Fantasy Filmfest 2010, Tag 5

Und ein weiterer Tag ist vorbei. Heute wieder mit nur fünf Filmen, da wir „Detour“ nicht gucken wollten. Da dessen Inhaltsbeschreibung sich mit „Tödlicher Umweg“ ziemlich genau 1:1 deckt, haben wir davon Abstand genommen. „Tödlicher Umweg“ hat einfach zu sehr abgeschreckt… ;) Vielleicht tut man dem Film damit unrecht, aber das Risiko war mir einfach zu groß.

Aber nun zu den heutigen Filmen:

Frozen

Ein paar Wintersportler werden spät Abends in einer Gondel eines Sessellifts vergessen. Die Anlage wird abgeschaltet und öffnet erst in einer Woche wieder. Also macht man sich auf die Suche nach einem Ausweg.

Der Film wurde laut Programmheft bei Bloody-Disgusting.com beschrieben mit

Terrifying! Will do for skiing what JAWS did for swimming!

und liegt damit garnicht so verkehrt. In dem Zusammenhang fand ich es auch ganz nett, dass eine der Produktionsfirmen „A Bigger Boat“ heißt.

Das Szenario ist schon recht furchteinflößend, da es durchaus vorstellbar ist, das so etwas passieren kann. Man denkt zwar nach kurzer Zeit, dass die Luft bereits raus ist, da man vermutet den weiteren Verlauf abschätzen zu können. Man fragt sich daher, wie der Rest der Laufzeit jetzt gefüllt werden soll. Dies gelingt jedoch recht gut, da es einiges an Widrigkeiten gibt, die abgesehen von der Höhe der Gondel und der Kälte überwunden werden müssen. Überraschend gut, daher auch 7/10.

Amer

Ein echt schwieriger Fall. Einige Quellen behaupten, es sei als Hommage an den italienischen Giallo der 70er Jahre zu verstehen, andere sagen, es benutze die Stilmittel des Giallo, sei aber keiner. Den Teil mit den Stilmitteln kann ich definitiv bestätigen, ob die Zuordnung als Giallo nun richtig oder falsch ist, mag ich nicht beurteilen.

Inhaltlich geht es um Ana, ein Mädchen, das auf einem Landhaus vermutlich in Südfrankreich aufwächst. Der Film verfolgt ihr Leben in drei Abschnitten: Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter. Hierbei werden jeweils kurze Zeitabschnitte dargestellt, die sich im Bereich von mehreren Stunden bewegen dürften.

Der Film legt einen großen Schwerpunkt auf das Sehen. In fast jeder Szene kommen Augen und Spiegel vor, öfters auch in Großaufnahme. Personen blicken durch Schlüssellöcher und aus Fenstern, durchaus auch mehrfach. Weiterhin werden oft auch nicht übliche Lichteinstellungen verwendet, so gibt es Szenen, die komplett in Rot und Blau gehalten sind.

In jedem Fall ist der Film nicht für ein Mainstream-Publikum geeignet und erfordert eigene Überlegungen im Nachhinein um das Gesehene weitestgehend verstehen zu können.

Nach reiflicher Überlegung gebe ich Amer 7/10 Punkten, gebe aber zu bedenken, dass dieser Film extrem davon abhängt ob man mit der Bildsprache etwas anfangen kann oder nicht.

Tony

Tony ist ein Arbeitsloser in einer englischen Stadt und verbringt seinen Tag damit, Leute vollzuquatschen, Videos zu schauen und durch die Stadt zu laufen. Zudem hat er eine Vorliebe dafür, Leute zu sich einzuladen und diese anschließend zu töten und in der Themse zu versenken.

Die Beschreibung im Programmheft klang sehr nach einem Serienkillerfilm mit sozialkritischer Komponente. Leider war es eher ein sozialkritischer Film mit Serienkillerkomponente. Die meiste Zeit wurden die Lebensumstände von Tony gezeigt und hin und wieder fielen ihm Leute zum Opfer, was aber in meinen Augen mehr zu einer Nebensächlichkeit verkam. Zum Teil gab es einige unterhaltsame Stellen, die jedoch mit viel zu viel Belanglosigkeiten verbunden wurden.

Die vom anwesenden Regisseur im Vorfeld vorhergesagte depressive Stimmung nach dem Film trat bei mir jedenfalls nicht auf. Vielleicht bin ich auch einfach nicht mitfühlend genug… ;) Wertung: 4/10

The Killer inside me

Eine große Kinoproduktion mit einem namhaften Cast.  Casey Affleck, Kate Hudson und Jessica Alba. Klang durchaus vielversprechend, war jedoch vor allem zu lang.

Es geht um den Polizisten Lou aus dem Süden der USA und spielt in den 50er Jahren. Lou hat eine Beziehung zu Amy, die er auch heiraten will sowie zur Prostituierten Joyce. Um diese Konstellation wird dann eine Erpressungs- und Mordgeschichte aufgebaut, die vor allem mit den Gewalttätigkeiten von Lou zusammenhängt.

Ein sehr positiver Aspekt des Films war die hervorragende Ausstattung. Die Schauspieler und die Orte sahen sehr nach 50er-Jahre Stil aus. Leider war die Story wenig mitreissend, denn die Ausgangssituation wird entweder durch mangelhafte Erklärung oder durch Unverständlichkeit der Erklärung wegen des Südstaatenakzentes bei allen Beteiligten nur teilweise klar. Zudem krankt der Film an seiner epischen Länge von 2 Stunden, wobei die Story auch gut in 90 Minuten hätte erzählt werden können. Wertung: 5/10

Symbol

Mein persönliches Highlight des Tages. Ein japanischer Film, über dessen Inhalt man nicht allzuviel verraten sollte. Ein Mann wacht in einem vollkommen weißen Raum auf ohne dass man weiss, wie dieser dahingekommen ist. Parallel dazu gibt es noch einen mexikanischen Wrestler und seine Familie. Achja – und Putten-Penisse.

Ich habe selten so einen seltsamen aber unheimlich unterhaltsamen Film gesehen wie Symbol. Die Geschehnisse im weißen Raum sind unheimlich witzig und nebenher rätselt man die ganze Zeit über die parallel laufende Story über den Wrestler. Auch nach dem Film muss man nach darüber nachdenken, da das Ende viel Freiraum für eigene Interpretationen lässt. Absolute Empfehlung, vor allem auf dem Festival, da der Film im Kino noch viel mehr Spaß macht. Wertung: 9/10

Morgen geht es dann weiter mit folgenden Filmen:

  • Tucker & Dale vs. Evil
  • Hybrid 3D
  • Kaboom + Vorfilm: Der Doppelgänger
  • Stranded
  • Vampires

Die letzten Beiden allerdings noch unter Vorbehalt, da ich mich evtl. noch spontan für „Four Lions“ bzw. „Solomon Kane“ entscheide.

Fantasy Filmfest 2010, Tag 4

Heute, Samstag, war der vermutlich anstrengendste Tag, denn es gab insgesamt sechs Filme zu sehen. Der erste bereits um 13:00 Uhr, nicht wie an den Wochentagen um 15:00 Uhr.

Brotherhood
Brotherhood handelt von einer missglückten Mutprobe einer Studentenverbindung, bei der ein neues Mitglied angeschossen wird. Im folgenden wird von den Anwesenden versucht, das Problem zu lösen ohne ein Krankenhaus oder die Polizei einzuschalten, da sonst Ärger droht.

Ich war vorher nicht besonders interessiert an dem Film und habe ihn mehr geguckt, weil die Alternative, „Timer“ mich noch weniger interessiert hatte. Dafür wurde ich dann positiv überrascht. Es war schön mit anzusehen, wie die Situation immer weiter eskaliert und alle Beteiligten mehr und mehr den Kopf verlieren. Ich kann den Film durchaus empfehlen. Wertung: 8/10

Get Shorty

Hier wirds schwierig, es gab insgesamt 10 Kurzfilme. Ich spare mir hier mal Wertungen, da hab ich noch nicht so detailliert drüber nachgedacht.

  • Half Hearted

Ein unterhaltsamer Film über einen Mann der nach einer durchzechten Nacht mit einer Prostituierten im Bett aufwacht, sich an nichts mehr errinnern kann und mit ihr versucht die Geschehnisse des Abends zu rekonstruieren und ihr ihr Geld zu beschaffen. War nett anzuschauen und hatte ein etwas gemeines Ende ;)

  • He Dies At The End

Hat mir ebenfalls gut gefallen. Ein Mann wird an seinem Computer aufgefordert, eine Frage-Antwort-Spiel zu spielen um herauszufinden wann und woran er stirbt. Der Titel verrät bereits: Am Ende des Films ist der Mann tot.

  • The Horribly Slow Murderer With The Extremely Inefficient Weapon

Diesen Film hatte ich bereits im Vorfeld gesehen und war wieder begeistert. Unfassbar blödsinnig aber geniale Idee. Obwohl ich glaube, dass die 9 Stunden Fassung, die angesprochen wird, nicht sein muss ;)

  • I Love Sarah Jane

Ein etwas dröger Zombiefilm, der ein paar Kinder und Jugendliche nach einer Zombieapokalypse begleitet. War nicht ganz so überzeugend, da die Zielsetzung auch nicht klar wurde.

  • The Kinematograph

Ein polnischer Animationsfilm (in Farbe und Buunt!) über einen Erfinder, der an der Entwicklung des Farbfilms arbeitet. Optisch ganz nett gemacht, aber schleppend erzählt.

  • Love Me Tender

Dreht sich um eine junge Frau, die auf der Suche nach ihrem Traummann („the white Knight“) ist und bei möglichen Kandidaten etwas rabiate Methoden anwendet, wenn diese sie enttäuschen. Hat mich ein bischen an „Sexykiller“ vom FFF23 (2009) errinnert. Alles in allem ganz ansprechend erzählt. Hat mir gefallen.

  • Oma Rennt!

Eine deutsche Komödie um den Kampf von zwei alten Damen um eine Parkbank… Sehr witzige Idee, angemessene Umsetzung.

  • Shinda Gaijin

EIne junge Frau findet täglich eine Leiche in ihrer Badewanne und muss diese loswerden. Sehr merkwürdiger Film der eine Aufklärung schuldig bleibt. Stellenweise ganz witzig, ansonsten leider verschenktes Potential.

  • The Story Of My Life

Tja, noch so einer… Eine junge Frau wird von einem Mann angesprochen der alles über sie zu wissen scheint. Leider liefert der Film am Ende keinerlei Erklärung wer dieser Mann ist und woher er das alles weiss. Hätte durchaus besser sein können.

  • Uyuni

Mein am wenigsten favorisierter Film. Sehr ernst und direkt. Schönes Setting und gute Schauspieler aber ansonsten nicht so mein Geschmack.

The Last Days of Emma Blank

Eine extrem schwarze holländische Komödie, bei der es um die titelgebende Emma Blank geht, die kurz vor ihrem Ableben steht. Das hindert sie jedoch nicht, ihren Hausangestellten jede Menge blödsinnige Aufträge und Befehle zu erteilen.

Für mich als ausgesprochenen Fan von schwarzem Humor echt super. Sehr gut vor allem auch daher, dass der Film auch im weiteren Verlauf noch so einiges an Überraschungen bietet, gerade wenn es um das Verhältnis der Angestellten zur Hauseigentümerin geht. Wertung: 8/10

Outrage

Tja, schwierig. Ein Yakuza-Film aus Japan. Zusammenfassung kann ich nur grob wiedergeben: Ein Yakuza-Boss beginnt einen Kleinkrieg mit einem anderen Yakuza-Boss. Jede Menge Menschen kommen um. ;)

Ich muss zugeben, ich bin kein großer Asia-Fan – aber Outrage klang ganz gut. Handwerklich war dem Film auch nichts vorzuwerfen, jedoch hatte ich große Probleme der Handlung zu folgen, weil zum einen unheimlich viele Charaktere eingeführt wurden und zum anderen es mir nicht gelungen ist, eine Verbindung zwischen Namen und Gesichtern zu schaffen. Grob habe ich der Handlung folgen können, aber das Hirarchien-Schema innerhalb der Yakuza, das der Film aufgebaut hat, wurde mir dann doch zu komplex. Für mich was das eher nix, aber wie gesagt, ich bin da auch kein Experte. Daher hier auch nur extrem subjektiv 4/10.

The Silent House

Ein Horror-Film aus Uruguay. Ein Mädchen und ihr Vater kommen zu einem einsamen Haus, welches sie aus Gefälligkeit für einen Bekannten reparieren wollen. Nachts, während sie und ihr Vater schlafen, hört sie Geräusche im Haus.

Die Grundhandlung ist nicht besonders innovativ, die Umsetzung jedoch schon. Der Film wurde komplett in einem Take gedreht. Es gibt daher keine Schnitte und die Kamera folgt der Hauptdarstellerin in den meisten Einstellungen direkt hinterher. Dadurch wird eine ungemeine Spannung aufgebaut, jedoch wurde die ewige Erkundung des Hauses ohne das etwas passiert – trotz der latenten Bedrohung – mit der Zeit etwas öde. Das Ende war nicht besonders überraschend, aber völlig in Ordnung. Wertung: 6/10

Ein Punkt, der noch zu erwähnen wäre, ist Ton und Untertitel. Leider kamen die Untertitel völlig asynchron zum Film auf die Leinwand und das auch noch zu früh. Dadurch konnte man aus den Dialogen teilweise schon Dinge entnehmen, die erst später passieren sollten. Der Ton hatte zudem so einige Aussetzer. Das ist offenbar die schöne neue Welt des Digitalkinos… ;)

Hatchet 2
Zum Schluss gab es noch die weltweit erste Aufführung (allerdings nicht die Weltpremiere) von Hatched 2. Im Laufe des Films konnte ich mich dann auch dunkel wieder daran errinnern Teil 1 wohl doch schonmal gesehen zu haben.

Die Handlung schließt direkt an Teil 1 an. Die Hauptperson aus Teil 1 kann fliehen und kommt mit einer Gruppe von Jägern zurück, u.a. um die Leichen von ihrem Vater und ihrem Bruder zurückzuholen. Leider hat der Axtmörder aus dem Sumpf etwas dagegen.

Auch Hatchet 2 ist so ein Film, der genau wie The Human Centipede erst dann richtig Spaß macht, wenn man im Kino mit einem Haufen Leute sitzt, die lauthals darüber lachen, wenn ein Kopf effektvoll in Matsche verwandelt wird. Ansonten hatte der Film keine allzu großen Überraschungen, hat aber sehr gut unterhalten. Wertung: 7/10

Anmerkung: Fehler usw. bitte nachsehen, ich bin extrem müde und meine Augen fallen mir teilweise schon zu… ;)

Fantasy Filmfest 2010, Tag 3

Ein weiterer Tag ist ins Land gegangen. Heute wieder mit fünf Filmen, genau wie gestern. Überraschenderweise habe ich heute auch besser geschlafen als gestern – und vor allem länger, sodass ich beim letzten Film nicht ganz so arg müde war. Heute morgen haben wir erstmal das nahegelegene E-Center heimgesucht und uns dort mit Getränken und Nahrungsmitteln eingedeckt, um die Verpflegungskosten und -möglichkeiten im Kino ein wenig in Grenzen zu halten. Das Ergebnis war ein voller Kofferraum…

Secret Stash im Kofferraum
Secret Stash im Kofferraum

Nun zu den Filmen:

Hidden

Der erste Film des Tages kam aus Norwegen und handelte von einem Mann, der wegen des Todes seiner Mutter in seinen Heimatort zurückkehrt. Als Kind war er von seiner Mutter misshandelt worden und nun holen ihn die Geister der Vergangenheit wieder ein.

Positiv bei diesem Film war, dass es einige durchaus gute Schockmomente gab. Ansonsten war ich eher nicht so überzeugt. Eine zentrale Frage wurde nicht abschließend geklärt und ansonsten war die Handlung eher dröge und vorhersehbar. Wertung: 4/10.

Caged

Bei Caged ging es um ein französisches Ärzteteam, dass im ehemaligen Jugoslawien von einer unbekannten Gruppe gefangen genommen und in Käfigen eingesperrt wurde. Zunächst ist nicht klar, was das Ziel der Entführer ist und erst im Laufe der Zeit klärt sich dies auf.

Mir hat der Film ziemlich gut gefallen. Zunächst drehte sich alles um die Frage nach der Motivation der Entführer und auch sobald diese Frage geklärt war, machte der Film extrem viel Spaß, wie sich dann die Gefangenen gegen die Entführer zur Wehr setzen. Wertung: 7/10.

Metropia

Anschließend kam ein weiterer schöner Film. Hierbei musste ich mich zwischen Chatroom, dem Centerpiece und eben diesem, Metropia, entscheiden. Ich hatte mir dann überlegt Metropia zu gucken und das stellte sich als gute Entscheidung heraus. Am Anfang des Films erfuhr man nämlich, dass dieser bisher keinen europäischen Verleih gefunden hat und es daher fraglich ist, wann oder ob man diesen regulär im Kino sehen kann.

Überrascht hat mich zudem, dass der Film komplett ausverkauft war. Ich hätte eher erwartet, dass die Mehrzahl der Leute Chatroom schauen möchte, der lief aber im kleineren Kino 6 und war, soweit ich erfahren habe, auch nicht komplett ausverkauft.

Die Handlung des Animationsfilms mit den Stimmen von u.a. Juliette Lewis und Udo Kier dreht sich um einen Call Center Mitarbeiter im Jahre 2024. In dieser Zukunft sind alle Ölvorräte verbraucht und Europa ist mit einem riesigen U-Bahnnetz verbunden. Die Hauptperson des Films kommt dann zusammen mit einem Shampoo-Werbemodels einer Verschwörung auf die Spur.

Die Optik war zwar zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem ganz ansprechend. Ich war vor allem von der düsteren Athmosphäre ganz angetan, die alle Szenen beherrschte. Wenn man Fragen wie „Warum baut man ein gigantisches U-Bahnnetz anstatt einer normalen oberirdischen Bahn?“ oder „Warum sieht die Welt überall nach dem Ende des Öls grau und trostlos aus?“ ausblendet, dann ist die Handlung in sich auch durchaus stimmig und sehr spannend. Wertung: 8/10

Black Death

Das Highlight des Tages war meiner Meinung nach Black Death. Dieser Film spielt im Mittelalter während die Pest in Europa wütet. Nachdem bekannt wurde, dass ein entfernt gelegenes Dorf von der Pest verschont wurde, wird eine Gruppe von Söldnern losgeschickt, um dies zu untersuchen.

Zunächst einmal fällt die hervorragende Besetzung mit Sean Bean auf. Als dieser zum ersten Mal im Bild auftauchte, war mein erster Gedanke: „Hey, Boromir!“ ;) Seine Leistung war auch absolut überzeugend.Die Handlugn war wenig überraschend aber auch nicht langweilig und wirkte konsistent.

Im Anschluss an den Film gab es noch ein Q&A mit dem Regisseur, Christopher Smith. Dieser erzählte unter anderem davon, dass der Film in Deutschland, genauer in Sachsen-Anhalt produziert wurde und zog die Lacher auf seine Seite, als er erwähnte, dass es im Osten Deutschlands noch so schöne mittelalterliche Dörfer gäbe. Wertung: 8/10

The Human Centipede

Abschließend gab es dann noch einen Beitrag aus der „Midnight Madness“-Reihe. Hierbei handelte es sich um den Film „The Human Centipede“. Und überraschenderweise war er immer noch genauso wiederlich, wie beim ersten Ansehen.

Ein Arzt, der früher siamesische Zwillinge getrennt hat, kommt auf die Idee den anderen Weg zu probieren und Leute zusammenzufügen. Hierzu sucht er sich einen Japaner und zwei amerikanische Touristinnen aus und setzt sein Vorhaben in die Tat um. Die Beteiligten sind davon jedoch nicht so sehr begeistert.

Großartig fand ich ja Dieter Laser als Dr. Heiter. Vor allem der Name, LASER ist echt super ;) Ich muss sagen, der Film macht im Kino mit ner Menge anderen Verrückten echt viel Spaß. Man lacht plötzlich an Stellen, die man vorher gar nicht für so witzig angesehen hat und wird sich erst dann der vielleicht nicht ganz unfreiwilligen Komik bewusst, die wirklich überall im Film verteilt ist. Trotzdem finde ich den Film, auch wenn mans nicht explizit sieht, extrem wiederlich. Aber man kann drüber hinwegsehen. Einmal Anschauen reicht aber eigentlich… Wertung: 6/10

Morgen gehts dann weiter mit:

  • Brotherhood
  • Get Shorty (mit dem super Film: „The horribly slow murderer with the extremely inefficient weapon“!)
  • The Last Days of Emma Blank
  • Outrage
  • The silent House
  • Hatchet 2 (von dem ich laut Daniel den ersten Teil gesehen haben soll. Glaub ich aber nicht, jedenfalls kann ich nicht mehr dran erinnern…)

Merke also: sechs Filme. Wird anstrengend ;)

Fantasy Filmfest 2010, Tag 2

Heute war dann also der zweite Tag und es gab die folgenden fünf Filme:

The Reeds

Der erste Film des Tages führte uns ins Schilf. Und zwar begleiteten wir ein paar Briten auf einer Bootstour in Landschaft die vorwiegend aus Schilf besteht. Leider endet dieser Trip nicht besonders erfreulich, denn nach kurzer Zeit wird bereits der Bootsrumpf sowie einer der Passagiere von einer Eisenstange durchbohrt. Zudem gibt es noch einige marodierende Jugendliche sowie ein paar andere Gefahren im Schilf.

Der Film fing durchaus gut an. Die Landschaft ist hervorragend als Setting gewählt und die Schauspieler sind ebenfalls angemessen. Durch die Dunkelheit und das Schilf als blickdichte Barriere kommt eine super Athmosphäre auf. Leider driftet der Film ab der Hälfte in eine sehr wirre übernatürliche Story ab, die mich am Ende unzufrieden zurückgelassen hat. Derzeit gebe ich dem Film 4/10.

For the Good of Others

Ein spanisches Drama, die von einem Arzt handelt, der wenig Anteil an den Leiden seiner Patiente zeigt und, nachdem auf ihn geschossen wurde, plötzlich die Fähigkeit besitzt, Menschen auch von aussichtslosen Krankheiten zu heilen.

Ich war angenehm überrascht. Das war ein Film, von dem ich im Vorfeld garnichts erwartet hatte und weil mich die Alternative, das „Das Experiment“-Remake nicht wirklich interessiert hat. Zunächst kam mir bei dem Arzt ein Vergleich mit Dr. House in den Sinn, da beide ähnlich viel Interesse am Gefühlsleben ihrer Patienten zeigen.

Ein Kritikpunkt war, dass das Ende etwas holprig daherkam. Man konnte sich zwar erschließen, was da passiert ist, aber sicher war ich mir erst nicht. Trotzdem noch eine 7/10.

The Scouting Book for Boys

Anschließend kam einer der Filme auf die ich mich sehr gefreut habe. Die Geschichte rankt sich um zwei befreundete Kinder aus einer Wohnwagensiedlung an der Ostküste Englands. Der Mutter des Mädchens droht wegen ihrer Alkoholabhängkeit der Verlust des Sorgerechts. Daher entschließt sie sich abzuhauen und versteckt sich in einer Höhle am Strand, in der sie von einem Freund, dem zweiten Hauptcharakter, mit allem Nötigen versorgt wird. Langsam eskaliert außerhalb jedoch die Lage, da natürlich nach ihr gesucht wird. Und auch zwischen den beiden Freunden entwickeln sich Probleme.

Grundsätzlich hat mir der Film gefallen. Leider hatte ich leichte Probleme, die Schauspieler zu verstehen, weil die beiden Hauptdarsteller mit starkem englischen Akzent sprechen. Das tat dem Verstehen des Films jedoch keinen Abbruch und ist schließlich auch kein vom Film verschuldetes Problem. Weiterhin zog sich die Erzählung in meinen Augen etwas in die Länge. Ich hatte irgendwie das Gefühl dass zwei Drittel nur aus der Exposition bestanden und die eigentliche Haupthandlung dann im letzten Drittel stattfand. Momentan gebe ich hier 6/10.

Monsters

Im Vorfeld als mein Highlight des Tages eingeschätzt wurde ich auch nicht enttäuscht. Die Geschichte handelt davon, dass eine Gesteinsprobe einer Raumsonde außerirdisches Leben auf die Erde gebracht hat, als diese über Mittelamerika auseinanderbrach. Dieses Leben manifestiert sich in turmhohen tintenfischartigen Wesen, die leider Städte und Leute kapputtmachen. Zum Schutz davor wurden große Zäune und Wälle errichtet und ein großer Bereich Mittelamerikas zur Quarantänezone erklärt. Hierdurch müssen zwei US-Amerikaner auf dem Weg nach Hause, denen die Kamera nun in Form einer Art SciFi-RoadMovie folgt.

Ich war im Anschluss schwer begeistert. Es kam bei mir keine Langeweile auf und die gezeigten Bilder waren einfach toll. Sowohl die Monster als auch die Grenzbefestigungen und die kapputten Städte und Bauwerke sahen super aus. Zudem waren die beiden Hauptrollen mit sympatischen Schauspielern besetzt.

Sehr schön fand ich, dass bei der Vorstellung in Hamburg der Regisseur, Gareth Edwards, anwesend war. Bei dem anschließenden Q&A wirkte er sehr sympatisch und beantwortete alle auftretenden Fragen vor dem gut besetzten Saal 1, also einigen hundert Personen. Er erzählte hierbei u.a. dass die Nebenrollen allesamt Laiendarsteller waren, die sie vor Ort getroffen hatten und dass er die CGI-Sequenzen selbst gemacht hat, weil er ursprünglich aus der 3D Ecke kommt. Weiterhin erzählte er, dass es kein wirkliches Drehbuch gab, sondern nur eine Handlungsbeschreibung und das meiste spontan entschieden wurde.

Gareth Edwards Q&A
Gareth Edwards Q&A

Insgesamt für mich eine 9/10.

Reykjavik Whale Watching Massacre

Ein Film aus Island! Der eine isländische Film, den ich bisher kenne, Astropia, hat mir gefallen, daher hatte ich auch eine positive Erwartung bei diesem Film. Und ich wurde nicht enttäuscht, der Film war ein solider, unterhaltsamer Horrorfilm, samt irrer Familie die gerne fremde Leute zu Besuch hat.

Es geht dabei um eine Touristengruppe auf Island, die unterwegs ist um Wale zu beobachten. Als bei einem Unfall der Kapitän des Schiffes umkommt und der einzige erfahrene Seemann das Schiff sabotiert und verlässt, warten die Passagiere auf Rettung. Diese kommt auch prompt in Form eines sympatischen jungen Mannes, der die Touristen auf ein anderes Schiff bringt, die Wohnung seiner, aus dem Walfang-Geschäft stammenden Famile. Diese sind leider nicht so freundlich, wie man vielleicht erwarten könnte.

Dieser Film zum Abschluss heute machte einfach jede Menge Spaß. Das Blut floss in ausreichendem Maße und die Darstellerinnen waren nett anzuschauen. Auch der Inhalt war passend. Bei einer irren Familie die aus der Lebensmittelproduktionsbranche kommt und davon betroffen ist, dass diese Produktion nicht mehr weiterläuft, sowie Gunnar Hansen als Kapitän des Ausflugsbootes, muss man irgendwie an Texas Chainsa Massacre denken. Und liegt damit garnicht mal so falsch. Der Film ist eine gut gemachte Adaption der Story aufs Wasser vor Island. Und unterhaltsam ist er allemal :) Derzeit tendiere ich zu 7/10.

Für morgen habe ich folgendes geplant:

  • Hidden
  • Caged
  • Metropia
  • Black Death
  • The Human Centipede

Morgen Abend dann mehr dazu :)

Fantasy Filmfest 2010, Tag 1

Seit heute bin ich endlich mit Daniel wieder in Hamburg beim Fantasy Filmfest. Mein absolutes Jahres-Highlight im Filmbereich und der erste Abend hat auch schon echt Spaß gemacht.

Anreise & Hotel

Die Anreise verlief recht ereignisreich, nachdem wir gegen halb 12 in Diepholz losgefahren sind und unterwegs in Bremen-Oyten bei Daisy’s Diner zu Mittag gegessen haben, sind wir recht schnell in Hamburg gewesen und haben einen erneuten Versuch gestartet, über die Köhlbrandbrücke zu fahren, was wir schon letztes Jahr versucht haben und dieses Jahr bei den Fantasy Filmfest Nights nochmals. Leider ist die Beschilderung in Hamburg äußerst dürftig (zumindest im Hafenbereich), sodass es erst diesmal (wenn auch eher umständlich) geklappt hat.

Als wir dann wieder auf der Autobahn in die Innenstadt waren (Ich muss nicht sagen, dass die Fahrt über die Brücke ein Umweg war und wir genau da wieder auf die Autobahn gefahren sind, wo wir auch runtergefahren sind, oder?!), waren wir auch in kurzer Zeit im Hotel, diesmal das Etap Hotel Hamburg-Altona, anstatt dem sonst gebuchten B&B Hotel. Als wir dort dann kurz die Zimmer bezogen hatten, sind wir direkt wieder losgefahren, um Getränke zu kaufen. Dabei habe ich festgestellt, dass wir hier in nicht all zu großer Entfernung ein E-Center haben, welches Arizona Eistee verkauft. Diesen hatte ich vor einiger Zeit schon bei Gourmondo bestellt und finde ihn extrem lecker. Ich denke, ich nehme nächste Woche erstmal ne Kiste mit nach Hause.

Nachdem wir eingekauft haben sind wir ein wenig durch die Stadt gefahren auf der Suche nach etwas Essbaren – Daniels Vorschlag nach sollte es ein McDonalds sein – bis uns aufgefallen ist, dass es dafür das Einfachste wäre, direkt zum CCH zu fahren (welches die Tiefgarage beherbergt, die direkt am Cinemaxx Dammtor liegt), um dort im Bahnhof Dammtor zu McDonalds zu gehen.

Übrigens: Im CCH hängen wieder Plakate dafür dass Michael Bolton dort irgendwann auftritt. Jeder der Office Space kennt, kann meine Begeisterung über diese Plakate bestimmt nachvollziehen, wenn nicht sogar teilen :)

There was nothing wrong with my name, until I was about 12 years old and that no talent ass clown became famous and started winning Grammys!

Kino

Nach dem Essen gingen wir dann ins Cinemaxx um dort unsere Karten abzuholen. Dieses Jahr gab es wieder ein T-Shirt dazu sowie eine Gratis-Ausgabe der „intro“ (Yay! Die Zeitung wollte ich immer schonmal haben!!! … … ;) ). Eine Weile später wurde Saal 1 dann für den Eröffnungsfilm „The Pack“ geöffnet.

The Pack

*There might be Spoilers ahead*

The Pack ist eine französische Produktion, das Programmheft nennt ihn eine „verwunschene Version eines Backwood-Slashers“, was es ganz gut umreisst. Der Focus ist nicht so sehr auf den Torture-Elementen wie andere jüngere französische Horrorfilme, was aber kein Nachteil sein muss. Es geht hierbei um eine junge Frau, die in einem abgelegenen Gasthaus ihren kurz zuvor mitgenommenen Anhalter verliert. Natürlich macht sie sich auf die Suche nach ihm, was – natürlich – kein allzu gutes Ende nimmt.

Mein erster Eindruck war durchwachsen. Der Film erzählt eine durchaus gut unterhaltende Geschichte und hat auch keine allzugroßen Plotholes, wenn man von üblichen Logikfehlern mal absieht… . Trotzdem hat er mich etwas ratlos zurückgelassen, mit einem Ende was eher wirr daherkommt. Die Geschehnisse aus der zweiten Hälfte wirkten nicht so, als seien diese zuendeüberlegt gewesen und zogen den Gesamteindruck deutlich nach unten. Zwar gab es gegen Ende einen Kampf bei dem sich eine Gruppe in einer einsamen Hütte verbarrikadiert und angegriffen wird, die mich wieder einmal sehr an die entsprechende Szene aus „Birth of a Nation“ errinnert hat, trotzdem haben mich die Geschehnisse nach der Flucht der Hauptperson aus diesem Haus extrem verwirrt und ich weiss nicht, ob es Sinn macht, ernsthaft über das Ende nachzudenken. Momentan tendiere ich zu einer 5/10 für The Pack.

Anzumerken war noch, dass wir leider das Pech hatten neben einer Gruppe von Deppen zu sitzen, welche ich in der Form letztes Jahr nicht erleben musste und auch bei den Nights noch nicht erlebt habe. Diese grölten vor Beginn des Films durch den halben Saal (noch ok), quatschten dann während des Films hörbar (nicht ok) und äußerten dann gegen Ende auch noch lautstark Kommentare (garnicht ok). Schließlich warf einer von ihnen auch noch eine Flasche eine Reihe weiter nach vorne in den Gang, ob unabsichtlich oder nicht will ich hier nun mal nicht unterstellen. Ich hoffe ja, dass mir diese Spezialexperten nicht nochmal begegnen, sowas kann ich garnicht ab.

Red Hill

Red Hill hat mich für den schwachen Eindruck von „The Pack“ weitestgehend entschädigt. Es handelte sich hierbei um einen Australo-Western der in der heutigen Zeit in einem kleinen Ort im australischen Outback spielt. In diesem Ort nimmt ein neuer Polizist seinen Dienst auf und ausgerechnet an seinem ersten Tag bricht ein Schwerverbrecher aus dem Gefängnis aus, der sich an den Leuten in seiner ehemaligen Heimatstadt rächen will.

Ich war von diesem Film sehr gut unterhalten und fasziniert davon, wie gut die Stilelemente des klassischen Western in die moderne Zeit integriert wurden. Vor allem die Rollenverteilung Gut/Böse war gut zu erkennen und auch die Verwendung von Pferden, obwohl jede Menge Autos im Film vorkamen errinnerten sehr an Western, die deutlich früher spielten. Die Laufzeit des Films war für die erzählte Geschichte durchaus angemessen, sodass keine Langeweile aufkam. Lange Zeit blieb auch das Motiv des Verbrechers im unklaren, sodass man zwar etwas ahnte, aber erst recht spät Gewissheit erlangte. Alles in allem hat mir der Film gut unterhalten, wenn er auch nicht so gut war, wie der Film im gleichen Zeitslot letztes Jahr, Red Cliff. (Hey, ist schon wem aufgefallen, dass beide Filme Red Something heißen? Das muss was zu bedeuten haben…) Meine Wertung für diesen Film ist momentan 7/10.

Morgen bzw. heute ist dann der erste Tag mit vollem Programm. Mein Plan umfasst derzeit folgende Filme:

  • The Reeds
  • For the Good of Others
  • The Scouting Book for Boys
  • Monsters
  • Reykjavik Whale Watching Massacre

Ich denke, morgen twittere ich dazu dann auch aus dem Kino, heute war irgendwann während The Pack mein Akku leer :(