Things that matter

Ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, auf eine seit kurzem erscheinende, filmlastige Onlinepublikation hinzuweisen. Und zwar nennt sich diese „Things that matter“ und hat seit heute einen Gastbeitrag von mir, nämlich den vorherigen Artikel ;) Es handelt sich dabei um ein Weblog, welches u.a. von @sofakissen geschrieben wird und sich vornehmlich um das reviewen und ranten von und über Dinge wie Filme, Musik, Comics und Videogames dreht. Also ganz dem Titel nach: Things that matter. Zudem wird dort der zugehörige Podcast publiziert, den ich zu meiner Schande noch nicht gehört habe, was ich allerdings Freitag, auf dem Weg nach Osnabrück nachholen werde.

Das Wort zum Sonntag. Und zum Freitag.

Dieses Wochenende war wieder einmal von Kinobesuchen geprägt, das Ergebnis war durchwachsen.

Freitag gab es zunächst also Resident Nett Evil. Dazu waren wir mal wieder in Bremen im Cinespace im Saal 3. Für 3D in meinen Augen hier in der Gegend die Referenz, da ehemaliger IMAX Saal mit irre großer Leinwand und extrem großen Brillen, die das gesamte Sichtfeld abdecken. Haben trotz recht später Reservierung am Freitag auch noch akzeptable Plätze bekommen und nach einem kurzen Imbiss bei KFC gings dann, dank vorher abgeholter Karten an der langen Schlange vorbei direkt zum Kino.

Im Kinosaal gab es zunächst große Aufregung. Neben dem einen leeren Platz neben mir saßen mehrere Herrschaften, die von anderen herbeieilenden Menschen darauf hingewiesen wurden, deren Plätze zu besetzen. Diese jedoch signalisierten mit Hilfe ihrer Karten, dass sie ein Anrecht auf eben diese Plätze hätten. Offenbar gab es hier also den Fall, dass die Sitze mehrfach verkauft wurden und so zog einer der zweiten Gruppe nach draußen vor den Saal zum Einlassaufseher um die Situation zu klären. Seine Begleitung setzte sich mitsamt ihrer beutelartigen riesigen Tasche, einem Eimer Popcorn und einem Becher Cola unter dem Arm in den leeren Sitz neben mir. Wenige Augenblicke später kam jedoch der soeben Gegangene wieder und teilte ihr quer über die Sitzreihen mit, dass sie für Samstag reserviert hätte und schließlich zogen beide von dannen und ich hatte meinen leeren Sitz wieder.

Kurz darauf begann dann die Werbung. Und hier muss ich nun, um es mit Worten von Max Goldt zu sagen, „harte Worte“ benutzen. Ich bin es ja mittlerweile gewohnt, diese Anti-Werbung von klarmobil mit diesem brüllenden Hinterwäldler zu ertragen. Ich weiss nicht, welcher betrunkene, koksende, heroinabhängige Werbemensch auf die Idee gekommen ist, aber ich akzeptiere das. Was ich aber nicht mehr akzeptiere, ist der aktuelle 10-, ja wirklich, 10-minütige Werbekurzfilm von Hornbach, den ich mir nun zweimal, nämlich Freitag – und, ich greife vorweg – Sonntag ansehen musste. Das kann doch nun wirklich nicht deren Ernst sein. Kalkulieren die NUR mit Leuten, die einmal im Jahr ins Kino gehen und denen das nicht auffällt?

Resident Evil – Afterlife

Nun, kommen wir zum Film. Meine Erwartungen waren nicht hoch. Ich hatte noch gut in Errinnerung was für eine Vollkatastrophe Resident Evil 3 gewesen ist. Der Film ging meiner Erinnerung nach etwa 70 Minuten und man saß am Ende da und fragte sich warum die das Ende vergessen hatten. Nun kenne ich die Antwort: Weil sie das für den Anfang von Teil 4 brauchten.

Zu Beginn gibt es eine Opening-Sequenz, mit der der Film viele Plus-Punkte bei mir gesammelt hat. Eine Szene im Regen auf dieser berühmten riesigen Kreuzung in Tokyo. Jede Menge Leute mit Regenschirmen und mittendrin eine junge Frau mit roten Schuhen und ohne Schirm. Die Kamera wandert über den Platz, folgt verschiedenen Leuten und zeigt das ganze Geschehen. Ich verrate denke ich nicht zuviel, wenn ich nun erwähne, dass die erwähnte Frau vom T-Virus befallen ist und schließlich einen Passanten anfällt. Ich für meinen Teil fand die gesamte Szene unheimlich stilvoll und symbolbehaftet. Gerade die Tatsache, dass die Leute mit Regenschirmen herumlaufen und diese denen trotzdem nicht wirklich helfen bietet Parallelen zur Umbrella-Corporation. Aber vielleicht interpretiere ich da auch zuviel.

Anschließend beginnt Teil 4 da, wo Teil 3 aufgehört hat. Viele Alice-Klone greifen die Tokyo-er Zentrale von Umbrella an und richten eine nette Verwüstung an. Dieser Handlungsstrang mündet dann darin, dass eine Alice ihren Nemesis für diesen Film trifft und sich schließlich auf die Suche nach der Gruppe von Überlebenden begibt, die sie in Teil 3 in der Wüste verlassen hat.

Nunja. Die gesamte Story in Tokyo gefiel mir sehr. Sowohl die eben beschriebene Opening Sequenz, als auch die Kämpfe im dortigen Hive. Was danach kommt, hat diesen Eindruck jedoch stark zunichte gemacht. Die Handlung flachte nachdem Alice sich auf die Suche nach Arcadia (tolles Wort, nicht? Kam so selten vor…) machte, konstant ab und wurde über weite Strecken eher belanglos. Zudem gingen mir die zahlreichen Blenden über Schwarz ziemlich auf die Nerven, die hier unnötig in die Länge gezogen waren und dadurch vermutlich Abschnittswechsel andeuten sollten. Einzig der Kampf gegen den großen Zombie mit dem Fleischerhammeraxt-Ding war noch erwähnenswert. Danach gab es dann noch einen WTF-Moment, als man gegen Ende das innere und das äußere des Schiffs sehen konnte und sich gefragt hat… „Wo zur Hölle sind diese riesigen Hallen in diesem Schiff?“.

Alles in allem kein besonders guter Film. Dank der Anfangsszene geb ich ihm allerdings noch 5/10.

The American

Sonntag waren wir dann Mittags um 12 in Osnabrück im Cinema Arthouse und haben The American geguckt. Auf der Hinfahrt wurde mir wieder mal klar, dass ich über den Film nichts wusste, außer das George Clooney mitspielt. Ein kurzer Hinweis auf den Trailer brachte allerdings grobe Errinnerungsfragmente zurück. Clooney spielt einen Auftragskiller, der sich in ein kleines italienisches Bergdorf zurückzieht, um sich vor Verfolgern zu verstecken. Während er dort ist, erhält er den Auftrag, ein Gewehr zu verbessern. Zudem lernt er den eine Prostituierte und den Dorfpfarrer kennen. Im Verlauf des Films kommen ihm dann Zweifel an seinem bisherigen Leben und er beschließt sich zur Ruhe zu setzen.

The American ist ein unheimlich ruhiger aber trotzdem über die gesamte Laufzeit spannender Thriller. Ich habe mittendrin mal gedacht „und nun schauen wir wieder zu, wie George Clooney durch die Gassen der Stadt läuft“ und das charakterisiert den Film sehr gut. Es gibt lange Sequenzen, in denen er durch kleine, enge Gassen in der Stadt läuft und immer eine gewisse Bedrohlichkeit suggeriert wird. Zudem beherrscht der Regisseur die Arbeit mit Licht und Schatten unheimlich gut. So kommt in den Außenszenen sehr viel Athmosphäre durch die Verwendung von fahlem Licht bei Nacht zu Stande.

Eine Schlüsselszene, die hervorzuheben ist, findet in einem fast leeren Café statt. Im Hintergrund läuft hier auf einem Fernseher der Sergio Leone Klassiker „The Good, the Bad and the Ugly“. Hierdurch werden beide Filme in direkte Beziehung gesetzt und in die Nähe der alten Western gerückt, als eine Art moderne Adaption. Zudem bekommt der Begriff Italo-Western einen ganz neuen Aspekt.

Ein Kritikpunkt, der mir im Nachhinein in den Sinn gekommen ist, bezieht sich auf die Story bzw. das Charakterdesign. Wer der Bösewicht ist, wird viel zu schnell klar und man ahnt bereits nach etwa der Hälfte was dieser vor hat. Trotzdem überrascht das Ende. Es empfiehlt sich zudem bei der letzten Szene vor dem Abspann besonders gut hinzusehen, sonst geht einem eine sehr schöne Symbolik verloren. Bei uns war das Bild leider so unscharf, dass man mühe hatte, diese zu erkennen. Wertung: 8/10.

The Expendables

(Es ist unfassbar, wie oft ich beim Schreiben dieses Beitrags dank meiner eigenen unzureichenden Aufmerksamkeitsspanne irgendwas anderes gemacht hab. Argh!)

Dienstag habe ich in Quernheim The Expendables“ gesehen und war überrascht, wie gut mir der Film entgegen den vorherig gehörten Meinungen gefallen hat. Der Trailer versprach ein großes Action-Feuerwerk mit einen unfassbaren Cast, bei dem so ziemlich alle Action-Ikonen der 80er und 90er versammelt sind.

Er handelt von einer Söldnergruppe, die vom mysteriösen Geheimdienstler Mr. Church, gespielt von Bruce Willis, auf einen Karibikdiktator angesetzt werden und diesen beseitigen sollen. Bei einem kurzen Vorabbesuch auf der Insel gibt es einen „kleinen“ Zwischenfall, welcher die Söldner um Sylvester Stallone dazu bewegt, sich um die fiesen Schergen auf der Insel zu kümmern.

Dem Cast nach zu urteilen versprach Expendables Errinnerungen an die großen Action-Klassiker hervorzurufen, teilweise hat er das auch geschafft. Alleine die Besetzung mit Legenden wie Bruce Willis, Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Dolph Lundgren, Jason Statham und Jet Li war eine sehr gute Entscheidung. Die recht einfach schwarz-weiss gezeichneten Charaktere boten, gerade im Fall der eben genannten, gute Ansatzpunkte für die Erfüllung der zu erwartenden Stereotypen. So gab es in Form von Sylvester Stallone den Helden, der den Tag rettet und Dolph Lundgren als leicht unterbelichteten Muskelprotz. Eine etwas feiner ausgestaltete Rolle bot David Zayas‘ (Angel Batista aus Dexter) Darstellung des Generals, der im Verlauf des Films beginnt, an sich selbst zu zweifeln.Ihm zur Seite gestellt war dann allerdings noch ein ultra-böser Fiesling, ein ehemaliger FBI-Agent, der die Gegenseite perfekt verkörperte.

Ein großer Kritikpunkt, wieder, wie üblich heutzutage: Die Schnitte. Es war zwar nicht ganz so extrem wie bei Das A-Team, aber trotzdem waren die Schnitte wieder über alle Maße schnell und hektisch. Gerade in einem solchen Film hätte man sich wieder auf die alten Methoden besinnen sollen.

Die Synchro war überraschend wenig nervig. Die Stimmen waren – meinem Empfinden nach – größtenteils mit den Stammsprechern besetzt und die Dialoge wirkten durchaus angemessen. Ich war teilweise schwer begeistert, wie gut der zahlreiche Humor trotzdem noch rüber kam.

Was aber, und damit greife ich einen Aspekt auf, den viele Reviews ansprechen, will der Film: Hommage an die 80er oder neuer Beitrag zum Genre der Actionfilme? Ich für meinen Teil denke, dass der Film auch in seiner jetzigen Form durchaus als Hommage funktioniert, aber eben nicht als solche gesehen werden muss. Ein Großteil der Handlung läuft nach dem bewährten Schema ab, dass auch schon vor 20 Jahren wunderbar funktioniert hat. Ich würde auch nicht versuchen, all zu viel Bedeutung da rein zu legen. Der Film produziert definitiv keine neuen Impulse für das heutige Action-Kino, aber das muss er auch gar nicht. Ich sehe das vielmehr als eine Art Hinweis darauf, was man früher gemacht hat und was schon da sehr gut funktioniert hat. Eine Rückkehr zum weniger ernsten Action-Kino der 80er Jahre würde der heutigen Filmindustrie sehr gut tun und wäre eine willkommene Abwechselung zum derzeitigen ideenlosen Franchise-Prinzip.

Alles in allem hat mir der Film besser gefallen, als das A-Team, was allein schon an Sylvester Stallone liegt.  Wertung: 8/10.

Nom Nom

Heute Abend war ich mit meinen Eltern in Bremen-Vegesack zum Essen. Und zwar gibt es dort das griechische Restaurant „Bei Papa“, dessen Inhaber vor Jahren mal das Lokal in Diepholz betrieben hat, wo meine Eltern früher regelmäßig Kegeln waren. Irgendwann hat er dann dieses Restaurant in Bremen aufgemacht und seitdem fahren meine Eltern hin und wieder dort hin. Ich hatte ihnen vor ein oder zwei Jahren zu Weihnachten einen Gutschein für ein Abendessen da geschenkt und heute hat es dann doch mal tatsächlich geklappt, dass wir alle Zeit hatten :)

Da ich meine Navigon Select Navigation auf dem Handy ausprobieren wollte, sind wir dann auf abenteuerlichem Wege nach Bremen gekommen, welcher eine Fähre beinhaltete. War glaube ich das erste mal, dass ich mit meinem Auto auf einer solchen gewesen bin.

Das Essen war wie immer unwahrscheinlich gut. Als Vorspeise hatten wir jeder einen Salatteller, dazu Brot mit Tzatziki (der beste, den ich kenne), Marides (kleine gebratene Fische), panierten Schafskäse, überbackenen Schafskäse und Knoblauchbrot. Eigentlich wäre man dann schon satt gewesen, es gab allerdings noch das Hauptgericht.

Dabei hatte ich eine Grillplatte „Archilles“, welche aus einer Vielzahl von Fleisch und Pommes bestand.

Grillplatte
Grillplatte

Es war absolut lecker, nur leider viel zu viel, daher hab ich jetzt mein Abendessen für morgen Abend schon gefunden ;) Für den Rückweg hab ich dann aber ganz normal die A27 und A1 benutzt, einmal Fähre am Tag war aufregend genug ;)

Also falls jemand mal ein Restaurant in Bremen sucht, dem sei dieses sehr empfohlen. Ich kenne kein besseres.

Duell der Magier

Um weiter den Eindruck zu zementieren, dass dies ein Film-Blog sei, hier mal kurz mein Eindruck von Duell der Magier, den ich gestern in Ankum gesehen habe.

Der Film mit Nicholas Cage in der Hauptrolle handelt von einem College-Studenten, der durch einen Zauberer darauf aufmerksam gemacht wird, dass er magische Fähigkeiten besitzt, welche er benutzen muss, um einen jahrhundertelangen Kampf zwischen Zauberern zu beenden, von denen die eine Gruppe die Menschheit vernichten will. (Die andere will diese Gruppe logischerweise daran hindern…).

Ich war durchaus überrascht. Grundsätzlich ist der Film eine solide Bruckheimer/Turteltaub Produktion, wie auch schon „Das Vermächtnis der Tempelritter“. Kein überragend intelligenter Film, aber wahnsinnig unterhaltsam. Turteltaub ruft bei mir ohnehin positive Assoziationen hervor, nachdem er Harper’s Island gemacht hat.

Mir ist erst im Nachhinein klargeworden, dass er eine Laufzeit von 109 Minuten hat, ich hätte ihn spontan auf 90 geschätzt. Die Spezialeffekte sind durchaus ansehnlich und die Schnittfrequenz akzeptabel. Großartig und unbedingt hervorzuheben ist das Star Wars-Zitat in Bezug auf die Szene „Dies sind nicht die Droiden, die sie suchen“. Überhaupt, waren viele direkte und indirekte Anspielungen im Film zu sehen. Man darf sich über die „wissenschaftliche“ Komponente, die im Film sehr stark betont wird, allerdings nicht allzuviele Gedanken machen, das ergibt alles, wie auch bei „Das Vermächtnis der Tempelritter“ nicht so furchtbar viel Sinn. Die Kernaussage deckt sich aber mit einem schönen XKCD Shirt: Science. It works, bitches.

Interessant ist, was ich erst beim Lesen der Film-Dienst Kritik festgestellt habe, dass die Antagonistin (Morgana) von Alice Krige gespielt wird, der Borg-Queen aus Star Trek VIII. Habe sie dafür nicht angesehen. Zudem zwei charakterlich gar nicht so weit entfernte Rollen.

Alles in allem kein Must-See aber gute Unterhaltung, vor allem am Kino-Tag. Wertung 6/10.