Fantasy Filmfest 2010, Tag 8 (Closing Night)

Soo, das wars nun also wirklich. Der achte Tag ist zuende und das Ende war ziemlich großartig. Momentan sitze ich mit Daniel im Auto auf der Rückfahrt in die Heimat. Aber der Reihe nach.

Heute morgen haben wir nach dem Auschecken im Hotel erstmal eine Fahrt zum E-Center unternommen, damit ich mir noch einen Vorrat an Arizona Eistee zu beschaffen. Anschließend waren wir am Bahnhof Altona im Media Markt, um dort noch nach DVDs und BluRays zu gucken. Leider war die Auswahl da nicht so groß wie gestern im Saturn und ich habe auch nichts gefunden. Anschließend waren wir in einem Restaurant am Bahnhof, dem Koz Urfa, wo wir zu Mittag gegessen haben. Das Restaurant ist sehr zu empfehlen. Es gibt Fleisch vom Holzkohlegrill und die Portionen sind groß. Extrem lecker. :)
Danach sind wir mangels Ideen dann zum Parken ins CCH gefahren, haben noch ein McFlurry bei McDonalds gegessen und sind dann wie immer eine Stunde zu früh im Kino gewesen.

Nun zu den heutigen Filmen:

The Chameleon
Ein Thriller, der sich um einen entführten amerikanischen Jungen dreht, der Jahre später in Frankreich wieder auftaucht. Als er zu seiner Familie zurückgebracht wird, vermutet eine FBI-Agentin, die sich den Fall anschaut, dass der Junge nur vorgibt, zu sein wer er ist. Sie stellt daraufhin Ermittlungen an und deckt Geheimnisse aus der Geschichte der Familie auf.
Tja… das war mehr so eine Notlösung, da die Alternative, „The Nothing Men“, auch nicht viel interessanter klang und im Cinefacts Forum schon davon abgeraten wurde. Leider war dieser Film nicht viel besser. Um genau zu sein war er extrem zäh und langweilig. Die Charaktere kümmerten einen in etwa garnicht, die Vorgeschichte innerhalb der Familie war die meiste Zeit über so unklar, dass man nicht wirklich wusste warum die Familienmitglieder handeln wie sie handeln (was zum Verständnis der Story hilfreich gewesen wäre und erst am Ende geklärt wird) und die Auflösung am Ende war mehr als unbefriedigend. Überhaupt fühlt sich der Film wie 2 Stunden an.
Wertung: 3/10

Two Eyes Staring
Eine niederländische Produktion mit bösen kleinen Kindern. Gruselig sollte es sein, war es jedoch nicht.
Eine niederländische Familie erbt ein Haus in Belgien. Sie ziehen also dort hin, was der kleinen Tochter missfällt. Sie findet keine neuen Freunde und kurz darauf sieht sie ein Mädchen namens Karen, die angeblich die tote Schwester der Mutter ist. Mit deren Hilfe deckt sie dann dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit auf.
Auch dieser Film war eine Notlösung, im anderen Slot lief „Higanjima“. Leider war auch dieser Film eine Enttäuschung. Die meiste Zeit über war es nicht gruselig, es gab nur vereinzelte Schockmomente und der im Programmheft versprochene Twist am Ende war nur bedingt unerwartet und eher öde.
Wertung: 4/10

The Disappearence of Alice Creed
Ein Film, auf den ich mich im Vorfeld mitunter am meisten gefreut habe. Interessante Story, interessanter Trailer und gute Besetzung.
Es dreht sich um ein perfekt geplantes Verbrechen. Alice Creed, Tochter aus reichem Hause, wird von zwei Männern gekidnapt, welche diese Entführung im Vorfeld bereits minutiös geplant haben. Hierzu wurde ein Zimmer in einem heruntergekommenen Wohnhaus schalldicht isoliert, in das sie gebracht wird und dort auf einem Bett angekettet wird. Die ersten Minuten des Films zeigen den Ablauf der Entführung und laufen absolut nach Plan ab. Das Programmheft spricht treffend von „wie ein schweizer Uhrwerk“. Doch bald darauf geht etwas schief und es geschehen nach und nach mehr unerwartete Wendungen.
Ich war sehr fasziniert von diesem Film. Die Geschichte wurde mit hohem Erzähltempo packend präsentiert und jedes Mal, wenn man vermutete, dass man den Ausgang nun erahnen kann, wurde man eines besseren belehrt. Daher eines meiner persönlichen Highlights und ein definitives Must-See.
Wertung: 9/10

Rubber
Closing Night. Da war es plötzlich soweit. Der lange angekündigte Rubber wurde mit kurzer Ansprache vor ausverkauftem Hause gezeigt. Und es war großartig.
Der Film dreht sich um einen Autoreifen, welcher plötzlich zum Leben erwacht und Dinge zum explodieren bringen kann. Mit dieser Fähigkeit folgt er einer Touristin, die er auf einer Straße gesehen hat. Weiterhin gibt es mitten in der Wüste, in dem die Handlung spielt, eine Gruppe von Zuschauern, die dem Geschehen mit Ferngläsern folgt. Und natürlich einen Sheriff, der zu Beginn einen großartigen Monolog über die Grundlosigkeit der Dinge führt.
Für die Closing Night eine würdige Wahl. Sehr unterhaltsam, extrem abgedreht und eine nette Story. Leider hatte er zwischendrin einige Längen, die den Gesamteindruck trüben. Trotzdem habe ich sehr gut gelacht. Praktischerweise liefert der anfängliche Monolog bereits die Antwort auf alle eventuell auftretenden Fragen: No Reason.
Wertung: 8/10

Piranha 3D
Nach der Closing Night gab es dann noch eine Zusatzvorstellung von Piranha 3D. Es versprach ein witziger Partyfilm zu sein und ich muss sagen: Das war er auch. Auch die 3D Komponente wirkte hierbei nicht störend und aufgesetzt, obwohl es sich nur um Postprocessing 3D handelt.
Der Film spielt am Lake Victoria während des Spring Breaks. Die Ufer sind voll von feiernden Jugendlichen. Leider gab es einige Tage zuvor einen Erdrutsch im See, der eine Verbindung zu einer unterirdischen Höhle geschaffen hat, in der seit Jahrtausenden gefräßige Piranhas leben. Diese freuen sich nun natürlich ungemein über die neue Nahrungsquelle und schnell färbt sich ziemlich viel Wasser extrem rot…
Dieser letzte Film beim diesjährigen FFF in Hamburg war einfach super. Das Publikum war schwer begeistert und es gab unheimlich viele Lacher. Allein schon Christopher Lloyds „We’re all doomed“-Face war unfassbar komisch. In einer Szene habe ich dann sogar eine absolut nützliche Verwendung von 3D gesehen. Zwei unter Wasser schwimmende leicht bekleidete Mädchen mit Schwimflossen. Wieder ein Beweis für die These, dass die Pornoindustrie Technologien zum Durchbruch verhilft ;-)
Alles in allem, sehr unterhaltsam und absolut sehenswert, gerade in den anderen Festivalstädten, so er dann da angekündigt wird. Mit anderen Worten (Ein Zitat, was ich schon den ganzen Abend bringen wollte: „That’s a lot of Fish.“)
Wertung: 8/10

Übrigens, ich wollts noch erwähnen: Ich saß nur wenige Plätze neben Bela B. von den Ärzten, der war auch da :-) Diesmal hab ich ihn auch gesehen.

Soo! Das wars. Für mich ist das FFF für dieses Jahr nun vorbei und ich muss sagen, es reicht auch ;-) Ob man es glaubt oder nicht, es ist auf die Dauer doch echt anstrengend und ich habe nun erstmal genug Filme gesehen, über die ich noch nachdenken muss. Ich denke, in den nächsten Tagen poste ich noch eine Gesamtbetrachtung. Vorab schonmal: 37 Filme in 8 Tagen waren es diesmal :)

Nun bin ich bald hoffentlich zu Hause und kriege vielleicht sogar noch ein bischen Schlaf, bevor ich um 6 Uhr wieder aufstehen muss… Gute Nacht.

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