The A-Team

Lange hab ich drauf gewartet – Ein A-Team Kinofilm. Gestern Abend war es dann soweit und ich hab ihn mir in Bremen im Cinespace angesehen.

Ich mochte die Serie während meiner Kindheit unheimlich gerne und hab bestimmt jede Folge mehrfach gesehen. Erschreckenderweise kann ich den Text vom Anfang des Intros sogar auswändig zitieren ;-)

Der Film behandelt nun quasi die Vorgeschichte der Serie, also wie Hannibal und sein Team in ihre Situation gekommen sind. Diese Handlung ist in die heutige Zeit verlagert worden, sodass es eben keine Vietnamkriegs- sondern Irakkriegsveteranen sind. Vermutlich wurde diese Entscheidung getroffen, weil des heutige Publikum der Zielgruppe kaum noch etwas mit dem Vietnamkrieg verbindet. Somit gibt es eben auch Mobiltelefone und Computer im Gegensatz zur Serie aus den 80ern. Das wirkt im ersten Moment zwar ungewohnt, jedoch spielt moderne Technik eine eher untergeordnete Rolle, die meisten Pläne werden mit schwerem Gerät umgesetzt, wie Panzern, Containerschiffen und Flugzeugen.

Als vor einigen Jahren die ersten Gerüchte zu einem Film aufkamen, war ich zunächst ziemlich skeptisch, da mir keine gute Lösung für die Besetzung einfallen wollte. Da George Peppard ja leider nicht mehr zur Verfügung steht, gab es eigentlich keine akzeptable Alternative für Hannibal Smith. Doch nachdem die ersten Bilder bzw. der erste Trailer verfügbar waren, wurde ich positiv überrascht, wie gut der neue Cast die Rollen übernimmt. Auch im Verlauf des eigentlichen Films fand ich die Besetzung passend. Liam Neeson in der Rolle von Hannibal war vermutlich das beste (außer ein Klon von George Peppard) was hätte passieren können und Quinton Jackson als B.A. war ebenfalls überzeugend. Besonders gut gefiel mir allerdings Murdock, der sogar fast noch ein wenig verrückter als in der Serie war.

Was mir nicht gefiel war allerdings die handwerkliche Seite des Films. Wie das heutige Kinopublikum gewohnt ist, waren die Schnitte unheimlich hektisch und schnell, sodass bei Kampfszenen meist nicht klar wurde, wer wer ist und man leicht den Überblick verlor. Dabei hätte ich mir sehr gewünscht, dass die Macher sich mehr an den Vorbildern aus den 80ern orientieren. Zudem hat man sich auch von der Niemand-Stirbt-Doktrin der Serie verabschiedet. Es konnte passieren was wollte, Autos überschlugen sich oder explodierten – trotzdem ist nie jemand zu Tode gekommen. Dies war nun nicht mehr so und hat hier einiges an Charme gekostet. Ein weiterer Kritikpunkt war die Synchronstimme von Liam Neeson. Diese klang absolut beliebig und hatte keinen eigenen Charakter.

Trotzdem mochte ich den Film. Die erzählte Geschichte war absolut unterhaltsam und genauso herrlich absurd wie die Handlung der meisten Folgen aus der Serie. Das Finale im Hafen war unheimlich überdreht und es gab wie gewohnt eine mächtige Zerstörungsorgie – leider in CGI und das auch nicht unbedingt State-of-the-Art. Als real gedrehte Szene wäre das aber wohl ein wenig teuer gewesen…  Ein kleiner Bonus erwartet einen dann noch am Ende des Abspanns, direkt nachdem das originale Theme noch einmal lief. Das habe ich im Übrigen zu Beginn des Films sehr vermisst, auch eine Hommage an den gesprochenen Text des Themes wäre schön gewesen.

Alles in allem war das eine gute Unterhaltung, die mich über die gesamte Laufzeit fasziniert hat. Leider mit ein paar Minuspunkten, wie ich oben schon aufgeführt habe. Wertung: 7/10