Salt

Nun ist das Fantasy Filmfest schon fast eine Woche vorbei, also ist es höchste Zeit um mal wieder ein Kino aufzusuchen.

Nachdem die Sommerflaute nun endlich weitestgehend vorbei zu sein scheint, gab es gleich mehrere Kandidaten zur Auswahl. Momentan interessieren mich The Expendables, Salt, The A-Team und Toy Story 3. In Anbetracht der Zeit, wie lange die Filme jeweils schon laufen, hab ich mich heute für Salt entschieden. Die Kritiken waren nicht überragend, aber in Ordnung und so war ich – auch durch den Trailer – gespannt auf den Film.

Der Film handelt von der CIA Agentin Evelyn Salt, gespielt von Angelina Jolie, die von einem russischen Überläufer bezichtigt wird eine russische Agentin zu sein und versuchen zu wollen, den Präsidenten zu töten. Daraufhin muss sie sich vor den Verdächtigungen der Behörden in Sicherheit bringen und wird bald darauf von einer Vielzahl ihrer Kollegen verfolgt.

Wer allerdings hier schon vermutet, das Ende vorhersehen zu können, wird sich vermutlich widerlegt sehen. Im Verlauf des Films gibt es einige Wendungen und Überraschungen, die durchaus gut gemacht sind und das Interesse an der Story aufrecht erhalten. Echte Spannung kommt allerdings nicht so recht auf. Mein Eindruck ist, dass dies der Tatsache geschuldet ist, dass einem die Charaktere eigentlich allesamt ziemlich egal sind. Die handelnden Personen werden zwar teilweise mit etwas Hintergrund gefüllt und bekommen vereinzelt auch eine Chance sich zu entwickeln, jedoch ist der behandelte Zeitrahmen vermutlich zu kurz, als dass man echte charakterliche Züge darstellen kann. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass August Diehl kein Schauspieler für Hollywood-Produktionen ist. Ich kann das nicht an einem bestimmten Merkmal festmachen, aber der wirkte hier reichlich deplaziert, fast wie nachträglich eingefügt.

In Bezug auf die gezeigten Actionsequenzen kann man grundsätzlich nichts kritisieren. Es gibt eine Vielzahl von verschrotteten Fahrzeugen, einige Schießereien und eine ganz nett gestaltete Verfolgungsjagd auf einer Autobahn, bei der die Gejagdte ständig die Fortbewegungsart wechselt. Durch die Actionsequenzen kommt zudem immer noch genug Dynamik in den Film um über die vorhergehenden charakterlichen Schwächen hinwegzusehen.

Gefreut habe ich mich dann noch über ein Detail relativ zu Beginn. Ein CIA Mitarbeiter gibt Salt und ihrem Kollegen ein Papier und wird weggeschickt um es in den Tresor zu legen. Daraufhin entspannt sich ein Dialog zwischen den beiden verbliebenen Agenten: „Waren wir auch so jung?“ – „Nein, sie waren jünger.“ In Bruchteilen von Sekunden wurde mir klar, dass ich diese Dialogzeilen in fast unveränderter Form bereits woanders gehört hatte. Ich war mir zunächst nicht sicher, welcher der Filme, aber ein Blick in die Memory-Alpha hat mir dann bestätigt, dass es tatsächlich in Star Trek VII (Generations) war.

Chekov (über Demora Sulu): Ich war nie so jung.

Kirk: Nein, Sie waren jünger. (Star Trek: Treffen der Generationen)

Ob das beabsichtigt war oder nicht, weiss ich nicht, ich hab auf die Schnelle aber auch im Netz keine Bemerkungen oder Ähnliches dazu gefunden. Trotzdem ein schöner Verweis…

Ein letzter Punkt: Die Synchro. AAAAAHHHH. Ich werde da glaub ich immer empfindlicher. Aber ich finde es mittlerweile extrem furchtbar, dass es die Studios nicht hinkriegen, die Stimmen nicht 10 mal lauter als den Hintergrund zu pegeln. Mal ganz davon abgesehen, dass die es nicht (mehr) hinkriegen, ordentliche Dialoge zu schreiben. Bitte, ich will mehr OV-Vorstellungen.

Alles in allem ohne Schmerzen anzugucken und er unterhält auch während der gesamten Laufzeit. Trotzdem nichts überragendes und leider etwas verschenktes Potential. 6/10.

Fantasy Filmfest 2010 – Fazit

Wie versprochen, gibt es noch ein Fazit vom diesjährigen FFF.

Das Festival an sich hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich war absolut positiv überrascht, wie gut die Filme größtenteils doch waren trotz der im Vorfeld vielfach gemachten Äußerungen über die niedrige Qualität. Das kann ich absolut nicht bestätigen. Ich habe den Eindruck, dass die Ausreißer nach unten dieses Jahr genauso viele bzw. wenige waren, wie letztes Jahr. Belegen kann ichs nicht, aber ist halt so meine Auffassung.

Was mich im Gegensatz zu letztem Jahr etwas gewundert hat, ist die niedrige Zahl von Filmen, vor denen die Werbetrailer liefen. Versteht mich nicht falsch, ich kann die nach einigen Filmen auch nicht mehr sehen, aber trotzdem hat mich das zum Nachdenken angeregt, ob da nicht evtl. die Werbekunden dieses Jahr weniger dazu bereit waren, entsprechende Werbeplätze zu buchen. Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist bzw. dass das lediglich eine Nachwirkung der Wirtschaftskrise ist. Dafür spricht auch, dass 13th Street und TV Spielfilm beides alte Trailer gezeigt haben, die bereits letztes Jahr liefen.

Ich hatte zudem auch den Eindruck, dass es letztes Jahr mehr Ansagen vor den Filmen gab. Dieses Mal, so meine Wahrnehmung, war das hauptsächlich bei den großen, gut besuchten der Fall. Ich fand es letztes Jahr ganz nett, jeden Tag beim ersten Film zu Anfang begrüßt zu werden. Das war dieses Jahr leider nicht so.

Die Dauerkarte war wieder eine lohnende Investition. Da wir nur fürs Festival anreisen und vor Ort im Hotel übernachten, macht es auch Sinn, alle Timeslots mitzunehmen, es ist so manchmal schon schwer genug, die Zeit bis zum Beginn des ersten Films rumzukriegen ;) Ich denke auch nicht, dass der Preis für die DK zu hoch ist, 185€ sind bei 37 von mir gesehenen Filmen exakt 5€ pro Film, was verglichen mit normalen Kinoeintrittspreisen unterdurchschnittlich ist. Zudem gibts noch ein nettes T-Shirt. Leider nur in recht groß ausfallendem XL, trotzdem wäre ich dafür, dass es nächstes Jahr auch XXL gibt ;-)

Etwas negativ ist mir aufgefallen, dass dieses Jahr eine große Zahl von Menschen während der Filme rein- und rauslaufen musste. Vielleicht ist das nur meine Wahrnehmung, aber ich hatte den Eindruck, dass das letztes Jahr nicht so war. Schade finde ich auch, dass das Festival im normalen Kinobetrieb ziemlich untergeht. Ich glaube, von den anderen Kinobesuchern hat kaum einer was bewusst davon wahrgenommen. Ich glaube, wenn die Sääle nicht so im Haus verteilt lägen und separat in einem bestimmten Bereich, dann würde eine ganz andere Athmosphäre entstehen. Ich weiss, ist baulich natürlich nicht möglich – just saying.

Die Idee, dieses Jahr das Frühstück im Hotel nicht mitzubuchen, hat sich als sehr gut herausgestellt, da man so deutlich länger schlafen und direkt zum Mittagessen übergehen kann. Weiterhin kommt man so auch nicht in die Bedrängnis, mehrere Stunden Wartezeit bis zum ersten Film ausfüllen zu müssen, meist ging die Zeit schon mit Einkaufen, Mittagessen und dem Weg zum Kino drauf. Toll war dieses Jahr auch, dass das Hotel über eine Tiefgarage mit Fahrstuhl verfügt. Es war ziemlich angenehm, im Trockenen ein- und aussteigen zu können, zumal es dieses Jahr auch deutlich regnerischer war, als letztes Jahr und man schon öfter mit dem Auto unterwegs war.

Das Programmheft war eine gute Hilfe für die Auswahl der Filme, vor allem zur Auffrischung der Erinnerung an Trailer oder Reviews, wenn man vor einem Film stand und schon nicht mehr wusste, um was der eigentlich geht.

Zur Übersicht hab ich hier nochmal eine Liste von allen Filmen gemacht, inkl. der Wertung, die ich in den vorherigen Posts vergeben habe.

Nr. Tag Titel Wertung
1 1 The Pack – La Meute 5/10
2 1 Red Hill 7/10
3 2 The Reeds 4/10
4 2 For the Good of Others 6/10
5 2 The Scouting Book for Boys 7/10
6 2 Monsters 9/10
7 2 Reykjavik Whale Watching Massacre 7/10
8 3 Hidden 4/10
9 3 Caged 7/10
10 3 Metropia 8/10
11 3 Black Death 8/10
12 3 The Human Centipede – First Sequence 6/10
13 4 Brotherhood 8/10
14 4 Get Shorty
15 4 The Last Days of Emma Blank 8/10
16 4 Outrage 4/10
17 4 The Silent House 6/10
18 4 Hatchet 2 7/10
19 5 Frozen 7/10
20 5 Amer 7/10
21 5 Tony 4/10
22 5 The Killer inside me 5/10
23 5 Symbol 9/10
24 6 Tucker & Dale vs. Evil 8/10
25 6 Hybrid 3D 3/10
26 6 Kaboom + Der Doppelgänger 9/10
27 6 Four Lions 8/10
28 6 Vampires 5/10
29 7 Love Crime 7/10
30 7 Exquisite Corpse 3/10
31 7 The Loved Ones 8/10
32 7 The Last Exorcism 8/10
33 8 The Chameleon 3/10
34 8 Two Eyes Staring 4/10
35 8 The Disappearance of Alice Creed 9/10
36 8 Rubber 8/10
37 8 Piranha 3D 8/10

Die Entscheidung, dieses Jahr bis zum Schluss zu bleiben, hab ich auch nicht bereut. Es war letztes Jahr einfach super ärgerlich, dass wir an den letzten Tagen nicht mehr da waren, da da u.A. OSS117 als Closing Night lief sowie Grace und Doghouse, die ich noch gerne gesehen hätte. Diesmal gab es das Problem nicht und ich hätte mich mächtig geärgert, wenn ich Alice Creed, Rubber und Piranha 3D nicht gesehen hätte.

Blöd fand ich meine Erkältung. Ich vermute, die kam durch die Temperaturunterschiede zwischen Foyer (warm) und Kinosäälen (klimatisiert, kühl) zustande, denen man beim Filmwechsel bzw. beim Warten auf Einlass ausgesetzt war. Teilweise, gerade in Kino 3, saß man ganz außen ziemlich im Zug und das war vermutlich auch nicht gesund. Warum mich das letztes Jahr nicht erwischt hat, verstehe ich nicht so genau. Ich habe aber den Eindruck, dass das nicht nur mir so ging, an den letzten Tagen habe ich so einige Leute im Publikum husten und niesen hören.

Der Donnerstag war dann allerdings – mit nur 1,5h Schlaf nach der Rückfahrt und einer halben Stunde auspacken und duschen – unfassbar grausam. Von 8 bis 15 Uhr sich müde rumquälen war absolut nich schön. Lies sich leider nicht ändern aber im Hinblick auf die sonst verpassten Filme war es das absolut wert. Bisher fällt es mir auch recht schwer wieder in einen normalen Tagesablauf zurückzufinden. Als ich gestern das erste Mal wieder hier am Rechner saß fühlte sich das extremst komisch an. Vor allem eine Maus in der Hand zu halten war ziemlich merkwürdig, nach einer Woche mit Trackstick am Notebook.

Aber ich freu mich schon wieder aufs nächste Jahr. Und natürlich auf die Nights nächstes Jahr :)

Fantasy Filmfest 2010, Tag 8 (Closing Night)

Soo, das wars nun also wirklich. Der achte Tag ist zuende und das Ende war ziemlich großartig. Momentan sitze ich mit Daniel im Auto auf der Rückfahrt in die Heimat. Aber der Reihe nach.

Heute morgen haben wir nach dem Auschecken im Hotel erstmal eine Fahrt zum E-Center unternommen, damit ich mir noch einen Vorrat an Arizona Eistee zu beschaffen. Anschließend waren wir am Bahnhof Altona im Media Markt, um dort noch nach DVDs und BluRays zu gucken. Leider war die Auswahl da nicht so groß wie gestern im Saturn und ich habe auch nichts gefunden. Anschließend waren wir in einem Restaurant am Bahnhof, dem Koz Urfa, wo wir zu Mittag gegessen haben. Das Restaurant ist sehr zu empfehlen. Es gibt Fleisch vom Holzkohlegrill und die Portionen sind groß. Extrem lecker. :)
Danach sind wir mangels Ideen dann zum Parken ins CCH gefahren, haben noch ein McFlurry bei McDonalds gegessen und sind dann wie immer eine Stunde zu früh im Kino gewesen.

Nun zu den heutigen Filmen:

The Chameleon
Ein Thriller, der sich um einen entführten amerikanischen Jungen dreht, der Jahre später in Frankreich wieder auftaucht. Als er zu seiner Familie zurückgebracht wird, vermutet eine FBI-Agentin, die sich den Fall anschaut, dass der Junge nur vorgibt, zu sein wer er ist. Sie stellt daraufhin Ermittlungen an und deckt Geheimnisse aus der Geschichte der Familie auf.
Tja… das war mehr so eine Notlösung, da die Alternative, „The Nothing Men“, auch nicht viel interessanter klang und im Cinefacts Forum schon davon abgeraten wurde. Leider war dieser Film nicht viel besser. Um genau zu sein war er extrem zäh und langweilig. Die Charaktere kümmerten einen in etwa garnicht, die Vorgeschichte innerhalb der Familie war die meiste Zeit über so unklar, dass man nicht wirklich wusste warum die Familienmitglieder handeln wie sie handeln (was zum Verständnis der Story hilfreich gewesen wäre und erst am Ende geklärt wird) und die Auflösung am Ende war mehr als unbefriedigend. Überhaupt fühlt sich der Film wie 2 Stunden an.
Wertung: 3/10

Two Eyes Staring
Eine niederländische Produktion mit bösen kleinen Kindern. Gruselig sollte es sein, war es jedoch nicht.
Eine niederländische Familie erbt ein Haus in Belgien. Sie ziehen also dort hin, was der kleinen Tochter missfällt. Sie findet keine neuen Freunde und kurz darauf sieht sie ein Mädchen namens Karen, die angeblich die tote Schwester der Mutter ist. Mit deren Hilfe deckt sie dann dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit auf.
Auch dieser Film war eine Notlösung, im anderen Slot lief „Higanjima“. Leider war auch dieser Film eine Enttäuschung. Die meiste Zeit über war es nicht gruselig, es gab nur vereinzelte Schockmomente und der im Programmheft versprochene Twist am Ende war nur bedingt unerwartet und eher öde.
Wertung: 4/10

The Disappearence of Alice Creed
Ein Film, auf den ich mich im Vorfeld mitunter am meisten gefreut habe. Interessante Story, interessanter Trailer und gute Besetzung.
Es dreht sich um ein perfekt geplantes Verbrechen. Alice Creed, Tochter aus reichem Hause, wird von zwei Männern gekidnapt, welche diese Entführung im Vorfeld bereits minutiös geplant haben. Hierzu wurde ein Zimmer in einem heruntergekommenen Wohnhaus schalldicht isoliert, in das sie gebracht wird und dort auf einem Bett angekettet wird. Die ersten Minuten des Films zeigen den Ablauf der Entführung und laufen absolut nach Plan ab. Das Programmheft spricht treffend von „wie ein schweizer Uhrwerk“. Doch bald darauf geht etwas schief und es geschehen nach und nach mehr unerwartete Wendungen.
Ich war sehr fasziniert von diesem Film. Die Geschichte wurde mit hohem Erzähltempo packend präsentiert und jedes Mal, wenn man vermutete, dass man den Ausgang nun erahnen kann, wurde man eines besseren belehrt. Daher eines meiner persönlichen Highlights und ein definitives Must-See.
Wertung: 9/10

Rubber
Closing Night. Da war es plötzlich soweit. Der lange angekündigte Rubber wurde mit kurzer Ansprache vor ausverkauftem Hause gezeigt. Und es war großartig.
Der Film dreht sich um einen Autoreifen, welcher plötzlich zum Leben erwacht und Dinge zum explodieren bringen kann. Mit dieser Fähigkeit folgt er einer Touristin, die er auf einer Straße gesehen hat. Weiterhin gibt es mitten in der Wüste, in dem die Handlung spielt, eine Gruppe von Zuschauern, die dem Geschehen mit Ferngläsern folgt. Und natürlich einen Sheriff, der zu Beginn einen großartigen Monolog über die Grundlosigkeit der Dinge führt.
Für die Closing Night eine würdige Wahl. Sehr unterhaltsam, extrem abgedreht und eine nette Story. Leider hatte er zwischendrin einige Längen, die den Gesamteindruck trüben. Trotzdem habe ich sehr gut gelacht. Praktischerweise liefert der anfängliche Monolog bereits die Antwort auf alle eventuell auftretenden Fragen: No Reason.
Wertung: 8/10

Piranha 3D
Nach der Closing Night gab es dann noch eine Zusatzvorstellung von Piranha 3D. Es versprach ein witziger Partyfilm zu sein und ich muss sagen: Das war er auch. Auch die 3D Komponente wirkte hierbei nicht störend und aufgesetzt, obwohl es sich nur um Postprocessing 3D handelt.
Der Film spielt am Lake Victoria während des Spring Breaks. Die Ufer sind voll von feiernden Jugendlichen. Leider gab es einige Tage zuvor einen Erdrutsch im See, der eine Verbindung zu einer unterirdischen Höhle geschaffen hat, in der seit Jahrtausenden gefräßige Piranhas leben. Diese freuen sich nun natürlich ungemein über die neue Nahrungsquelle und schnell färbt sich ziemlich viel Wasser extrem rot…
Dieser letzte Film beim diesjährigen FFF in Hamburg war einfach super. Das Publikum war schwer begeistert und es gab unheimlich viele Lacher. Allein schon Christopher Lloyds „We’re all doomed“-Face war unfassbar komisch. In einer Szene habe ich dann sogar eine absolut nützliche Verwendung von 3D gesehen. Zwei unter Wasser schwimmende leicht bekleidete Mädchen mit Schwimflossen. Wieder ein Beweis für die These, dass die Pornoindustrie Technologien zum Durchbruch verhilft ;-)
Alles in allem, sehr unterhaltsam und absolut sehenswert, gerade in den anderen Festivalstädten, so er dann da angekündigt wird. Mit anderen Worten (Ein Zitat, was ich schon den ganzen Abend bringen wollte: „That’s a lot of Fish.“)
Wertung: 8/10

Übrigens, ich wollts noch erwähnen: Ich saß nur wenige Plätze neben Bela B. von den Ärzten, der war auch da :-) Diesmal hab ich ihn auch gesehen.

Soo! Das wars. Für mich ist das FFF für dieses Jahr nun vorbei und ich muss sagen, es reicht auch ;-) Ob man es glaubt oder nicht, es ist auf die Dauer doch echt anstrengend und ich habe nun erstmal genug Filme gesehen, über die ich noch nachdenken muss. Ich denke, in den nächsten Tagen poste ich noch eine Gesamtbetrachtung. Vorab schonmal: 37 Filme in 8 Tagen waren es diesmal :)

Nun bin ich bald hoffentlich zu Hause und kriege vielleicht sogar noch ein bischen Schlaf, bevor ich um 6 Uhr wieder aufstehen muss… Gute Nacht.

Fantasy Filmfest 2010, Tag 7

Man glaubt es kaum, aber es ist bereits der vorletzte Tag heute. Heute Morgen bzw. Mittag haben wir dann noch für einen Ausflug zu Saturn an der Mönckebergstraße genutzt, wegen der aktuellen DVD- und BluRay-Angebote. Hat sich dann auch gelohnt, ich habe mir Antichrist und The Tournament gekauft und noch einen, der mir grad nicht mehr einfällt ;)

Nach einem Mittagessen bei Nordsee im Bahnhof Dammtor gings dann wieder ins Kino…

Love Crime

Ein französisches Krimi-Drama mit Kristin Scott Thomas in der Hauptrolle, die im letzten Jahr schon durch Largo Winch vertreten war (Ein Film, der mir sehr gut gefallen hat). Die Geschichte dreht sich um die Beziehung einer Angestellte eines globalen Konzerns in der Filiale in Paris zu ihrer Vorgesetzten. Diese Beziehung ist zunächst recht gut, jedoch wird nutzt die Vorgesetzte ihre Untergebene regelmäßig aus, indem sie deren Leistungen als die ihren ausgibt. Mit der Zeit wandelt sich das Verhältnis dann allerdings ins Gegenteilige und die Situation eskaliert.

In Love Crime wird eine intelligente entworfene Geschichte mit überaus unerwarteten Wendungen präsentiert. Die Charaktere sind sehr interessant und differenziert gestaltet. Der Drehpunkt in der zweiten Hälfte ist zudem faszinierend, da sehr lange die Motive und Hintergedanken der Angestellten nicht klar sind und sich erst nach und nach zu einem passenden Gesamtbild fügen.

Ein durchweg guter Film. Wertung: 7/10

Exquisite Corpse

Puh… das war ein leichter Fehlgriff. Ein Reanimation-Horrorfilm nach üblichem Schema. Jemand wird getötet und jemand anderes findet einen Weg um diesen bzw. hier diese wiederzubeleben. Ein Konzept, was man irgendwie schon 1000 mal gesehen hat und hier wird dem nichts neues hinzugefügt. Zudem zieht sich der Film auch noch sehr zäh dahin und man hat irgendwie gar keine Bindung zu keinem der Charaktere.

Eher enttäuschend, daher 3/10.

The Loved Ones

Ein zu erwartendes Highlight und damit lag man auch richtig. Ein solider Film, der sich um das übliche Highschool-Prom-NightKonstrukt dreht. Lola, ein nicht besonders beliebtes Mädchen an der Schule, entführt sich die Jungs, mit denen sie zum Ball gehen möchte und veranstaltet ihren eigenen Ball zu Hause mit ihrer Familie.

Die Story ist in sich stimmig und flüssig erzählt. Es kommt keinerlei Langeweile auf und man wartet gespannt auf das Schicksal des Hauptcharakters in Lolas Händen. Auch für diejenigen, die blutige Szenen zu schätzen wissen, gibt es einiges zu sehen. Zwar keine Goreschlachten mit Blutfontänen, aber doch ziemlich schmerzhafte Dinge. Die Nebenhandlung um den besten Freund des Protagonisten ist ebenfalls extrem unterhaltsam und lockert den Film zwischendrin passend auf.

Wertung: 8/10

The Last Exorcism

Als letzten Film gab es dann noch The Last Exorcism in einer (man korrigiere mich, wenn ich da falsch liege) – abgesehen von Berlin – Weltpremiere, da der Film erst nächste Woche in den USA anläuft. Dementsprechend gab es auch besondere Sicherheitsmaßnahmen. So mussten wir die Mobiltelefone diesmal abgeben und es wurden Taschenkontrollen und während des Films Kontrollen mit Nachtsichtgeräten durchgeführt. Die Abgabe der Mobiltelefone war allerdings vorbildlich gelöst. Jedes Mobiltelefon wurde in einen Umschlag gesteckt, welcher zugeklebt wurde und man bekam eine Quittung mit Nummer zurück, die auch auf dem Umschlag stand. So bekam ich mein Telefon nach dem Film bedingt durch die Schlange auch binnen weniger Minuten zurück.

Zum Film: Es handelt sich dabei um einen Documentary-Style Film vom Funktionsprinzip her vergleichbar mit [Rec] oder Blair Witch Project. Ein Kamerateam dokumentiert Ereignisse und es entsteht so der Eindruck als würde die Handlung so passiert sein. In diesem Film begleitet ein Filmteam Reverend Cotton Marcus, einen angeblichen Exorzisten, der vor laufender Kamera zeigen will, mit welchen Tricks er arbeitet um dann aufzuhören. Eine Anfrage führt den Reverend zu einer abgelegenen Farm in Louisiana, wo der Hausbesitzer den Verdacht hegt, dass seine Tocher besessen sei. Marcus führt daraufhin wie üblich einen Exorzismus mit technischen Hilfsmitteln durch, sodass der Eindruck entsteht, dass er tatsächlich einen Dämon ausgetrieben habe. Jedoch entwickeln sich diesmal die Dinge völlig anders als sonst.

Kurzgefasst: Ein guter Film. Jedoch hatte ich am Ende den Eindruck, dass der letzte Teil des Films extrem überstürzt kam und durchaus etwas ausführlicher hätte sein können. Ansonsten aber definitiv sehenswert, da vor allem die ersten Teile des Films, die die Arbeitsweise und den Hintergrund von Cotton Marcus zeigen, sehr zum Documentary-Charakter des Films beitragen und im einen interessanten Kontrast zum eigentlichen Exorzismus und dessen Folgen darstellen. Mein Highlight war dann die Unterhaltung zwischen dem Reverend und dem Dämon, ziemlich creepy.

Wertung: 8/10

Den letzten Film, ursprünglich angedacht hatte ich da „Evil – in the Time of Heroes“ haben wir dann auf Grund von Müdigkeit, mangelndem Interesse und im Hinblick darauf, dass der morgige Tag lang und anstrengend wird, gestrichen.

So, morgen ist dann wohl der letzte Tag. Meine sich langsam entwickelnde Erkältung begrüßt das, ich nach momentan 32 Filmen auch irgendwie… ;)

Morgiges Program:

  • The Chameleon
  • Two Eyes Staring
  • The Disappearence of Alice Creed
  • Rubber
  • Piranha 3D

Fantasy Filmfest 2010, Tag 6

Soo, hier wie gestern Abend bei Twitter angekündigt, meine Berichte zu Montag.

Inzwischen geht das WLAN hier wieder, einer der Gründe warum ich erst heute was schreiben kann. Zudem bin ich seit Sonntag Abend ein bischen erkältet, das hat mich gestern Abend dazu bewegt, mich direkt nach dem Kino ins Bett zu legen.

Nun aber zu den Filmen:

Tucker & Dale vs. Evil

Eines der absoluten Highlights des Festivals. Die Story dreht sich um zwei Jungs, Tucker und Dale, aus den Südstaaten, die sich ein Ferienhaus an einem zugelegt haben. Als die beiden dort dann beginnen, dies zu renovieren und nebenbei ein wenig angeln gehen, treffen sie auf eine Gruppe College Kids, die an diesem See campen. Eines der Mädchen aus der Gruppe stürzt beim Baden im See von einem Felsen und wird von Tucker und Dale gerettet, die anderen College Kids deuten das aber als Versuch sie zu entführen und setzen sich zur Wehr. Von da an eskalieren die Ereignisse.

Der Film war absolut witzig. Beide Gruppen glauben, die jeweils andere will sie töten und durch dumme Zufälle geschehen Ereignisse, die dazu führen, dass sich dieser Eindruck weiter verfestigt. Das alte Storykonzept College Kids vs. Hillbillies wird hier sehr überzeugend umgedreht und die College Kids als Eindringlinge in die beschauliche Welt von Tucker & Dale dargestellt, die doch eigentlich nur ihr Häuschen reparieren wollten. Damit zeigt sich, dass die Hillbillies eigentlich gar nicht böse sind und das immer nur auf Missverständnissen beruht hat ;)

Wertung: 8/10

Hybrid 3D

Ein 3D-Film! Yay! …not. Ein Film, über ein Formwandler-Auto-Wesen, das in einer abgeschlossenen Polizeigarage, in der ein paar Mechaniker in der Nachtschicht arbeiten. Somit durchaus dem Sub-Genre des Car-Horror zuzuordnen.

Obgleich ich Filme wie „Duell“ und „Christine“ mag (…ist Transformers eigentlich auch Car-Horror? *SCNR*) konnte mich Hybrid nicht wirklich überzeugen. Die Idee ist grundsätzlich nicht schlecht, jedoch plätschert der Film streckenweise einfach so dahin und es passiert nicht viel. Die 3D-Effekte waren zwar nicht Mittel zum Zweck, aber wären auch nicht wirklich nötig gewesen. Lediglich am Anfang gab es eine schicke Szene, wo die Kamera senkrecht über Chicago schwebte und die Häuser sehr plastisch aus der Leinwand ragten.

Ansonsten hatte Hybrid nicht viel neues zu bieten. Nachdem das Auto als Gefahrenquelle ausgemacht wurde, begann man sich zur Wehr zu setzen, dies allerdings sehr gemächlich. Entweder hätte man den Film kürzer oder die Handlung interessanter gestalten müssen. Wertung: 3/10

Vorfilm: Der Doppelgänger

Vor Kaboom lief noch ein Vorfilm eines Studenten einer Filmhochschule. Dieser hiess „Der Doppelgänger“ und hangelte sich wohl lose am gleichnamigen Buch entlang (das ich allerdings nicht gelesen habe).Es drehte sich um einen Mann namens Jakob, der plötzlich in seiner Firma auf einen Doppelgänger von ihm selbst trifft. Dieser handelt jedoch wesentlich energischer und tut Dinge, die Jakob sich selbst nicht traut.

Die Optik ist für ein solches Werk überaus faszinierend, hat mich beim Title-Design und bei einigen Einstellungen sehr an Hitchcock errinnert, vor allem an North by Northwest. Auch inhaltlich war der Film überzeugend umgesetzt. Wertung: 6/10

Kaboom

Noch ein toller Film an diesem Tag. Ein abgedrehter Trip zwischen Drogen, Sex und dem Ende der Welt. Die Handlung ist nur schwer besser zusammenzufassen.

Man sitzt die ganze Zeit gebannt da und ist fasziniert, von den Bildern die da auf einen einwirken. Zudem zieht sich die Handlung sehr verworren durch den Film und verbindet verschiedene Stränge erst relativ zum Ende hin.

Viel mehr möchte ich eigentlich nicht verraten um die Spannung aufrecht zu erhalten. Auf jeden Fall ein klares Must-See!

Wertung: 9/10

Four Lions

Überraschenderweise gab es noch einen tollen Film an diesem Tag. Four Lions (anfangs angekündigt als Twentyfour Lions ;-) ) ist eine sehr böse britische Satire über muslimische Terroristen. Leider sind die vier Männer allesamt nicht so besonders clever und so kommt es dazu, dass sie aus einem pakistanischen Trainingscamp geworfen werden, nachdem sie eine Panzerfaust verkehrtrum gehalten und abgefeuert sowie dilletantische Bekennervideos gedreht haben. Auch weiterhin stellen sich die vier nicht besonders helle an und es gipfelt in einem Versuch, sich als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen.

Wei bereits geschrieben: extrem böse. So ziemlich jedes Klischee über Islamisten wird durch den Kakao gezogen. Man kann diese Vier ob ihrer möglichen Gefährlichkeit garnicht Ernst nehmen. Schön war zu beobachten, wie viel das Publikum bei diesem Film gelacht hat. Sehr zu empfehlen. Wertung: 8/10

Vampires

Eine belgische Doku über das Leben von belgischen Vampiren, die mit ganz alltäglichen Problemen zu tun haben.

Sehr authentisch gemacht, wirkt wie eine echte Doku und ist für eine Weile sehr unterhaltsam. Ist allerdings viel zu lang. Nach etwa zwei Dritteln Laufzeit wechselt die Handlung nach Kanada. Dieser gesamte Teil wäre nicht nötig gewesen, ab da wirkte es nur noch in die notwendige Länge von 90 Minuten gezogen. Wäre eher Material für einen Kurzfilm von 20-30 Minuten gewesen. Wertung: 5/10

Heute, Dienstag, habe ich dann Folgendes geplant:

  • Love Crime
  • Exquisite Corpse
  • The Loved Ones
  • The Last Exorcism
  • Evil – in the Time of Heroes oder Clash, hab mich hier noch nicht entschieden.

Sehr gut finde ich auch, dass gestern eine Preview von Piranha 3D am Mittwoch nach der Closing Night angekündigt wurde. Da bin ich mal gespannt drauf, auch wenn das heisst, dass ich Donnerstags Morgens erst um 4 oder so zu Hause bin und um 6 wieder aufstehen muss…. :-/