Siehst du dieses Licht?!

Nach langer Zeit mal wieder ein Update. Und, wie sollte es auch anders sein, es ist wieder einmal movie-related.

Heute war ich im Kino und habe mir „Skyline“ angesehen, ein Sci-Fi Film mit extrem vielversprechendem Trailer und einer interessanten Story. Die Story dreht sich im Groben um eine Invasion von feindlich gesinnten Außerirdischen, welche die Menschheit bedrohen. Ähnlich wie bei „Cloverfield“ bekommen wir hier die Geschichte aus der Sicht von einer Gruppe von Leuten erzählt, die nur durch Zufall und unfreiwillig in das Geschehen involviert sind: Der Grafiker Jarrod (Eric Balfour aus „Haven“) besucht zusammen mit seiner Freunding Elaine seinen neureichen Freund Terry (Donald Faison aus „Scrubs“) zu dessen Geburtstagsparty in LA und in der ersten Nacht ihres Aufenthalts beginnen blaue, leuchtende Energiekugeln vom Himmel zu fallen. Jeder, der in diese Kugeln hineinblickt, verschwindet urplötzlich. Kurz darauf erscheinen Raumschiffe am Himmel über der Stadt.

Achtung: Im folgenden sind einige Spoiler enthalten.

Ich war sehr gespannt auf den Film, da ich nach langer Zeit mal wieder mit einem guten Sci-Fi Film gerechnet habe und wurde zunächst auch nicht enttäuscht. Der Film hält sicht nicht lange mit einer Einführung auf. Die Rollen der Beteiligten sind relativ schnell klar bzw. werden nach der Opening Sequenz in einer kurzen Rückblende festgelegt. Man bekommt geschildert, wie die Gruppe im Penthouse von Terry nachts von den leuchtenden Kugeln geweckt wird und einer der Anwesenden schon verschwindet. Auch Jarrod blickt in eine der Kugeln, wird aber noch gerettet, bevor diese wieder verschwindet. Am nächsten Tag tauchen dann plötzlich die schon erwähnten Raumschiffe über der Stadt auf und beginnen Menschen „einzusaugen“. Zudem werden auch noch fliegende Tentakelobjekte ausgesandt um nach Menschen zu suchen, die sich noch verstecken konnten und obendrein noch riesige Monsterwesen, die in der Stadt herumlaufen.

Das alles sah extrem gut aus. Die Effekte waren für einen 10 Mio. Dollar Film überraschend gut und angemessen. Auch die Protagonisten stellten sich nicht übermäßig doof an. Auf Grund der sehr flachen Charaktere war eine Identifizierung mit eben diesen so gut wie nicht möglich und daher war einem deren Wohlergehen relativ egal. Davon mal abgesehen fühlte ich mich über weite Strecken des Films gut unterhalten. Sein großes Problem war dann das Ende. Als wenn die Autoren nicht so recht wussten ob man nun ein Happy End oder ein realistisches Ende drehen wollte, haben sie sich für beides entschieden und keins von beidem erreicht. Die Bevölkerung von LA wurde von den Schiffen eingesogen und die Angriffe des Militärs, die die Gruppe nur als Zuschauer wahrnimmt, verpuffen wirkungslos. Sogar der Einsatz einer Atombombe führt nur zur vorrübergehenden Lahmlegung eines Schiffes, dass sich anschließend bemerkenswert schnell regeneriert und eine Menge wütender Wesen losschickt – so sagte jedenfalls Jarrod, warum die Wesen wütender waren, als die, die schon vorher durch die Stadt marodierten, erschloss sich mir nicht. Nachdem also die Aussicht auf Rettung und Sieg der Menschheit verschwindend gering wurde, wäre der einzige konsequente Schluss – wie beim eingangs schon als Vergleich herangezogenen Cloverfield die Niederlage der Menschheit bzw. zumindest der Gruppe, die der Zuschauer begleitet. Dies ist jedoch nur teilweise der Fall. Jarrod und Elaine werden in ein Schiff gesogen und ein guter Moment für einen Schluss wird verschenkt. Was kommt dann aber? Nein, nicht der Abspann sondern eine Szene IM Raumschiff, in dem Jarrods Gehirn in eins der Wesen verpflanzt wird, die diese offenbar als praktischen Massenspeicher nutzen. In einer albernen Schlusssequenz rettet der nun alienisierte Jarrod Elaine vor anderen Wesen, weil er aus unerfindlichen Gründen die Alien-Brain-Software besiegt und sein Bewusstsein die Oberhand behält. Das alles wirkt so unfassbar künstlich und unpassend, als dass ich dessen Vorhandensein nur so erklären kann, dass das vorherige – negative – Ende, einem Testpublikum nicht gefallen hat und daher ein neues Ende hermusste, mit möglichst wenig Budget, also komplett in CGI.

Leider, leider hat dieses Ende den sonst garnicht so schlechten Film kapputt gemacht. Überragend war er zwar nicht, wegen der stereotypen Charaktere, aber ansonsten hat er mich gut unterhalten. So lediglich 4/10, trotz des blauen Lichts.

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