Fantasy Filmfest 2011 – Fazit

Da ist das Festival auch schon wieder vorbei nachdem ich so lange darauf gewartet habe. Insgesamt hat es mir wieder einmal sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht, die Filmauswahl war für mich wieder hervorragend; Die Filme, die ich gesehen habe, haben mir überwiegend gut bis sehr gut gefallen, komplette Ausfälle gab es nur zu einem sehr kleinen Anteil.

Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich diesmal auch nur wenige Überschneidungen, d.h. zwei Filme, die parallel laufen und mich beide interessieren. Am meisten geärgert hat mich dies, was mir erst während des Festivals aufgefallen ist, bei Perfect Sense vs. Kill List und wie ich schon vorher festgestellt habe bei A Lonely Place To Die vs. Hesher. Bei Cowboys & Aliens scheint es nicht ganz so schlimm gewesen zu sein, dass ich mich hier für Largo Winch II entschieden habe, zumal ich ja auch bald die Möglichkeit habe, ihn noch regulär im Kino zu sehen. Gerade von Kill List, der im Kino massiv beworben wurde und auf den in den Ansagen mehrfach hingewiesen wurde, hätte ich mir eine Wiederholung sehr gewünscht, wenn er schon unbedingt gegen das Centerpiece laufen muss. Man kann jedoch nicht alles haben.

Meine persönlichen Highlights dieses Jahr waren mit 9/10 Red State, The Woman und Chillerama. Bei letzterem hat mir insbesondere der „Diary of Anne Frankenstein“ Teil gefallen. Wie man im Anschluss erfahren hat, wurde dieser Film komplett mit deutschen Schauspielern besetzt, lediglich die Rolle des Hitler wurde von einem Amerikaner gespielt, der kein Wort Deutsch spricht und versteht und dementsprechend improvisiert und sinnlose Worte aneinanderreiht, die ihm einer der Regisseure während des Drehs zugerufen hatte. Dies muss in den USA noch besser wirken, wo das Publikum wohl erst nach und nach begreift, dass das, was der Mann da redet, keinen Sinn ergibt.
Weiterhin sehr gute Filme waren mit 8/10 Snowtown, A Lonely Place To Die, The Innkeepers, Super, Rabies und Attack The Block. Eine durchaus ansehnliche Ausbeute, wie ich finde :-) Abraten kann ich insbesondere von F sowie von Wasted On The Young mit jeweils 3/10 – sowie ganz schlimm: Yellowbrickroad mit 2/10.
Positiv erwähnen möchte ich ebenfalls noch die Kurzfilmreihe „Viva Berlin“, die vor allen Midnight Madness Filmen lief. Die einzelnen Folgen sind lose zusammenhängend und waren allesamt in jedem Fall sehenswert, angesichts der Tatsache, dass es sich hierbei um Projekte von Filmhochschulstudenten handelt.

Ein weiterer Pluspunkt waren die meiner Meinung nach relativ vielen Gäste in Hamburg dieses Jahr. Es ist gleich eine ganz andere Sache, wenn der Film vom Regisseur oder einem Schauspieler vorgestellt werden und hinterher noch ein paar Hintergrundinfos geliefert werden. Oftmals erfährt man auch Dinge, die auf späteren DVD oder Bluray-VÖs gar nicht genannt werden, weil evtl. das Studio nicht damit einverstanden ist. Ein Highlight war natürlich das Q&A mit Adam Green und Joe Lynch bei Chillerama, wo beide komplett ohne Moderation noch eine ganze Weile nach dem Film kleine Anekdoten von der Filmentstehung zum besten gaben. Man erfuhr zum Beispiel, wer bei so einem Film sein Baby für eine Szene zur Verfügung stellt – es handelte sich nämlich um den Sohn von Adam Green (hab ich jetzt hoffentlich richtig wiedergegeben ;-) ). Sehr bedauerlich jedenfalls für diejenigen, die da schon vor Ende des Abspanns gegangen sind, die haben echt was verpasst.
Auch interessant war das Q&A zu Hell, wo man viel über die Problematiken erfuhr, die die Produktion eines Genre-Films in Deutschland mit sich bringt. Die Filmförderung scheint solchen Vorhaben eher kritisch gegenüber zu stehen. Da scheinen uns die Nachbarländer einiges vorraus zu haben. Ziemlich unangemessen fand dann die Frage einer Zuschauerin nach dem Sinn des Films, wobei sie vor dem kompletten Kino dem Regisseur an den Kopf warf, dass sie den Film „grottenlangweilig“ fände. So etwas sollte man dann vielleicht doch eher im Anschluss direkt klären, schließlich sind die Gäste meist auch noch nach dem Film im Kino ansprechbar.

Insgesamt schade finde ich, dass es immer seltener Begrüßungen bzw. Ansagen vor den Filmen gibt und dabei gehts mir nicht um die Verlosungen, sondern einfach nur um eine Begrüßung. Das ist mir, wie mir ein Blick auf mein letztjähriges Fazit verraten hat, bereits da aufgefallen. Dieses Jahr hatte ich den Eindruck, dass das fast nur dann passierte, wenn wirklich ein großes Publikum im Saal war. Ein paar Informationen zum Film bzw. Hinweise zum weiteren Programm des Tages insbesondere beim ersten Film würden jedoch mit wenig Aufwand zu etwas mehr Festivalatmosphäre führen.
Leider wurde außerdem der eine Kurzfilm aus dem „Get Shorty“ Slot, „Judas & Jesus“, der auf Grund von technischen Problemen nicht komplett gezeigt werden konnte, nicht nachgeholt. Das wäre sehr schön gewesen, da es sich abzeichnete, dass das eines der Highlights bei den Kurzfilmen werden könnte.

Das CinemaxX Dammtor hatte sich gegenüber letztem Jahr nach dem Umbau, der bei den diesjährigen Nights in vollem Gange war, ein wenig verändert, so war die vordere Treppe, die in den unteren Bereich führt, jetzt anders gelegen und der Kassenbereich komplett umgestaltet ist. Die Sääle, die in diesem Jahr genutzt wurden, waren 1, 3 und 4, also einer im Untergeschoss, die anderen beiden im Erdgeschoss. Insbesondere hat es mir gefallen, dass mehr Filme dieses Mal Kino 1 liefen, insbesondere in der Closing Night war es letztes Jahr extrem voll, als diese in Kino 3 stattfand.

Hotel, Transport, Verpflegung und Zeitvertreib für die kinofreien Zeiten war dieses Jahr wieder ganz angenehm. Wir haben uns allerdings vom nächtlichen Taxi-Transfer zum Hotel verabschiedet, weil das Parken im CCH mit 14€ nur unwesentlich teurer ist, als die Taxifahrt und man dann auch Mittags etwas angenehmer zum Kino kommt, als mit ÖPNV. Leider konnte man am Sonntag die Fahrt zum Kino komplett streichen, da an diesem Tag ein Radrennen in Hamburg stattfand und die gesamte Innenstadt blockierte. Wir sind dann zu Fuß gegangen, was ich bestimmt nicht noch einmal machen werde. Insbesondere nicht bei diesen Temperaturen.
Übernachtet habe ich nun bereits zum dritten Mal (nach dem FFF 2010 und den FFF Nights 2011) im etap Hotel Hamburg-Altona, was ich durchaus empfehlen kann, da es bezahlbar und in nicht all zu großer Entfernung gelegen ist. Zudem gibt es eine Tiefgarage, die es einem ermöglicht, trockenen Fußes sein Auto zu erreichen. Leider konnte ich in den meisten Nächten nicht besonders gut schlafen, was vor allem der nicht besonders kräftigen Klimaanlage und den winzigen Kopfkissen zu verdanken ist. Vielleicht nehme ich nächstes Jahr tatsächlich mein eigenes mit und nehme mir das nicht wieder nur vor und lass es dann doch zu Hause.
Meine Getränkeversorgung bestand dieses Jahr im Kino ausschließlich aus Club Mate, was ich mir bereits eine ganze Weile vorher überlegt hatte, nachdem ich mir ein paar Flaschen zu den Nights mitgenommen hatte. Das werd ich mir für nächstes Jahr merken, das macht die ganze Sache gleich noch besser :-)

Zum Schluss noch eine Übersicht über alle Filme, die ich in der Zeit gesehen habe, inklusive der Wertung, die ich vergeben habe. Der Durchschnitt liegt übrigens bei 6,05/10, was ein wenig unter dem Durchschnitt von letztem Jahr mit 6,5/10 liegt.

Nr Tag Titel Wertung
1 1 Don’t be afraid of the Dark 6/10
2 1 Cold Fish 5/10
3 2 I am You 5/10
4 2 Cold Prey 3 6/10
5 2 Snowtown 8/10
6 2 Final Destination 5 6/10
7 2 Good Neighbors 7/10
8 3 In Your Hands 4/10
9 3 Yellowbrickroad 2/10
10 3 A Lonely Place To Die 9/10
11 3 Hell 8/10
12 3 Saint 7/10
13 4 The Innkeepers 8/10
14 4 Get Shorty
15 4 Julia X – 3D 6/10
16 4 Perfect Sense 7/10
17 4 Urban Explorer 7/10
18 4 The Veteran 6/10
19 5 Hair Of The Beast 5/10
20 5 The Dead 7/10
21 5 The Woman 9/10
22 5 Super 8/10
23 5 Largo Winch II – The Burma Conspiracy 7/10
24 5 Red State 9/10
25 6 False Trail 5/10
26 6 F 3/10
27 6 Stake Land 5/10
28 6 The Divide 6/10
29 6 The Holding 4/10
30 7 The Valdemar Legacy 6/10
31 7 Grave Encounters 7/10
32 7 Rabies 8/10
33 7 Chillerama 9/10
34 7 Norwegian Ninja 4/10
35 8 The Valdemar Legacy 2 – The Forbidden Shadow 6/10
36 8 Wasted On The Young 3/10
37 8 Deadheads 4/10
38 8 Attack The Block 8/10

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