etwas orientierungslos durch Südostasien reist. Alles in allem ein toller Action-Thriller, wenn man den ersten Teil mochte, wird man diesen auch mögen. Wertung: 7/10

Red State

Zum Abschluss gab es dann noch ein wenig Redneck-Fundi-Christen-Bashing von Kevin Smith. Eine komplett andere Art von Film als seine früheren Werke, aber nicht weniger grandios.

Die Handlung ist in den Südstaaten angesiedelt und dreht sich um eine der Westboro Baptist Church nicht ganz unähnlichen Gemeinde/Familie, die allerdings ein bischen schießwütiger ist, ansonsten aber genauso gegen Homosexuelle und den allgemeinen Werteverfall hetzt. Zudem entführt sie ihrer Meinung nach unmoralische Menschen und richtet sie hin. Die aktuellen Opfer leisten jedoch Gegenwehr und dann tauchen auch noch Bundesagenten auf…

Midnight Madness at its best. Man kommt aus dem Kopfschütteln über diese Verwirrten garnicht mehr heraus. Allen vorran der Prediger und Großvater der Familie macht einen erschreckenden Eindruck. Als dann die Situation durch das Eintreffen der Agenten eskaliert, bekommt man auch noch eine tolle Schießerei und schließlich einen witzigen Epilog, an dem man eindeutig die Handschrift Kevin Smith‘ wiederfinden kann. Wertung: 9/10

Morgen dann nach kaum Schlaf die folgenden Filme:

  • False Trail
  • F
  • Stake Land
  • The Divide
  • The Holding

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