Salt

Nun ist das Fantasy Filmfest schon fast eine Woche vorbei, also ist es höchste Zeit um mal wieder ein Kino aufzusuchen.

Nachdem die Sommerflaute nun endlich weitestgehend vorbei zu sein scheint, gab es gleich mehrere Kandidaten zur Auswahl. Momentan interessieren mich The Expendables, Salt, The A-Team und Toy Story 3. In Anbetracht der Zeit, wie lange die Filme jeweils schon laufen, hab ich mich heute für Salt entschieden. Die Kritiken waren nicht überragend, aber in Ordnung und so war ich – auch durch den Trailer – gespannt auf den Film.

Der Film handelt von der CIA Agentin Evelyn Salt, gespielt von Angelina Jolie, die von einem russischen Überläufer bezichtigt wird eine russische Agentin zu sein und versuchen zu wollen, den Präsidenten zu töten. Daraufhin muss sie sich vor den Verdächtigungen der Behörden in Sicherheit bringen und wird bald darauf von einer Vielzahl ihrer Kollegen verfolgt.

Wer allerdings hier schon vermutet, das Ende vorhersehen zu können, wird sich vermutlich widerlegt sehen. Im Verlauf des Films gibt es einige Wendungen und Überraschungen, die durchaus gut gemacht sind und das Interesse an der Story aufrecht erhalten. Echte Spannung kommt allerdings nicht so recht auf. Mein Eindruck ist, dass dies der Tatsache geschuldet ist, dass einem die Charaktere eigentlich allesamt ziemlich egal sind. Die handelnden Personen werden zwar teilweise mit etwas Hintergrund gefüllt und bekommen vereinzelt auch eine Chance sich zu entwickeln, jedoch ist der behandelte Zeitrahmen vermutlich zu kurz, als dass man echte charakterliche Züge darstellen kann. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass August Diehl kein Schauspieler für Hollywood-Produktionen ist. Ich kann das nicht an einem bestimmten Merkmal festmachen, aber der wirkte hier reichlich deplaziert, fast wie nachträglich eingefügt.

In Bezug auf die gezeigten Actionsequenzen kann man grundsätzlich nichts kritisieren. Es gibt eine Vielzahl von verschrotteten Fahrzeugen, einige Schießereien und eine ganz nett gestaltete Verfolgungsjagd auf einer Autobahn, bei der die Gejagdte ständig die Fortbewegungsart wechselt. Durch die Actionsequenzen kommt zudem immer noch genug Dynamik in den Film um über die vorhergehenden charakterlichen Schwächen hinwegzusehen.

Gefreut habe ich mich dann noch über ein Detail relativ zu Beginn. Ein CIA Mitarbeiter gibt Salt und ihrem Kollegen ein Papier und wird weggeschickt um es in den Tresor zu legen. Daraufhin entspannt sich ein Dialog zwischen den beiden verbliebenen Agenten: „Waren wir auch so jung?“ – „Nein, sie waren jünger.“ In Bruchteilen von Sekunden wurde mir klar, dass ich diese Dialogzeilen in fast unveränderter Form bereits woanders gehört hatte. Ich war mir zunächst nicht sicher, welcher der Filme, aber ein Blick in die Memory-Alpha hat mir dann bestätigt, dass es tatsächlich in Star Trek VII (Generations) war.

Chekov (über Demora Sulu): Ich war nie so jung.

Kirk: Nein, Sie waren jünger. (Star Trek: Treffen der Generationen)

Ob das beabsichtigt war oder nicht, weiss ich nicht, ich hab auf die Schnelle aber auch im Netz keine Bemerkungen oder Ähnliches dazu gefunden. Trotzdem ein schöner Verweis…

Ein letzter Punkt: Die Synchro. AAAAAHHHH. Ich werde da glaub ich immer empfindlicher. Aber ich finde es mittlerweile extrem furchtbar, dass es die Studios nicht hinkriegen, die Stimmen nicht 10 mal lauter als den Hintergrund zu pegeln. Mal ganz davon abgesehen, dass die es nicht (mehr) hinkriegen, ordentliche Dialoge zu schreiben. Bitte, ich will mehr OV-Vorstellungen.

Alles in allem ohne Schmerzen anzugucken und er unterhält auch während der gesamten Laufzeit. Trotzdem nichts überragendes und leider etwas verschenktes Potential. 6/10.

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