ICE-Zeit

Ja, kreativer Titel, ich weiss… ;) In diesem Post geht es nämlich um meine heutige Reise zur \\ICE:2010 in Lingen.

Als ich Anfang Juni in Köln auf einer Fortbildung zum betrieblichen Datenschutzbeauftragten war, hatte ich mich mit einem anderen Teilnehmer unterhalten und dieser hatte mir die ICE sehr empfohlen. Also habe ich mich dann mal angemeldet, bevor die 300 vorhandenen Plätze weg waren.

Die Veranstaltung fand in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal statt und kostet keinen Eintritt, obwohl dort einiges in sehr angenehmer Atmosphäre geboten wird und sogar Mittagessen und Kaffeebewirtung kostenlos sind. In vier Tracks gab es jeweils 6 Vorträge von durchaus namhaften Sprechern und außerdem noch eine Keynote sowie eine Abschlusskeynote. Veranstaltungsort war die Halle 31 der „it.emsland“, eine regionale IT-Dienstleistungsgesellschaft, welche sich in den restaurierten Gebäuden des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes Lingen angesiedelt und dort ein IT-Zentrum aufgebaut hat.

Ich habe nachdem ich zur unmenschlichen Uhrzeit von 0700 Uhr aufgestanden bin und einer Fahrt durch solch malerische Orte wie Ankum und Bersenbrück gegen 0950 Uhr den Eingang erreicht und dort mein Badge abgeholt. Im Gebäude gab es von einigen Herstellern Messestände, an denen man sich informieren konnte, sowie einen Tisch mit gekühlten Getränken, welche mir gerade sehr gelegen kamen. Es begann dann aber auch gleich die Keynote, vorausgegangen war ein Grußwort der 1. Bürgermeisterin von Lingen, Ursula Haar.

Die Keynote wurde auf Englisch gehalten von John Craddock von XTSeminars aus Großbritannien und drehte sich um das Thema „Cloud Computing – Is it right for you?“. Der Vortrag war relativ ausgewogen und stellte die Chancen und Risiken von Cloud Computing dar, ohne eine direkte Empfehlung auszusprechen. Man merkte jedoch, dass Herr Craddock eher ein Fürsprecher für Cloud Computing ist. Auch wenn das auf mich nicht so ganz zutrifft, fand ich die enthaltenen Informationen interessant, insbesondere im Zusammenhang mit Microsoft BPOS, der Business Productivity Online Standard Suite, welche z.B. auch Exchange Online beinhaltet. Weiterhin grenzte er die Begriffe IaaS, PaaS und SaaS sehr detailliert und ausführlich gegeneinander ab, was für zukünftige Diskussionen sehr nützlich sein könnte.

Als erstes hörte ich mir dann den Talk „Performance Monitoring und Kapazitätsmanagement – Warum Expertenwissen mehr zählt als jedes Produkt“ aus dem IT-Pro Track an. Das war leider ein etwas trockenes Thema, was jedoch dafür relativ ansprechend präsentiert wurde. Es ging dabei vor allem um Kennzahlen, mit denen man die Auslastung eines Systems bewerten kann. Im Rahmen des Vortrags beschränkte der Sprecher, Nicholas Dille, auf Prozessor, Festplatte und Hauptspeicher und stellte Leistungsindikatoren des Windows Performance Monitors vor, die dazu geeignet sind, die Performance des Systems sinnvoll zu bewerten. Das war durchaus aufschlussreich, insbesondere die genutzten Indikatoren für den Hauptspeicher kannte ich noch nicht – werde ich Zukunft wohl öfters gebrauchen.

Anschließend lief mir Florian über den Weg, mit dem ich zunächst einen Kaffee trinken ging und anschließend in den Talk „Active-Directory-Berechtigungen oder: Die Tücken der Delegation“ von Nils Kaczenski ging. Inhaltlich kannte ich vieles bereits aus den Unterlagen zur Microsoft 70-640 Zertifizierung, allerdings waren die Praxisbeispiele sehr interessant und das Tool LIZA zum Bewerten von effektiven Active Directory Berechtigungen waren sehr nützlich. Leider war die Zeit etwas knapp, so dass das Beispiel 3, welches darum ging, einem Praktikanten alle Lese-Berechtigungen im AD abzunehmen nur noch sehr rudimentär abgehandelt werden konnte. Ansonsten hat mir der Vortrag sehr gefallen.

Danach gab es dann bereits Mittagessen, was extrem lecker war. Es gab in einem angrenzenden Zelt Kartoffeln aus einer großen Pfanne, Paprikagemüse, Schweinefilet und Hähnchen mit Bacon drumzu. Überaus gutes Essen also :)

Nach der Mittagspause begann dann der zweite Vortrag von John Craddock, dieser zum Thema „Active Directory Federation Services – How does it really work?“. Auf diesen Vortrag war ich sehr gespannt, weil AD:FS eine der K0mponenten von Active Directory ist, mir der ich bisher noch ca. garnichts zu tun hatte. Leider war ich mittagsbedingt etwas müde, sodass ich mich nicht gut darauf konzentrieren konnte, jedoch war dieser Vortrag sehr interessant und gut geeignet, um einen ersten Überblick über AD:FS zu bekommen.

Daraufhin war ich im Vortrag „Hyper-V 101 – for Small Businesses“, in dem es um die Möglichkeiten und Einsatzzwecke von Microsofts Hypervisor Hyper-V ging. Insbesondere die Möglichkeiten, die man in der neuen Version bei 2008 R2 durch die Anbindung von gemeinsamen Storage in Clustern hat, waren sehr faszinierend. Für mich als jemand, der prinzipiell eher VMware favorisiert sah das schon ziemlich gut aus. Die Live-Migration einer Maschine von einem auf einen anderen Host lief absolut flüssig ab. Außerdem gab es einen kurzen Abriss über die Lizensierungsmodelle bei Hyper-V, was auch gut zu wissen ist.

Im Anschluss folgte ein extrem faszinierender Talk mit dem Titel „Virtuelle Desktops Ungefiltert – Protokolle und Grafikleistungen unter Realbedingungen“. Dabei stellte der Vortragende, Dr. Bernhard Tritsch die Ergebnisse von Messungen vor, die er mit einem Kollegen durchgeführt hat. Diese Messungen untersuchen die Performance verschiedener Remote Desktop Protokolle auf relativ Schmalbandigen Verbindungen (50ms / 2MBit/s), also quasi über WAN-Strecken. Hierbei zeigten sich große Unterschiede zwischen RDP, ICA, RDP+ u.a. – vor allem bei den Unterschiedlichen Content-Kategorieren GDI (Notepad), PDF, Video sowie 3D. Dabei war es faszinierend zu erfahren, was die Hersteller für Aufwand betreiben um für bestimmten Content diverse Sonderlösungen in ihre Protokolle zu implementieren, damit bestimmte Inhalte besser laufen. Eine schöne Anekdote war, dass auf einer früheren Veranstaltung, bei der er diese Ergebnisse präsentiert hatte, diverse Leute von den unterschiedlichen Herstellern im Anschluss um ihn herumstanden und ihm Tipps gegeben haben, wie man deren Protokoll noch tweaken kann um die Ergebnisse zu verbessern.

Der letzte reguläre Talk hatte den schönen Titel „Softwareschwächen nutzen: Admin werden – Livedemo“. Dabei stellte Mark Heitbrink von gruppenrichtlinien.de Mittel und Wege vor, wie durch Schwächen in aktueller Software, insbesondere durch Designfehler, die die Zuweisung von Hauptbenutzer- bzw. Programme-Schreib-Berechtigungen erfordern zu scheinen, es möglich ist, sich lokale Administratorrechte zu verschaffen. Es war sehr schön anzusehen mit welch einfachen Mitteln es möglich ist, entweder komplett alleine oder mittels etwas Aufwand + Social Engineering an Administratorrechte zu gelanden. Zudem gab es ein bischen Entwicklerbashing, dafür gabs gleich ein paar Bonuspunkte :) In meinen Augen vom Unterhaltungsfaktor her auf jeden Fall der beste Vortrag.

Als letzter Programmpunkt stand dann die Abschlusskeynote „Die Digitale Weltrevolution“ von Dr. Ingo Dahm an. Anhand eines Faustkeils und eines Handys hat er sehr unterhaltsam die Entwicklung und die Grundlage für menschlichen Fortschritt aufgezeigt. Ein super Zitat von ihm was ich vorhin auch schon getwittert hab, aber leider nicht genug Platz hatte um das vernünftig zu schreiben:

Man kann die Arbeit eines Admins mit einem Anästhesisten vergleichen, der dafür sorgt dass man am Leben bleibt, wenn ein Chirurg – Entwickler – etwas tut was einen eigentlich töten würde.

Anschließend habe ich dann nicht mehr die Abendveranstaltung besucht, da ich nach 10 Stunden dort und 12 Stunden auf den Beinen und unterwegs dringend nach Hause wollte und mich ausruhen musste. Leider war ich der Meinung, dass ich auch ohne Navi nach Hause finden müsste, da ich ja eigentlich nur die B214 zurück fahren musste. Das wurde recht schnell bestraft, da ich an irgendeinem Kreisel zwischendurch wohl die falsche Ausfahrt genommen habe und plötzlich unterwegs war nach Bramsche. Dort fuhr ich dann schließlich auch auf die A1 und dann über Holdorf nach Hause. Minimaler Umweg… Immerhin konnte ich mehr NSFW-Podcast hören ;)

Alles in allem war das aber eine sehr schöne Veranstaltung mit vielen interessanten Vorträgen. Sofern das nächstes Jahr passt, werde ich da wohl wieder hinfahren.

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Inception

Heute war mal wieder Zeit für Kino. Nach den vielen guten Reviews mussten man ja unbedingt Inception gucken, was sich, wie ich finde auch sehr gelohnt hat.

Angenehmerweise hat das Cinema Arthouse in Osnabrück momentan den Film als OV im Programm,  was man dann ja auch nutzen muss, so selten wies die Möglichkeit gibt. Zudem kann man da im Kino auch super frühstücken, wenn man in die 1130-Vorstellung Sonntags morgens geht. Das habe ich jetzt schon 3 mal gemacht und ich muss sagen dass es kaum etwas entspannenderes gibt, als Sonntags morgens nach einem leckeren Frühstück ins Kino zu gehen.

Zum Frühstück: Im Kino-Gebäude gibt es ein Kino-Café namens Garbo, die Sonntags für 10,90€ ein Frühstücks-Buffet anbieten. Da war ich vor heute schon einmal und das war echt lecker, was ich  heute wieder bestätigen konnte. Es gibt Croissants, verschiedene Brötchen, kleine Pfannkuchen, Rührei, Bratwürste, verschiedene Marmeladen, Honig, Bacon, Wurst, Käse und ne Menge was ich vergessen hab ;) Auf jeden Fall wird man davon definitiv satt…

Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten, sind wir dann in den Kinosaal gegangen. Dank Jan, der für uns reserviert hatte, hatten wir durchaus gute Plätze in einer Reihe in der Mitte mit einem Gang davor.

Jetzt aber zum Film: Ich hatte im Vorfeld einiges gutes über den Film gelesen und war durchaus gespannt, eigentlich schon seit ich vor einer ganzen Weile das Plakat zum ersten Mal gesehen hatte. Der Trailer lief mittlerweile schon eine ganze Zeit, sodass er schon begann mich zu nerven, aber trotzdem war ich immer noch sehr gespannt. Das wurde auch nicht bestraft. Die zweieinhalb Stunden Laufzeit sind extrem schnell vergangen und mir sind bewusst keine Längen im Film aufgefallen. Die Story ist in sich konsistent, lediglich die Vorgabe, dass die Traum-Einbrech-Technik als selbstverständlich vorrausgesetzt wird und nicht näher darauf eingegangen wird, fand ich etwas seltsam, aber nicht störend.

Als besonders faszinierend muss ich den Score von Hans Zimmer erwähnen. Gerade diese – laut YouTube „BWONG!“ genannten – Geräusche waren klasse und wirkten im Kino richtig gut.

Außerdem positiv aufgefallen ist mir der Name der Rolle von Ellen Page. Ihr Charakter heißt Ariadne was sehr passend gewählt ist, da Ariadne in der griechischen Mythologie diejenige ist, die Theseus den so genannten Ariadnefaden in die Hand drückt, als dieser sich in das Labyrinth des Minotaurus aufmacht um diesen kapputt zu hauen. Relativ zu Anfang des Films, als Ariadne rekrutiert wird, bekommt sie die Aufgabe ein Labyrinth zu zeichnen bzw. später auch ein solches zu entwerfen.

Alles in allem hat mich der Film wirklich beeindruckt. Die Kritik im Film-Dienst „aus hollywood“-Artikel aus der aktuellen Ausgabe kann ich daher nur bedingt nachvollziehen. Der Vorwurf, dass der Film nur alte Ideen wieder aufgreift, mag zwar berechtigt sein, jedoch kann man das einer großen Anzahl heute produzierter Filme vorwerfen und außerdem schmälert das die Faszination des Films keineswegs.