Ganz furchtbare Sachen

Alle Jahre wieder kommt die SV meiner Schule auf die glorreiche Idee, einen Weihnachtsbasar zu veranstalten. Im Allgemeinen ist das sowas wie eine Projektwoche mit weihnachtlichem Hintergrund – komprimiert auf einen Tag, eventuell ist das als Ersatz für selbige anzusehen, nachdem man diese sehr konstruktiv dadurch verhindert, das eine Mindestanzahl für Projektvorschläge festgelegt wurde, die so utopisch hoch ist, dass sie niemals erreicht werden wird.
Alles andere ist genauso geblieben, wie bei den damaligen Projektwochen: Keiner hat im Grunde genommen Lust irgendwas zu machen, ausser ein paar Übereifrigen, deren ausgeführte Ideen dann meist auch darstellen, wie viel Zeit und Interesse an der Sache da rein investiert wurden.
Meist läuft es so ab, dass, nachdem die Klassen bzw. Kurse (sofern diese sich überhaupt zu irgendeiner Aktivität hinreissen lassen) in den ersten zwei Stunden Tische und Stühle bei Seite geschoben haben (a.k.a. „vorbereiten“) alle Schüler (& -innen) durch die Gegend laufen und massig Geld für eigentlich relativ wertloses Zeug unter die Leute bringen, das dann in der Regel für irgendwelche guten Zwecke gespendet wird, weil ja bald Weihnachten ist. Die meisten Leute verschwinden auch sicherheitshalber nachdem das Gröbste überstanden ist und die allgemeine Verteilung der Leute auf das Gebäude jeglichen Rest von Übersicht verschwinden lässt, sodass man sich dem Ganzen gefahrlos entziehen kann.
Ein grossartiger Nebeneffekt der ganzen Projekte ist, dass – da viele in der Regel auf die originelle Idee kommen – irgendwelche kulinarischen Furchtbarkeiten zubereitet werden, die sich zu einer eigenartigen bis unangenehmen Geruchsatmosphäre verdichten und dazu führen, dass man sich wie auf dem Hinterhof eines Basars fühlt, auf dem in der sengenden Mittagshitze irgendwelche Essensreste entsorgt wurden.
Und da bin ich dem diesjährigen Weihnachtsbasar grade noch rechtzeitig entkommen, bevor irgendwas schlimmeres passiert ist. Das Tolle ist nämlich, dass an allen Ecken und Enden im Haus Leute herumstehen (in der Regel von den unteren Jahrgängen, die sich noch leichter begeistern lassen) und einem irgendwas in die Hand drücken oder einen penetrant zum Erwerben von irgendwelchem Krimskrams zu animieren versuchen. (Ich versuche dem schon seit letztem Jahr erfolgreich aus dem Weg zu gehen, in dem ich einfach gar kein Geld mitnehme und so gar nicht auf die abstruse Idee kommen kann, irgendwas von dem sinnlosen Zeug zu kaufen.)
Dieses Mal kam ich dann noch in den Genuss eines Films einer 10ten Klasse, der mich dann eben dringenst dazu genötigt hat, nach Hause zu fahren. Wenn ich nicht vor Langeweile fast eingeschlafen wäre, wär ich vermutlich schreiend in der Gegend herumgelaufen… Man konnte dem Ganzen recht gut ansehen, dass der Beweggrund für das Drehen dieses Films nicht Ruhm, Ehre und Anerkennung oder sonst irgendwas Lobenswertes waren, sondern einfach nur die Vorahnung, dass man ja irgendwas machen muss bei diesem faszinierenden Basar und dann schnell und hektisch dieses Machwerk zusammengezimmert hat.
Aber das muss wohl so sein, ich für meinen Teil habe es jetzt wieder einmal überstanden.

In diesem Sinne,
Frohe Weihnachten – Ho Ho Ho! ;)

Ein Gedanke zu „Ganz furchtbare Sachen“

  1. Du hast ja auch nichmal bezahlt für den Film, der hat nämlich eigentlich 50 cent gekostet, mich in meinem jungedlichem leichtsinn sogar 1 euro weil ich martin einlud… naja, geld gabs keins zurück… wär auch irgendwie doof gewesen.. „Ey, hier, ich will mein Geild wieder!“ „Aber das ist für das Aidskranke Kind!“ „Aber der Film war kacke, ob das Kind sich freut so an Geld zu kommen?“ …. Naja, sowas geht einfach nich…aber man lernt doch halt immer wieder dazu ;)
    Ich schließe diesen Kommetar mit dem Zitat: „Happy Chrismas“, das genau so auf sonem Kerzenuntersetzer stand, ich behaupte zwar nicht, das ich gut rechtschreiben kann, aber das Christmas mit t geschrieben wird weiß ich… außerdem Merry, aber egal, schicht im schacht ihr schachteln…. das telefon klingelt…is wohl wieder flachis mudda….man man man ;)

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