Fantasy Filmfest Nights 2011, Tag 2

Heute gings dann gleich ohne viel Aufsehen weiter mit der zweiten Hälfte der Nights. Angenehmerweise war das Parkhaus im CCH heute auch wieder benutzbar, sodass wir nur 14,00€ anstatt 20,00€ fürs Parken ausgeben mussten. Mittagessen gabs wieder im Bahnhof Dammtor und anschließend, nach einem kleinen Spaziergang am Wasser entlang, ging es dann ins Kino.

Als Erstes lief heute Wake Wood. Offenbar hat der Film mich so sehr begeistert, dass mir eben nicht mal mehr der Titel eingefallen ist ;-) Nein, eigentlich war der gar nicht so schlimm, überragend allerdings auch nicht. Es geht um ein Elternpaar, dass bei einem Unfall ihre Tochter verloren hat. Diese stoßen auf die Möglichkeit, in einem kleinen Dorf Tote wiederkehren zu lassen, allerdings nur für drei Tage. Wegen einer Lüge geraten die Dinge allerdings aus dem Ruder und es fließt schließlich Blut. Ein alles in allem sehr ruhig und unaufgeregt erzählter Film mit einer überzeugenden Besetzung als Tochter. Stellenweise kam er mir aber etwas langatmig vor. Wertung: 5/10

Daraufhin lief die koreanische Produktion I saw the devil. Hier jagdt ein junger Polizist einen Serienkiller auf eigene Faust, der seine Verlobte umgebracht hat. Dabei übt er auf rabiate Weise Selbstjustiz, totet den Täter jedoch nicht. Nachdem er ihn mehrmals angegriffen hat, eskalieren die Dinge jedoch und es entwickelt sich nicht alles so wie geplant. Trotz der Lauflänge von über 2 Stunden kommt keine Langeweile auf, zudem schafft es der Film auf seltsame Art, eine Balance zwischen Ernsthaftigkeit des Themas und Humor zu finden. Die Besetzung des Killers ist großartig und auch die anderen Schauspieler überzeugen. Insbesondere das Ende ist ziemlich böse. Wertung: 8/10

Anschließend war dann Burke & Hare an der Reihe, die neueste Produktion von Blues Brothers-Regisseur John Landis, der in Berlin sogar zum Q&A vorbeikam. Bei uns in Hamburg leider nicht :( Es geht dabei um die beiden Grabräuber und Serienmörder William Burke und William Hare, die im 19. Jahrhundert in Edinburgh ihr Unwesen trieben. Ihr Geschäft bestand darin, den angesehenen Medizinfakultäten Leichen zu Ausbildungszwecken zu beschaffen. Dies geschieht jedoch nicht auf ganz legale Weise. Mein persönliches Highlight. Großartige Unterhaltung und ein beeindruckender Cast, insbesondere Simon Pegg und Andy Serkis in den Hauptrollen. Außerdem eine originelle und unverbrauchte Story. Sobald der regulär im Kino läuft, unbedingt anschauen! Wertung: 9/10

Der vorletzte Film war dann Mother’s Day, ein Remake von Darren Lynn Bousman. Ein Paar feiert mit ihren Freunden eine Party, diese wird jedoch jäh unterbrochen, als drei Bankräuber (einer von ihnen angeschossen), die sich in ihrem alten Wohnhaus wähnen, in das Haus eindringen. Ihre Mutter musste das Haus allerdings zwei Monate zuvor verkaufen. Diese wird dann auch zu Rate gezogen, wie die Situation zu lösen sei, mit ihrem Erscheinen eskalieren die Dinge dann vollends. Dieser Film lies mich mit einem sehr unangenehmen Gefühl zurück, weil er so gut war. Die Situation und insbesondere die Schilderung waren überzeugend und fesselnd. Rebecca de Morney als psychopatische Mutter ist hier natürlich die Hauptperson und trägt diese Rolle auch mehr als gut. Mehrfacht fühlte ich mich übrigens an Kidnapped vom Vortag errinnert, weil die Handlung einen ähnlichen Verlauf nahm, hier jedoch um Längen besser dargestellt. Wertung: 7/10

Essential Killing bildete dann den Abschluss. Und ich muss sagen, ich habe mich selten so gelangweilt. Am ehesten kam mir noch Van Diemen’s Land vom Festival 2009 in den Sinn. Die Handlung beginnt in einem Wüstenland, wo ein Mann mit einer Panzerfaust eine Gruppe Soldaten in handliche Einzelteile zerlegt. Daraufhin wird er gefangen genommen, eingesperrt, gefoltert und durch die Gegend gefahren. Leider gibt es dabei einen Unfall und er kann entkommen. Inzwischen ist jedoch nach Skandinavien gebracht worden. Und genau wie bei Van Diemen’s Land irrt er dann alleine bzw. zeitweise mit Verfolgern durch die Wälder, sucht nach Nahrung und… vermutlich einem Weg in die Zivilisation. Und viel mehr passiert auch nicht, abgesehen von etwa 10 Minuten vor Schluss. Die 83 Minuten Lauflänge ziehen sich auf gefühlte zwei Stunden und ich hatte den gesamten Film über nicht die leiseste Ahnung, was denn jetzt das Ziel darstellen soll. Nicht einmal die Landschaft war sehenswert, die gleichen Bilder habe ich hier in Deutschland im Winter in jedem beliebigen Wald. Warum der Film von Herrn Tarantino gleich zwei Preise bekommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wertung: 2/10

Und das waren auch schon wieder die Nights. Für mich wars diesmal ein guter Schnitt, ich hatte nur zwei Ausfälle dabei, alles andere hat mir zumindest grundsätzlich gefallen. Leider gab es die negativen Eindrücke mit dem Parkplatzproblem am ersten Tag und die Baustelle im Kino, die alles ein wenig ungemütlich gemacht hat. Außerdem wurde ich gleich zweimal Zeuge davon, wie es gewisse Dispute unter den Gästen gab, einer davon am ersten Tag, wo ein Besucher seinem vermeintlichen Platzanspruch dadurch Ausdruck verleihen zu gedachte, sich vor die bereits dort sitzende Person zu stellen. Die Situation konnte trotz eindeutig abfälliger Kommentare und netter Reaktion von anderen Gästen recht schnell geklärt werden. Die zweite Situation trug sich heute vor Saal 6 zu, wo zwei Besucher sich fast in den Haaren hatten und erst ein Kinomitarbeiter schlichtend eingreifen musste.

Alles in allem aber wieder sehr gut. Danke Rosebud und bis zum Festival im August :)

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